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Whiskey, Stuck und Hipster-Bärte oder was zwei Ladies aus Kentucky mit einem Mann aus Kanada so treiben

Heute mal ein Experiment.

Schatz und ich waren gestern Abend in Hamburg zum Konzert von Colter Wall. Yeehah. Ich habe mich vorher mit ihm noch gar nicht so auseinander gesetzt, aber Stefan kennt wohl jeden der veröffentlichten Songs rauf und runter. Ich kenne die inzwischen fast besser als meine eigenen Songs. Daher heute mal ein Artikel von uns beiden.

Die Prinzenbar

Bevor es so richtig um die Musik geht, erst einmal ein paar Worte zur Location. Die Prinzenbar auf dem Hamburger Kiez ist für einen Musikschuppen wohl einzigartig. Stimmt, das Ding hat schon was. Riesiger Kronleuchter, Jugendstil-Style  Wände mit Putten und reichen Verzierungen, das macht schon mal jede Menge aus. Allzu groß ist es dort nicht, passen so ca. 100/120 Leute in den Laden. Leider passten dadurch aber auch irgendwelche Hipster mit rein. 🙂 Dadurch, dass man sich auf verschiedenen Ebenen platzieren kann, hat das ganze aber schon ein besonderes Ambiente und das Gedränge hält sich auch bei voller Hütte in Grenzen.

    

 

The Local Honeys

Nun aber mal in Richtung Musik. Den Opener gaben zwei Ladies aus Kentucky, The Local Honeys. Beide mit tollen Stimmen gesegnet, wurde ganz country-like dann auch Banjo, Geige und Gitarre zur Unterstützung des Gesangs benutzt. Ich liebe Banjo… Und der war schon sehr entenpellig gut, Montana und Linda haben mich mit ihrem Chorgesang echt weggeblasen. Genau das was hier in Deutschland leider kaum jemand macht. Zusammen singen und aus Hauptstimme, Quinte und Terz Akkorde bilden. Wenn das ordentlich gemacht wird, haut das so gut wie jeden Zuschauer aus den Latschen. Bei den beiden Ladies reichten sogar 2 Stimmen um das zu erreichen. Darum stehe ich u.a. auf Country. Die Mischung aus schnodderigem Kentuckysound und engelsgleichem Chor ist der Hammer. Ich habe mir auf Spotify ihre Scheibe angehört, die muss man unbedingt mit Kopfhörern in den Ohren hören, dann kommt das Klangerlebnis so einigermaßen an die Live-Performance ran. Annähernd. 🙂 Aber live ist fast immer besser.

Colter Wall

Fast. Denn von Colter Wall hatte ich mir aufgrund der vorher gehörten Musik im live-Klangerlebnis tatsächlich mehr versprochen. Natürlich hat er eine wahnsinnige Stimme und ist eine coole Hillybilly Socke. Aber was mich letztlich nicht so ganz erreicht hat, war, dass mir etwas Gefühl und Schmerz bei bestimmten Songs in der Stimme fehlte, die man beim Konservenhören über Kopfhörer schon greifen kann. Na na, nicht so hart. Der Mann ist 22 und wird durch die ganze Welt gereicht. Jeden Abend da das volle „Entenpellenprogramm“ zu liefern schaffen selbst die gestandenen Profis nicht.

Das ganze ist aber natürlich Jammern auf hohem Niveau, was für geile Songs und was für eine Stimme. Hört sich an wie nach 50 Jahren Whiskey und täglich zwei Päckchen Zigaretten – aber hey, der Typ ist gerade mal 22!!! Eben. Was für eine coole Sau in dem Alter. Daher ist ihm auch absoluter Respekt zu zollen – und ich bin echt mal gespannt, wie steil er in den nächsten Jahren gehen wird. Aus der Kategorie „Geheimtipp“ ist er noch nicht ganz raus – aber lange kann es auch hier in Deutschland nicht mehr dauern, bis er steil geht und die großen Hütten spielt. Falls der irgendwann die großen Hallen in Deutschland füllt, dann wohl eher mit belanglosen Songs. Seine jetzigen sind wohl einfach zu weit weg vom Mainstream. 

