MenschMaschine rollt an …

Nachdem ich Euch ja zuletzt das eine oder andere Randthema hier serviert habe, geht es heute mal wieder um Metal – richtig geilen Scheiß.

Die Band

Über CYBORG aus Hamburg habe ich ja an dieser Stelle auch in der Vergangenheit schon das eine oder andere Mal berichtet, die Jungs haben es geschafft, dem Metal ein neues Gewand anzuziehen und dabei alles das, was gut daran ist, noch besser zu machen.

Sie nennen Ihren Style selbst SCI-Fi Metal, und tatsächlich wird ihr Sound es sicher durch das Jahrtausend schaffen. Mit dem dynamischen Geballer geben sie reichlich Schub, so dass man als Hörer glatt mal einen Satz ins Jahr  2222 machen kann, ihr Style und die Bühnenshow unterstützen das Ganze noch.

Und nun sind die Jungs von CYBORG gerade dabei, ihre erste vollständige CD auf den Weg zu bringen, die dann auch im Juli released werden soll. Dazu fehlt noch ein wenig Kleingeld (wer kennt es nicht …), was liegt also näher, als eine Crowdfunding Aktion ins Leben zu rufen? Na nix, und da ist sie auch schon.

CROWDFUNDING

Crowdfunding, wie es hier aufgesetzt wird, ist auch eine klasse Sache. Man bezahlt im Grunde nur im Voraus seine Konzertkarte oder die Scheibe und hilft damit einer Band, denn natürlich agiert nicht nur CYBORG auf diese Weise, quasi, ihre Produktion vorzufinanzieren. Kann man mal unterstützen, sollte man auch. Ich habe gerade in letzter Zeit so einiges an Vorbehalten gegen Crowdfunding gelesen, z.B. dass dieses Gebettel um Geld total nerven würde. Aber mal nüchtern betrachtet, ist es das gar nicht, denn es wird wie bei jedem Online-Kauf / Verkauf die zu erbringende Leistung einfach nur vorfinanziert. Klar, wartet man vielleicht ein paar Tage länger oder bekommt im schlechtesten Fall sein Geld einfach zurück, wenn sich nicht genug an der Kampagne beteiligen, aber hey, entweder kommt die Leistung – oder es gibt das Geld zurück. Eigentlich eine coole Sache, gerade wenn man Newcomer der Szene unterstützen will.

Hier gehts es dann zur Kampagne, lasst mal die Kohle für ein Shirt, eine Konzertkarte oder die neue Scheibe da, das würde nicht nur mich persönlich freuen sondern sicher auch die Band.

https://www.startnext.com/cyborgalbum

25 Jahre Dancefloor – DJ Bobo

Sonntag war ich für kielTV unterwegs, um DJ Bobo für Nightlife – Nightlive zu interviewen und die Show aufzunehmen. Im Rahmen seiner Mysterical Tour zum 25-jährigen Bühnenjubiläum nimmt er sein Publikum mit auf eine Zeitreise zwischen Steinzeit, dem alten Ägypten, 19. Jahrhundert  und den 90er Jahren, mit opulenten Bühnenbildern und liebevoll ausgearbeiteten Kostümen. Um die sich übrigens seine Frau Nancy, die auch als Sängerin und Tänzerin an seiner Seite ist, kümmert.

 

Dezent umschrieben ist Dancefloor ja nicht so ganz meine Musik, aber nichts desto trotz möchte ich durchaus ein paar lobende Worte zu dieser Veranstaltung los werden. Die tollen Bühnenbilder und Kostüme sind das eine, die Fähigkeit, sein Publikum schon vom ersten Song an von den Stühlen zu holen und tanzen zu lassen, das ist schon eine beeindruckende Leistung. Auch wenn ich selbst mit dieser Art von Musik nichts anfangen kann, stimmt das Gesamtkonzept ganz deutlich und Rene (so DJ Bobo im richtigen Leben) erreicht mit seinem strahlenden Lächeln seine Fans bis zum letzten.

Wir durften uns auch hinter den Kulissen etwas umsehen und nach dem Interview, das Ihr am 20.5. ab 20 Uhr bei Nightlive sehen könnt, auch bei der gemeinsamen Startzeremonie aller Tänzer und Sänger dabei sein. Auch hier merkt man wiederum, dass die Chemie des Teams stimmt, denn von negativen Vibes ist hier keine Spur.

Und da am Ende des Abends die Fans alle ganz beseelt Richtung Heimat strömten, nachdem dann reichlich Zugaben gefordert und auch gegeben wurden, war das Konzert definitiv ein voller Erfolg. Bis 2019 werden die Fans davon zehren müssen, dann kommt der freundliche, charmante Schweizer einmal mehr in die Ostseehalle.

