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„Der Letzte macht das Licht aus“ – Ende der Ära Vertical Blinds

Donnerstagabend der Kieler Woche und so langsam schwindet meine Kondition doch ein wenig. Was mich allerdings auch gestern nicht davon abgehalten hat, meine Fototasche zu schnappen und mir das eine oder andere Konzert anzuhören. Vor allem, da an diesem Abend auch der letzte Gig der Kieler Metalband Vertical Blinds in der Showbox auf dem Programm stand. Aber dazu später mehr.

Der Start des Abends war erst einmal mit dem Durchkämpfen auf dem Rathausplatz beim Konzert von Bela B verbunden. Keine Chance, von Nahem ein paar Bilder zu machen und der Sound weiter hinten, wo man noch Luft beim Atmen bekommen konnte, war dann doch so schlecht, dass wir lieber ums Eck auf den Muddi Markt gegangen sind, um dort das Prinz WIlly Showcase mit dem Lone Rider und seinen Getreuen anzuhören. Immer wieder ein Garant für gute, handgemachte Musik von Mr. „I´m not Johnny Cash“, dem Bandleader auch der Line Walkers, der in diesem Fall „Miss Anna Jones“ und den besten aller Kontrabassspieler an seiner Seite hatte.

Über seine Qualitäten habe ich mich in manch anderem Artikel schon mehr als lobend ausgelassen, daher hier nur noch die Bilder zum Auftritt vor dem begeisterten Publikum.

Direkt im Anschluss wagten wir uns dann noch einmal auf den Rathausmarkt, um mit Rockabilly direkt an Country anzuschließen. Die einzelnen Bandmitglieder von Biggs-B-Sonic hatte ich zwar schon auf der einen oder anderen Bühne gesehen, aber noch nie als Band gemeinsam.

Auch hier bleibt nur festzustellen, dass hier Profis am Werk sind, die genau wissen, was sie tun – und das tun sie mehr als nur gut. Trotz beginnenden Regens wurde getanzt und hätte ich nicht die Kamera vor dem Regen in Sicherheit bringen müssen, hätte ich mir liebend gern mehr von der tollen Show angesehen, denn neben Frontmann Karsten sind auch Dummer Sebastian und Basser Claus echte Rampensäue, die mit ihrem Auftreten und der Musik dem Publikum ordentlich einheizen. Für mich wird wohl immer ein Rätsel bleiben, wie jemand auf einem Kontrabass stehend immer noch die richtigen Töne treffen kann 🙂

Zu guter Letzt ging es dann, wie oben im Artikel bereits erwähnt, in die Pumpe zum Abschiedskonzert der Vertical Blinds. Mit ihrer Auflösung geht eine lange Bandgeschichte zu Ende. Und für dies letzte Konzert haben die sechs Kieler noch einmal alles gegeben … Selbst der Sound in der Pumpe spielte mit und so bekamen wir ein Konzert zu hören, dass vor Inbrunst nur so strotzte. Einfach großartig und ein würdiger Abschluss, bei dem alle noch einmal ihren ganzen Erfahrungsschatz in die Waage warfen, um zu zeigen, worauf der Kieler Metal in Zukunft verzichten muss. Ihre Songs, die älteren wie auch die erst in der neuen Bandkonstellation seit letztem Jahr entstandenen, reihten sich wie Perlen an eine Schnur und wurden von Carolas Gesang noch einmal ordentlich zum Funkeln gebracht.

Trotzdem freue ich mich schon darauf, was die Zukunft für diese Musiker bringt, denn dass da etwas Neues im Busch ist, das bleibt mal ganz stark zu vermuten …

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Nervling … und alles tanzt!

Gestern hatte ich wieder so richtig Spaß auf der Kieler Woche. Daran waren natürlich nicht so ganz unbeteiligt die Freunde, die wir beim Konzert von Nervling getroffen haben – aber mindestens genau so sehr die Band selbst mit ihrer Reise um die Welt.

Dass ich auf einem Konzert mal tanze und die Kamera beiseite lege, kommt doch selten mal vor – aber in diesem Fall schon. Nicht nur, um mal eben von dem Gewicht der verschiedenen Objektive befreit zu sein, sondern um zu tanzen. Wonach? Na rund um die Welt, Reggae, Tango, indianische Weisen und einfach Spaß …  genau so, wie es sich in einer der längsten Nächte des Jahres gehört, Bier, Cocktails, gute Musik und tolle Performance.

