Alle Artikel von Stefan Petersen

Über Stefan Petersen

Alter Rock n Roller, Online Marketer und Social Media Fachmann

Der Rotz alter Männer

Der Rotz alter Männer

Es passiert schon sehr selten, dass ich dann mal ohne meine bessere Hälfte in Kiel ein Konzert besuche. Freitag war es aber soweit. Ich hatte Bock auf dreckigen Rock n Roll und Kochis Veranstaltung hörte sich verdammt danach an. Also direkt von der Arbeit in die Pumpe in den Roten Salon.

Also schlecht war meine Entscheidung schon mal nicht.

First Year Nameless

Die Frage stellte sich bereits nach den ersten 3 Songs der Jungs von First Year Nameless nicht mehr. Sie selbst beschreiben ihren Stil als guten alten Rock ihrer Vorbilder. Besser kann ich es auch nicht ausdrücken. Es ist verdammt guter Rock, den die Jungs da abliefern. Klar, gerade in dem Bereich wurde so ziemlich jeder Songs und jedes Riff schon mal gespielt, also ist es umso schwieriger hier seinen Platz zu finden. Brauchen sie aber auch gar nicht, wenn ihr mich fragt. Sehr coole Hooklines mit klaren Riffs. Wenn ihr Bock auf tanzbaren Rock habt, dann macht mal Party mit den Jungs. Lohnt sich wirklich!


Ach ja und übrigens. Der junge Frontmann dieser Band hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Da wächst etwas nach, was es immer seltener gibt. Frontmänner die nicht nur singen, sondern auch sonst alles im Griff haben.

Overdrive Sensation

Tja und dann war da noch Overdrive Sensation. Da stand was von Boogie & Roll. Boogie wird viel zu wenig angeboten in Kiel, also passte das. Auf welche Erfahrung die Band zurückgreifen kann, war dann schwer zu übersehen. Sie waren vom ersten Moment an da und das wagte auch niemand zu hinterfragen. Ich meine du stellst dich auf die Bühne und lieferst einfach nur fett ab. Da brauchst du keine Zugaben oder sonst irgendwelchen Kram. Der ganze Rotz alter Männer kommt bei der Band zum Vorschein.


Kurz gesagt… geiler Scheiß. Könnt ihr in diesem Video auch ein bisschen sehen.

Also falls ich dann noch mal alleine losgehen sollte demnächst. Das wird schwer zu toppen sein. 🙂

Adam in Jail - kielFM Bühne 2015

Adam in Jail

Meine Freundin ist im Stress. Die kielFM Bühne verlangt jede Menge Organisation und die Musiker brauchen halt auch ne Menge Ansagen. So kam es, dass sie mich gebeten hat heute mal zu bloggen.

Metal?

Der Anlass zum heutigen Artikel ist dann zufälligerweise eine Band aus dem Metal Bereich. Nun, ich bin zwar mit dem Metal groß geworden aufgewachsen, doch irgendwann wurden mir die ganzen Genre Absplitterungen irgendwie zu stressig. Es gab für mich einfach kaum noch neue, coole Bands zu entdecken, die mal wirklich etwas Frisches auf den Markt geworfen haben. Es mag für den einen oder anderen von euch vielleicht hart klingen, aber für mich hören sich viele Bands einfach beliebig oder gleich an.

Klar ist es schwierig die Musik neu zu erfinden, aber hey, das erwartet auch niemand. Ein paar coole Breaks, fette Riffs die einem ein Grinsen ins Gesicht zaubern und ein Beat der in den Magen geht, schafft man trotzdem. Aber irgendwie ist das dennoch schwierig bzw. selten zu finden. Dementsprechend schwer hatte es dann auch Adam in Jail, die kurzerhand für eine ausgefallene Band eingesprungen sind.

Metal!

Nach dem Adam in Jail Gig war ich übrigens noch in der Pumpe zur Showbox. Da kam in mir dann mal wieder die Frage hoch, die ich mir immer wieder stelle.

Wann ist aus zerrissenen Jeans und Lederjacke eigentlich Jogginghose und Karohemd geworden?

Ich mag ja oldschool klingen, aber das sieht sowas von scheiße aus. Welch ein Glück, dass Adam in Jail das anscheinend genauso sieht. 🙂

Die Band

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  • Vocals: Andi Schuller (Coal Mine Canary , ex-Desert Daemon) – Ein Frontmann wie er sein soll. Stark präsent, coole Ansagen, das Publikum animierend und ein sehr geiler Shouter
  • Guitar: Nils Hinz (ex-Vertical Blinds) – Jo, die coole Sau mit dem schelmischen Grinsen. Immer exakt auf dem Punkt, immer wach mit beeindruckenden Soli und verdammt geilen Sounds.
  • Bass: Mad Din (Magic Hum , Ax n Sex) – So muss ein Basser sein. Wie ein eiskalter Fels, mit stoischer Ruhe und der Verlässlichkeit und Präzision einer deutschen Maschine.
  • Drums: Stefan Bihary (ex-Stereo Romeos) – Das Uhrwerk der Band mit einem sehr ungewöhnlichen Set-Aufbau. Immer treibend und die Jungs fest am Zügel. Mehr geht nicht.

Schluss mit dem Geschwafel, ich rede dann einfach mal Tacheles. 🙂 Lange rumgefackelt haben die Jungs nicht bevor sie „ready for the stage“ waren. Ausladen, aufbauen, Soundcheck, fertig. Klingt als ob es Standard sein müsste, ist es aber eben nicht. Manche Bands machen so einen extremen Zirkus um sich selbst, dass es einfach sehr schwer wird, das auch auf der Bühne zu zeigen. Adam in Jail hatte diese Probleme überhaupt nicht.

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Der Gig

Mit einem fetten Intro ging es dann auch gleich passend los. Ein gelungener Auftakt zu dem, was den Zuhörer erwartet und ganz nach meinem Geschmack, wie man einen Gig anfängt. Ohne Pause ging es dann auch sofort in die nächsten Songs über. Jedem der anwesenden Zuschauer war sofort klar, dass hier eine Menge Erfahrung und vor allem Spiellaune auf der Bühne steht. Die Jungs wissen wirklich genau was sie tun. Brillante Soli, fette Riffs, exakte Breaks und vor allem immer (für mich) extrem überraschende Schlüsse. Eine Band bei der anscheinend genau die 4 richtigen Musiker zusammen sind. Respekt Jungs, das ist mal ne richtig fette Band!

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Die Songs

Auf die einzelnen Songs brauche ich dann auch gar nicht mehr eingehen. Jeder einzelne steht für sich selbst und untermauert die Kreativität, die die Band in nicht mal 10 Monaten als Output liefert.

  • Intro
  • Fire down below
  • Burning Changes
  • Love Lessons
  • Among the living
  • Cannot hide
  • Drum Solo
  • So we caught the rain
  • Fuck your energy
  • Reveal
  • Complicated Innocence

Das Fazit

Hab ich dann ja eigentlich schon ausreichend gezogen. Viel mehr gibt es über die Band und dem gestrigen Auftritt nicht zu sagen. Ich mach es am besten so wie Adam in Jail es macht. Ich höre einfach kurz und schmerzlos auf. Fettes Brett Jungs! Das ist großes Kino.