 

US Cars die Zweite – Lensahn am 1.5.

Wie jedes Jahr am ersten Mai trifft sich alles was einen V8 unter der Haube hat am coolsten American Diner in Schleswig-Holstein, dem Chrome in Lensahn.

Die letzten paar Jahre hatte ich es nicht geschafft, dort vorbei zu rauschen, aber in diesem Jahr stand ich bei meinem Herzblatt im Wort und so machten wir uns gleich morgens auf den Weg, einen kleinen Zwischenstop am Selenter See zum Frühstück dort ganz romantisch mit frischem Kaffee und Brötchen inklusive.

Als wir dann in Lensahn ankamen, war das Gewühle dort schon riesig groß, so viele Menschen, Maschinen und so wenig Parkplätze. Das ließ dann doch ein wenig Partycharakter erhoffen – was allerdings, um es gleich vorweg zu nehmen, doch deutlich enttäuscht wurde.

Neben den wirklich schönen Muscle Cars und sonstigen coolen Karren war Rahmenprogramm so gut wie nicht vorhanden, keine Musik, so gut wie keine Verkaufsstände, weder Getränke- noch Essenstände. In früheren Jahren war da doch deutlich weniger Luft nach oben und mehr Spaß, als noch alles auf der grünen Wiese stattfand und man von Auto zu Auto schlenderte und großartig miteinander ins Quatschen kam. Das Pilgern über mehrere Firmenparkplätze machte wenig Freude, Gespräche zwischen Liebhabern kamen so nur wenig zustande und es waren viele lange Gesichter zu sehen.

Ich würde mir hier wünschen, dass man sich in Lensahn an solchen Veranstaltungen wie am Alten Güterbahnhof doch eine Scheibe abschneidet und in Sachen Musik – wir haben doch so tolle Rockabilly-Bands in SH – und Versorgung einen deutlichen Zahn zulegt.

 

Güterbahnhof rockt mit Mugge und US Cars

Gestern war ein riesig schicker Tag. Morgens bin ich mit meinen Mädels und unserer Süssen nach Timmendorf gefahren und im Sea Life Center dort gewesen (Artikel mit so richtig Hammer-Bildern folgt) und Nachmittags ging es denn noch mal eben zum US CARS & BIKES CLASH am Alten Güterbahnhof.

Da war dann alles versammelt, was Rang und Namen hat – es waren nicht nur geile Karren am Start, auch Mugge gab es da von Mittags bis Nachts auf die Ohren.

Durch Nightlive konnten wir nur ein gutes Stündchen auf dem Platz verbringen, aber ich war schon ganz glücklich, dass mir endlich mal die Stromabnehmer Schultze, von denen ich vorher schon so einiges gelesen hatte, auf die Ohren und vor die Linse kamen.

Wenn Ihr so richtig Bock auf Partymugge habt, die über Mallorca-Tralala deutlich hinausgeht und auch eine gesunde Entfernung zu Schlager hat, dann seid Ihr mit den Eckernförder Jungs echt gut bedient.

Deutsche Texte, Rock ohne in die klassische Deutschrock-Schublade zu passen und einfach echte Typen auf der Bühne, die man abfeiern konnte. So muss das …

 

Und hey, natürlich kommen nun auch die Auto-Fans nicht zu kurz, hier mal eine kleine Auswahl an potenziellen fahrbaren Lieblings-Untersätzen <3

Mein Fazit zu der Veranstaltung: Geiler Scheiß, sowas hat in Kiel echt gefehlt. Ich könnt mich immer noch in den Hintern beißen, dass ich nicht mehr Zeit hatte, um die anderen Bands zu sehen und natürlich auch, um mehr von der coolen Location, den tollen Autos und den Leuten zu sehen, zu quatschen und einfach Spaß zu haben …

 

Einzug des Glücks-Faultiers

Sicher wird der eine oder andere im letzten halben Jahr festgestellt haben, dass es hier auf schneckenschubsen doch deutlich ruhiger zugeht als früher.

Das hat rein gar nichts damit zu tun, dass mir Musik weniger am Herzen liegen würde als früher. Aber schon damit, dass ich seit geraumer Zeit versuche, nicht mehr so sehr über meine Kräfte zu leben, wie ich dies früher immer getan habe. Immer bis ans Limit und noch ein Stückchen drüber hinaus. Die Zeiten, in der ich mir beweisen musste, dass ich möglichst gestern noch alles kann und alles schaffe – die sind aktuell vorbei.