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Wie das ausschaut? Na ich habe natürlich ein Video für Euch gemacht, aber das kann in nur geringem Maße wiedergeben, wie viel Spaß die Nummer tatsächlich gebracht hat … also bleibt Euch letztlich nichts anderes übrig, als selbst mal unterwegs zu gehen, um das volle Konzerterlebnis zu haben, denn 2D ist letzten Endes auch nur halber Kram. Gönnt Euch den Spass, auch die nächsten Tage auf der Kieler Woche sind umsonst und draußen … und in diesem Jahr ist das Wetter doch handzahm für Kieler Verhältnisse.

Am Donnerstag gibt es natürlich auch so Einiges für Euch, was ihr nicht verpassen solltest, angefangen bei Prinz Willy @ Muddi Markt mit dem Lone Rider über Mark Forster und Royal Republic und die Disco Boys auf der NDR Bühne bis hin zum definitiv letzten Auftritt der lokalen Metal-Größe Vertical Blinds in der Showbox, die sich nach diesem Gig auflösen werden.

Aldo schwingt Euch morgen rechtzeitig in die Klamotten, um so viel wie möglich von der Kieler Woche zu erhaschen …. Egal was, es kann nur gut werden 🙂

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Stereo Bombs ballern besser als Jogis Jungs

Auch gestern war ich natürlich unterwegs, allerdings hat es reichlich gedauert, bis ich dann endlich so richtig musikalisch in Fahrt kam.

Nach dem Public Viewing an der Hörn, wo die deutschen Fussballer aus ca. 20 Torchancen nur einmal das Runde ins Eckige brachten, wollte ich so richtig schön bei Lotto King Karl abfeiern. Wollte, denn dieses Mal machte mir das Lotto-Konzert so gar keinen Spaß. Die Musik kam mir recht lieblos runtergeträllert vor und es kam, solange wir da waren, im Publikum nicht so recht Stimmung auf. Schade, denn mir war eigentlich so richtig zum Abfeiern zumute und eigentlich mag ich den Hamburger Jungtotal gern.

Chili con Pepper

Also machten wir uns dann auf die Socken und drehten eine kleine Runde um die Hörn bis zur Netuse-Bühne, auf der Chilli con Pepper die Masse zum Tanzen brachte. Neulich war ich ja bei Rock am Ring, wo die „echten“ Chilis eine der Headliner waren und ich muss sagen, was Zuwendung zum Publikum und Spaß auf der Bühne angeht, haben mir die Kieler Jungs mindestens genauso gut gefallen. Vom Original-Konzert war ich echt enttäuscht, aber hier auf der Bühne wurde so richtig Spaß gezeigt und die Menschen vor der Bühne hatten gute Laune pur. Daumen hoch für diese Coverband!

Stereo Bombs

Zu guter Letzt das Highlight des musikalischen Tages in der Pumpe, Showbox – die Stereo Bombs. Die fünf Kieler Männern um Sänger Pjodder sind einfach tight. Harte Riffs, geile Show, die Rhythmusfraktion mit Bass und Drums auf den Punkt und sowohl Lead- wie Rhythmusgitarre fett – es brauchte nur ein Lied, und der Rote Salon kochte und das Publikum tanzte bis der Arzt kommt.

Wie professionell die Stereo Bombs unterwegs sind, merkte man spätestens, als einer von Arvids Gitarren den Geist aufgab und die Band die eigentlich erforderliche Pause mit geiler Mugge füllten, bis er wieder startklar war.

Die Stereo Bombs brachten nicht nur den Laden zum Kochen sondern warfen sich auch selbst voll in die Musik rein, sprangen von der Bühne und performten auch auf der Tanzfläche mit vollem Körpereinsatz. Es ging aber nicht ausschließlich laut und rockig zur Sache, inzwischen haben die Jungs auch ihre romantische Seite entdeckt und zeigen sie in dem einen oder anderen Song wie z.B. „It ain´t easy“. Und auch die ist dank des gesanglichen Könnens von Pjodder großes Kino.

Und damit trafen sie bei allen elf Songs voll ins Schwarze … <3

 

 

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Kieler Woche Soundcheck

Freitag ging es natürlich schon los für die „echten“ Kieler mit dem Soundcheck – wobei bereits am Donnerstag in diesem Jahr der pre-Sundcheck an der einen oder anderen Bühne stattfand. Da war ich aber noch in den Restarbeiten vor dem Urlaub und abends stehend KO.