Schaut unbedingt noch mal auf meine Facebook-Fanpage, da habe ich ein Live-Video mitgeschnitten gestern.

Im Würgegriff? Musik ist nicht alles! Oder?

Auch heute ist so einiges los so dicht an Dänemark … Nicht dass jemand sagen kann, hier im Norden wäre tote Hose.

MAX Nachttheater

Heute haben wir alle mal wieder die Chance auf halb nackte Männer in verschwitzten Klamotten, das ganze ordentlich durchgedreht und mit viel Spaß an der Sache.

Dabei sind diesmal der Europameister im Cruisergewicht, „The German Highlight“ Michael Knight, sein Gold zum ersten Mal seit seinem Titelgewinn in Deutschland gegen einen internationalen Herausforderer aufs Spiel setzen wird, aber auch die Tag Team Champions Toni „Tiger“ Harting und Michael Schenkenberg sowie die Underdogs von Maximum Wrestling, Fabius Titus und Lucas Robinsonauch der frischgebackene Maximum Champion Apu Singh.

Räucherei

Zum zweiten Mal in der Räucherei das “ „Best Of Cover“ Festival (BOC). Drei Bands sind dabei – RePolice, Glory Row und die SevenT´s. Zwischen Police und Melissa Etheridge wird alles dargeboten, was Rang und Namen hat – und wer Bock auf Abfeiern und Tanzen hat, der ist hier ganz gut aufgehoben.

Prinz Willy

Zur Freude aller Open Mic die erste für 2018, das wird ein Fest für alle Künstler und Zuhörer. Wenn ich nicht so zerschossen von der letzten Nacht wäre (danke Deutsche Bahn!), wäre das heute meine erste Anlaufstelle.

Dabei sind heute Nico Chavez,  die Sauna Cockblocker Boys, Jana,  Herr Winnie, Jo & Bendix und Malte von der Kieler Band Butler.

Schaubude

Brandy Row gibt uns Januar pur. Seine Songs sind ähnlich großartig, düster und hoffnungslos wie einst beispielsweise „You can’t put your arms around a memory“ von Johnny Thunders’ LP „So Alone“, wirken dabei aber gleichermaßen getrieben und voller Ideale wie die von Billy Bragg oder TV Smith. Auch eine große Verlockung für mich, da ich total auf Billy Bragg stehe.

Pogue Mahone

Hier spielt heute einer der Kieler Lokalmatadore, Brendan Lewes. Brendan bringt eine Mischung aus eigenen Songs und den Hits, die man immer wieder hören mag. Immer wenn ich Brendan denke, fällt mir der legendäre Abend auf der Kieler Woche 2015 ein, wo an der kielTV Bühne in strömendem Regen der Platz vor der Bühne auch nach der 10. Zugabe noch voller tanzender Menschen war.  Ich denke immer ein wenig, gut dass wir mit ihm unseren eigenen Ed Sheeran haben <3

Halle 400

Etwas völlig anderes für die Freunde von größeren Chören gibt es mit 50 VOICES! Gespielt wird Gospel, Pop und Soul, heute mit dem Schwerpunkt auf die 70er Jahre. Sicher auch sehr beeindruckend.

 

Landgasthof Ascheberg

Zu guter Letzt noch Herzlichen Glückwunsch an Mad Jazz Morales! Der hat sich zu seinem 50. Geburtstag einfallen lassen, dass die beste Party die ist, wo die Gäste Eintritt zahlen – er sammelt dabei im Rahmen eines Wohltätigkeitskonzertes. Musikalisch unterstützt wird er dabei von Frollein Motte, die seit dem letzten Jahr in dieser Formation immer größere Kreise ziehen. Ich hatte sie auch schon bei Nightlife Nightlive! zu Besuch, deutscher Herzpop mit starker Tendenz, Rosenstolz Nachfolge anzutreten, gefallen mir das Frollein und der Motte einfach gut.