Bei mir hat sich inzwischen das Gefühl eingestellt, auch mal Ruhe und das Leben an sich genießen zu können und nicht immer noch einer drauf setzen zu müssen. So sehr ich gerade Live-Musik liebe, so wenig muss ich inzwischen jede Veranstaltung mitnehmen, weil sie ja vielleicht eine noch nicht gesehene und gehörte Perle beinhalten könnte.

Und – ganz ehrlich – es ist auch cool, nicht mehr das Gefühl zu haben, ständig etwas zu verpassen – und einfach nur zu sein. Mal ein paar Takte auf dem Bass oder der Gitarre zu klimpern und einfach nur faul zu sein. Faul – für mich eine bislang völlig unterschätzte Erfahrung – diese ruhige Selbst-Zufriedenheit ohne jedes schlechte Gewissen die Seele baumeln zu lassen.

Und hey, das tu ich nun einfach mal … nennt man wohl Glück. Und das habe ich, mit meinem Job, meinen Freunden, meiner Familie – und auch mit mir <3

Warum?

Das kann ich selbst gar nicht so genau an einem einzelnen Ereignis fest machen, es ist eher die Summe mehrerer Dinge, wie z.B. die Geburt der kleinen Elli, das mit der Zeit immer besser werdende Zusammenleben mit meinem Liebsten und das Gefühl, doch so einiges in Bewegung gesetzt zu haben in der Kieler Musikszene in den letzten Jahren.

Zukunft?

Trotzdem wird es natürlich auch zukünftig Artikel zu Musikevents geben, CD Reviews etc – nur die Taktzahl bleibt wohl eher so wie momentan. Denn auch jetzt passiert in meinem Leben natürlich nicht nix – ein guter Teil meiner Zeit geht in die Organisation der monatlichen TV-Musiksendung „Nightlife Nightlive“, für die ich die Sendeorganisation, das Booking und die Moderation mache (hey, hier können wir übrigens jederzeit Unterstützung brauchen!). Dann habe ich noch andere Hobbys für mich entdeckt, Camping mit unserem selbst ausgebauten Bus, Lettering – und mein aktueller Lieblingszeitvertreib – mit Klein-Elli auf dem Fussboden rumkabbeln und spielen.

Bis demnächst in diesem Theater – oder vor einer der Bühnen unserer schönen Stadt 🙂

Der Rotz alter Männer

Der Rotz alter Männer

Es passiert schon sehr selten, dass ich dann mal ohne meine bessere Hälfte in Kiel ein Konzert besuche. Freitag war es aber soweit. Ich hatte Bock auf dreckigen Rock n Roll und Kochis Veranstaltung hörte sich verdammt danach an. Also direkt von der Arbeit in die Pumpe in den Roten Salon.

Also schlecht war meine Entscheidung schon mal nicht.

First Year Nameless

Die Frage stellte sich bereits nach den ersten 3 Songs der Jungs von First Year Nameless nicht mehr. Sie selbst beschreiben ihren Stil als guten alten Rock ihrer Vorbilder. Besser kann ich es auch nicht ausdrücken. Es ist verdammt guter Rock, den die Jungs da abliefern. Klar, gerade in dem Bereich wurde so ziemlich jeder Songs und jedes Riff schon mal gespielt, also ist es umso schwieriger hier seinen Platz zu finden. Brauchen sie aber auch gar nicht, wenn ihr mich fragt. Sehr coole Hooklines mit klaren Riffs. Wenn ihr Bock auf tanzbaren Rock habt, dann macht mal Party mit den Jungs. Lohnt sich wirklich!


Ach ja und übrigens. Der junge Frontmann dieser Band hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Da wächst etwas nach, was es immer seltener gibt. Frontmänner die nicht nur singen, sondern auch sonst alles im Griff haben.

Overdrive Sensation

Tja und dann war da noch Overdrive Sensation. Da stand was von Boogie & Roll. Boogie wird viel zu wenig angeboten in Kiel, also passte das. Auf welche Erfahrung die Band zurückgreifen kann, war dann schwer zu übersehen. Sie waren vom ersten Moment an da und das wagte auch niemand zu hinterfragen. Ich meine du stellst dich auf die Bühne und lieferst einfach nur fett ab. Da brauchst du keine Zugaben oder sonst irgendwelchen Kram. Der ganze Rotz alter Männer kommt bei der Band zum Vorschein.


Kurz gesagt… geiler Scheiß. Könnt ihr in diesem Video auch ein bisschen sehen.

Also falls ich dann noch mal alleine losgehen sollte demnächst. Das wird schwer zu toppen sein. 🙂