Kellerkaos

Aber Freitag nach der Arbeit und einem kurzen Boxenstop zum Klamottenwechsel zu Hause ging es dann endlich los. Startpunkt für uns war nach einer kleinen Runde VOR dem eigentlichen Musikbeginn die Netuse-Bühne am Bahnhof, wo wir gerade rechtzeitig zum Kellerkaos-Auftritt anlandeten. Die drei Preetzer Mädels, übrigens die einzig lokale reine Mädelsband, die ich kenne, stellten in gewohnt sympathischer Manier alte und neue Songs vor und zeigten, dass auch zu dritt die Bühne für sie nicht zu groß ist.

Laith Al-Deen

Stefan hatte dann für den Rest des Abends dann die Wahl zwischen Pest und Cholera, sprich Torfrock und Laith Al-Deen. Schon aufgrund des vorhandenen Biergartens und der Sitzgelegenheiten fiel seine Wahl dann auf die NDR2-Bühne und Laith Al-Deen. Was mich natürlich sehr freute, denn Laith Al-Deen ist seit über 15 Jahren einer meiner All-Time Favourites für die eher ruhigen Momente.

Natürlich gab es viele der Klassiker, aber auch schon den einen oder anderen neuen Song , der auf der im nächsten Monat erscheinenden CD präsentiert wird. Bei einer Diskussion mit einem Kumpel am Samstag meinte der, dass Laith Al-Deen doch seit 15 Jahren den gleichen Kram abspulen würde. Und da gibt es von mir ein ganz entschiedenes Nein. Klar sind die Songs selbst die gleichen, ABER ich habe es selten erlebt, dass sich jemand solche Mühe damit gibt, den älteren Songs ein modernes, frisches Gewand anzuziehen. Sprich auch Hits wie Bilder oder Jetzt, hier, immer haben immer noch die gleichen Texte, hören sich aber nicht mehr an wie Musik von Anfang der 2000er sondern wesentlich cooler und durcharrangierter. Für mich waren das tolle 2 Stunden und auch Stefan war letzten Endes sowohl von der Qualität der Musiker, aber auch vom Sound und den neuen Arrangements angetan. Mission completed 🙂

Es bleibt also zu hoffen, dass wir auch den 13. Auftritt im nächsten Jahr sehen werden.

 

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Echte Perlen der Kieler Woche

Kieler Woche bedeutet ja, hauptsächlich unterwegs zu sein und so viel Musik in sich aufzusaugen, wie das eben so möglich ist.

Manchmal finden sich dabei neben den „großen“ Namen, die in diesem Jahr wegen der EM natürlich nicht so massiv vertreten sind wie sonst, echte Perlen.

Am Sonntag, an dem ja üblicherweise nach den ersten beiden Tagen doch etwas weniger los ist, konnte man nach dem Auftritt der ebenfalls derbe gut spielenden Firth of Drangiss eine solche finden.

Aber halt, erst einmal zu …

Firth of Drangiss

Metal, vor allem Melodic Metal hat ja leicht einen 80er Sound und wird daher nur noch von echten Metal-Fans gern gehört. Die sechs Schleswig-Holsteiner schaffen es aber durch ihren Mix aus weiblicher Melodic-Stimme und growlendem männlichen Pendant, sich gleichfalls im Power-Metal zu verorten. Und da auf der Bühne nicht nur irgendwer sondern echte Typen mit einem coolen Konzept stehen, macht es Spaß zuzuhören – und zu sehen. Zumal die Qualität im Metal-Bereich schon echt weit oben ist.

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Wer sie verpasst hat – am 23., also Donnerstag, habt ihr noch mal die Chance, sie auf der Netuse Bühne am Hauptbahnhof zu sehen. Also nix wie hin da!

Maudite

Eine echte Überraschung, weil ich eher aus Versehen noch nach dem Gig der Firth of Drangiss an der Jungen Bühne stand und mir ein Kumpel sagte, ich sollte sie unbedingt anhören, weil sie der Hammer seien, waren für mich Maudite aus Lübeck. Schon bei den ersten Tönen war ich hellwach, denn das, was sich ankündigte, schien geil zu werden – und so war es dann auch.