 

Das wars denn aber für heute, bloss raus mit Euch! Bei diesem blöden grauen Wetter muss man doch irgendwo seine gute Laune her beziehen.

 

Wochenende 3/2018 und das Jahr rennt ….

Und *ZACK* schon wieder Wochenende. Das Jahr 2018 hat bisher mit so viel Schwung begonnen, dass ich jede Woche wieder erstaunt bin, wie schnell sie vergangen ist.

Das hindert mich allerdings nicht, mir um meine – und Eure – Wochenendplanung ein paar Gedanken zu machen, denn das Jahr soll ja mit tollen Erfahrungen und Erlebnissen gefüllt werden. Und kaum etwas eignet sich dazu besser als ein tolles Konzert – außer vielleicht gleich zwei oder drei davon.

Freitag, 19.01.

Heute Abend zieht es mich persönlich nach Hamburg. Dort spielt Colter Wall im Docks. Wer den Knaben schon mal gehört hat, weiß, dass er eine Stimme hat, die einem während der ersten drei Töne eine Gänsehaut verpasst, die nicht aufhört, bis er sich ausgesungen hat. Spontan geht da leider nichts mehr, das Konzert ist komplett ausverkauft.

Für die Daheim-Gebliebenen gibt es aber auch in Kiel und Umgebung so einiges zu hören.

Savoy Bordesholm

Meine Lieblingsmatrosen von Wolf Barsch spielen heute im Savoy in Bordesholm. Das wird auf jeden Fall eine klasse Party, denn die Seebären verpacken Shanties in modernen Rock und lassen Songs wie Tainted Love wie ein Seemannslied klingen. Immer wieder toll, ich hab sie schon oft gesehen und bin jedes Mal aufs Neue begeistert.

 

Prinz Willy

Wer Bock auf ruhig und sinnig hat, ist im Prinz Willy mit dem Gig von The black Elephant Band gut beraten- der eine oder andere Song hat deutlich irische Einschläge und macht Spaß. Irgendwo zwischen Bluespunk und anti-angryfolk klassifiziert, hört sich die Band mit dem Nürnberger Sänger Jan Bratenstein genau so an, dass es Spaß macht, die ersten Biere des Wochenendes zu verhaften.

 

Schaubude

In der Schaubude wird es heute mit Indie-Rock-Pop-Folk nicht ganz so laut wie am letzten WE, aber Loveboat Explosion wird euch auch so einheizen. Dazu Magnifused, die erh funkig-soulig unterwegs sind, so dass man auch mit der zweiten Band eher beschwingt ins Wochenende gleitet als mit lautem Donnerhall.

Das ist auch der Gig, der mich hin Kiel heute am meisten gereizt hätte, da der Sound von Jamiroquai und Prince mir schon viel Vergnügen bereitet.

Hansa 48

Gemütlich hat man es heute im Hansa 48 bei 3The Dogs. Da wäre ich doch sehr gespannt, wie man Songs bekannter Künstler so spielt, dass man dabei keine Coverband ist. Motivator für mich wäre hier die Instrumentierung das Spannendste an der Geschichte, ich liebe Mandoline und Geige, dazu noch Ukulele und Akkordeon, das macht bestimmt Spaß.

Alte Meierei

Und wer es den laut möchte heute Abend, in der Alten Meierei wird es mit Black und Sludge wohl genug davon geben. Dabei sind Celeste, No Sun Rises und Opaque.

 

Mehr dann morgen, ich muss vor dem Wochenennde nun noch mal eine Runde Vollgas geben. Drückt mir die Daumen, dass der Zug nach Hamburg nachher fährt!

2018 – mal wieder Plan vs. Leben ;)

In den letzten Jahren habe ich Euch zum Jahresanfang eigentlich immer mit einem Posting off topic zum Thema Jahresrückblick und Pläne fürs Neue Jahr bombardiert, kaum dass das Jahr begonnen hatte..

Diesmal ist das „Neue Jahr“ zwar schon 14 Tage alt, aber gut Ding will manchmal ja Weile haben. Ich hoffe, Ihr habt die Zeit bis hierher, wie sonst auch, wenn es mal wieder länger dauert, mit einem Kitkat überbrückt und seid jetzt dafür um so aufnahmebereiter.

 

Look back

Erst einmal einen kleinen Blick rückwärts ins letzte Jahr. Bis Mitte des Jahres ziemlich stressig durch Umzieherei, Urlaub, das eine oder andere Konzert, Familie, kielTV und Job, wurden wir das erste Mal bereits auf dem Rückweg vom Hellfest durch unsere Autopanne kurz (also eine Woche) ausgebremst. Das war zwar ärgerlich, hat aber letztlich nur Geld und Nerven gekostet.

So manches Mal habe ich mich in diesem Jahr wie rechts im Bild gefühlt …

        

Die zwei Jahreshälfte hatte dann familiär deutlich Schlimmeres im Gepäck, und auch wenn wir inzwischen wieder nach vorn sehen, steckt uns das Erlebte doch noch etwas in den Knochen. Was habe ich draus gelernt?

  • Sei aufmerksam gegenüber deinen Liebsten und lass Dich nicht abwimmeln, wenn Du das Gefühl hast, da stimmt was nicht
  • Sortiere Dinge (und manchmal auch Menschen …) aus, über die Du Dich permanent ärgerst oder die Dir nur Energie rauben, aber keine zurück geben.
  • Kein Plan ist so wichtig, dass er nicht über den Haufen geworfen werden könnte, wenn Dich jemand wirklich braucht.

 

Und nun  mal nach vorn …

Für dieses Jahr habe ich  mir so einiges vorgenommen und mich dafür auch von einigem „Ballast“ befreit.

Musikalisch

Mein Baby schneckenschubsen war ja im letzten Jahr deutlich ins Hintertreffen geraten. Um hier wieder viel aktiver werden zu können, habe ich aufgehört, Nightlive zu organisieren und moderieren. Auch wenn es toll ist, Musikern eine Plattform bieten zu können, in der sie sich präsentieren können, bin ich selbst viel glücklicher damit, vor brüllenden Boxen zu stehen und jeden Tropfen Musik in mich aufzusaugen. Dann  hinterher die Atmosphäre zu schildern und verbale Bilder für Euch zu malen, damit auch Ihr einen Eindruck bekommt, das ist so ganz und gar meins.

Also liegt es klar auf der Hand, ich schreibe wieder mehr und geh auf die lokalen Konzerte, fotografiere und tu damit dann genau das, was mir wirklich super viel Spaß bringt. Lokale Perlen zu entdecken, und vielleicht den einen oder anderen Menschen mehr für die kleinen Konzerte zu begeistern, das ist einfach klasse. Hier gleich mal etwas Werbung für das Bunker Bash Anfang Februar.

Dabei geht es mir im Gegensatz zu früher aber nicht mehr darum, Zahlen zu erreichen – früher habe ich häufig geschaut, welche Reichweite ein Artikel hatte, wie viel Likes und wie viele Fans meine Facebook-Fanpage. Aber mal ehrlich – ist das wichtig? Nicht wirklich, stattdessen kommt es doch drauf an, ob die Leute, denen der Artikel angezeigt wird, ihn auch tatsächlich lesen und dadurch Bock kriegen, selbst unterwegs zu gehen und sich und die Musik zu feiern.

Das sind also schon mal drei Dinge.