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Die Songs, die die fünf Lübecker spielten, waren einer wie der andere großes Kino. Ich sehe ja nun echt viele Konzerte, aber diesen Show-Effekt bei einer mir völlig unbekannten Band hatte ich zuletzt bei The Great Bertholinis – und das ist schon eine ganze Weile her.

Melodischer Rock mit Indie-Elementen, dann und wann mit kleinen Pop-Sprenkeln werden zu einem ganz eigenen Ganzen verschmolzen, dass auf sehr hohem Qualitätslevel Geschichten erzählt – und in Teilen dazu nicht einmal Worte benötigt. Sehr sympathisch fand ich auch, dass bei ihrem Instrumental-Song der Sänger Lennart ins Publikum sprang und sich unter die tanzende Menge mischte.

Wer mehr von ihnen hören möchte – hier der Soundcloud-Link zur ihrer EP. Ich werde mein Möglichstes versuchen, sie so bald wie möglich hier im Kieler Bereich bei einem Auftritt weiterzusehen, einfach weil ich sie so gut finde.

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Bluegrass für echte Typen – The Bröken Fest

Es ist ja nun schon eine Weile her, seitdem wir am 21. Mai zum The Bröken Fest in Dägeling waren. Wir – das waren in diesem Fall vier ehrenamtliche Mitarbeiter/innen des Offenen Kanal Kiel vom Nightlife – Nightlive! – Team und Schneckenschubsen.

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Danach wurde es dann reichlich hektisch, Stefans Umzug, der Abwicklung der „Nachwehen“ der ersten Brausebrand-Veranstaltung, Rock am Ring und zwischendurch ja auch noch eine Nightlive-Ausstrahlung. Wer da zugeschaut hat, konnte sich ja auch schon einen ersten Eindruck dieses ganz im Zeichen des Bluegrass und Country stehenden Tages machen.

Trotzdem will ich Euch meinen Festival-Bericht natürlich nicht vorenthalten, denn zum einen sind die Fotos super geworden bei dem genialen Wetterchen an diesem Tag (Danke Stefan!), zum anderen war das Bröken Fest eine Ansammlung so geiler Musik und hammercooler Typen, dass darüber nicht genug berichtet werden kann.

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Drumherum

Allein schon, wenn Ihr Euch die Bilder vom Umfeld des Festivals anseht, werdet Ihr in Bedauern darüber fallen, dass ihr das Event in diesem Jahr verpasst habt, aber ich kann Euch beruhigen, wenn ich Alex aus dem Organisationsteam richtig verstanden habe, ist dies nur das erste in der Reihe einer coolen Festivalreihe gewesen (und ich war von Anfang an dabei … haaaa)

 

Die Bands

Aber nun mal Butter bei die Fische und ein paar bzw. auch ein paar mehr Worte zu den Bands. Vorweg vielleicht nur eins noch – wer Banjo hasst, für den ist die ganze Nummer hier nix. Gespielt wurde fast durch die Bank weg ehrlicher Bluegrass und Country. Mit Kontrabass, Banja, mehr Banjo, Gitarrensolisten und Drums. Und natürlich whiskeygetränkten Stimmen bis hin zu Gänsehaut pur.

Dabei waren an diesem Tag so einige Bands – Loyft, Ina Marie Burr, The Redemption`s Colts, Dirt A GoGo, Them Old Crap, Jayke Orvis, die Freeborn Brothers, A Pony named Olga und natürlich WhiskeyDick, letztere noch „gewürzt“ mit einem Burlesque-Tanz.

Schwer zu sagen, was mir am Besten gefallen hat. Ich schwanke zwischen Jayke Orvis, dem Countryman  und den Freeborn Brothers mit ihrem Gypsy Sound, den eigentlichen Headlinern des Festivals. Wobei auch die anderen  Musiker sich in unterschiedlichsten Konstellationen immer wieder zwischendurch auf der Bühne zusammenfanden. Und letztlich ist es auch genau diese Mischung gewesen, durch die ich das Festival großartig fand, dass man eben nie das Gefühl hatte, hier würde trotz des eng gepackten Zeitplans Musik abgespult (wie z.B. bei den Red Hot Chili Peppers beim Rock am Ring), sondern hier wurde die Musik in all ihrer Vielfältigkeit gefeiert.

Mein Fazit

Natürlich komme ich im nächsten Jahr wieder!