  • Schreiben
  • fotografieren
  • Begeisterung entzünden

 

Geist und Körper

Auch an der Ecke gibt es das eine oder andere zu tun. Mal mehr auf den Körper zu hören, wenn der irgendwelche Zipperlein entwickelt und diese auch als berechtigt wahrnehmen. Immer einen Tick über die Grenzen gehen ist vielleicht nicht immer der beste Weg, um langfristig klarzukommen. Zumindest wenn man wie ich 107 werden will und dabei bis zuletzt jedes Jahr mindestens 6 Festivals mitnehmen will.

 

Aber das alleine ist es natürlich nicht. Auch mal dem Kopf die Gelegenheit geben, das eine oder andere zu verarbeiten und nicht immer wie im Hamsterrad voran zu machen. Selbst wenn ich vielleicht damit etwas sausen lassen muss, das ich mir eigentlich vorgenommen hatte.

Mein Lieblingsbild 2018 möchte ich Euch nicht vorenthalten – gemacht auf dem Hellfest, als wir alle einen fetten Sonnenbrand hatten, gegen den nur Quarkpackungen halfen.

Achtsam mit meinen Lieben umgehen (aber Achtung, mich selbst und meine Bedürfnisse nicht dabei vergessen). Nur wenn es mir gut geht, kann ich gegenüber anderen Menschen auch aufmerksam genug sein, weil sonst meine Antennen „verstopft“ sind.

Nicht mehr so viel Geld für total unwichtigen Scheiß ausgeben, den kein Mensch wirklich braucht. Also – und das ist vielleicht eines der spannendsten Vorhaben dieses Jahr – will ich versuchen weder für Dekokram noch für Klamotten und Schuhe in diesem Jahr Geld auszugeben. Und hey, wir haben schon den 14.01. und bis jetzt ist es mir gelungen. Dazu mache ich aber noch mal eine gesonderte Rubrik hier im Blog auf, in der ich über mein Konsumverhalten und Änderungen daran schreiben möchte.

Und sonst so

Natürlich viele Konzerte und Festivals. Dies Jahr ist ein längerer Urlaub in Kombination mit dem geilsten Festival ever, dem Hellfest, geplant. Drückt mal die Daumen, dass unser Auto diesmal nicht wieder unseren Frankreich-Aufenthalt unfreiwillig verlängert *lach* Und wenn doch, dann wenigstens nicht unbedingt am Arsch der Heide in Petit Foret …

Das soll es für heute erst mal sein, ich habe durch das, was Leben eben so tut während man Pläne macht, doch deutlich weniger Zeit als gedacht …

Euch einen tollen Start in die Woche!

 

 

Von Glasbläsern und Wintermusikern

Neue Woche, neues Glück. Natürlich gibt es auch diese Woche wieder einiges an Musik, mit der ihr Euch das Wochenende versüßen könnt.

Von abgefahren bis Singer Songwriter, von Punk bis Black Metal ist alles dabei. Nicht ganz so prall wie in der letzten Woche, sollte aber jeder fündig werden und zumindest einmal am Wochenende die Nase vor die Tür und die Ohren voll Musik zu nehmen.

Freitag, 12.01.

Savoy

Heute geht es gleich ein wenig schräg los. Das Savoy Bordesholm lässt GlasBlasSing auf die Bühne.

Die vier Berliner Mugger upcyclen Flaschen und versprechen mit ihrem Flaschmob spannende Klangerlebnisse. Macht mich total neugierig, denn es sollen eine Flaschengitarre, Yylophon, Orgel und Toms aus upgecycleten Flaschen am Start sein.

Medusa

Im Medusa ist ab 19 Uhr Jam Session. Meine einzige Erfahrung mit der Session dort war recht abgefahren, ein Bassist und diverse Trommel-Jünger zu seinen Füßen, aber ich habe danach auch schon von einige Musikern gehört, dass sie dort viel Spass hatten. (Liegt vielleicht an der dauergrünen Luft dort ;))

Schaubude

Die Ohren durchgespült werden wie meist in der Schaubude. Hardore und Punk mit Makina und Vandalism.

Erstere kommen aus Kiel und Instanbul und hauen uns türkischsprachigen Punkrock mit Istanbuler Schmerz mixed mit dem rauen Sound der Förde um die Ohren. Die Texte aktuell auf die politische Lage fokussiert, strecken seit den Protesten im Gezipark den Politikern ihre verbalen Mittelfinger gegen Intoleranz und Demagogie mitten ins Gesicht.

Irgendwo zwischen Propagandhi und Raised Fist fühlen Vandalism sich beheimatet. Hardcore-Punk, der ordentlich nach vorne geht.

Prinz Willy

Ein deutlich ruhigeres Alternativprogramm bietet das Prinz Willy. Christian Falk ist mit seiner dritten EP „Mauern“ unterwegs. Kurz zusammengefasst, ein Mix aus Rock und deutschsprachigem Singer-Songwriter. Mit ein wenig Weltschmerz, Utopie um Freiheit kreisend, erzählt er untermalt von Cello und Schlagzeug aus seinem Leben.

Leuchtturm Bülk

Eine etwas seltener bespielte Location, die Gaststätte am Leuchtturm Bülk biete heute Robert Carl Blank eine Bühne. Mehr oder minder eingängiger Pop, professionell von einem Musiker, der seit Jahren durch die Lande zieht um seinem Traum zu folgen, präsentiert. Für diejenigen unter Euch, die einen einfach entspannten Abend in nettem Ambiente verbringen wollen.

Studio Filmtheater

Vermutlich gehe ich bei dem Angebot heute Abend endlich mal ins Kino, um den letzten Star Wars Film zu sehen und mir schon mal eine Karte für den Anne Clark Film am 25.01. im Studio zu sichern.

 

 

Samstag, 13.01.

Prinz Willy

Im Prinz Willy spielt Ben Lorenzen, eine Mischung aus gebürtigem Norweger und in den USA Amerikaner,Er liefert passend zur Jahreszeit „Wintermusik“, sehr dunkel und immer einen Hauch sentimental bis depressiv.

Seine stärksten Impulse hat er von Künstlern wie Nick Cave, Bob Dylan, Johnny Cash und Chris Cornell erhalten, das klingt auch deutlich durch. Sehr vielversprechend in meinen Augen – meine Ohren werden es mir morgen sagen, ich glaube, da muss ich als erklärter Cash und Cave Fan unbedingt hin.

.In seine neueste Scheibe, “Pains & Pleasures of Intimancy”, habe ich schon mal reingehört und mit Kopfhörern in den Ohren gibt sie spontane Gänsehaut.

Räucherei

Es sei denn, ich lande in der Räucherei, wo sich der Lord die Ehre gibt. Welcher? Na der mit den Fingern von Finger von Jimi Hendrix, den Eiern von Lemmy Kilmister und den Hüften eines jungen James Brown!

Lord Bishop Rocks kombinieren Funk, Rock, Blues, Punk und einen Hauch von Reggae zu einem emotionsgeladenen Mix der tief getränkt in schwarzen Voodoo alle verhext.

Schnorrys Taverne

Locationmässig ein Exot, bietet auch Schnoorys Taverne Livemugge mit den Paranotes (Green Day Cover) von 20 – 22 Uhr

Alte Meierei

Und wer Bock auf wehende Haare und durchgespülte Ohren hat am Samstag, da ist die Alte Meierei die passende Adresse, Telos und Demersal spielen dort black metal

Und sonst so?

Habt Spaß mit der einen oder anderen Veranstaltung und ruht Euch dann am Sonntag aus, netflixen und couchen sind ja auch nicht zu verachten. Oder ihr lest mal in meinen älteren Blogartikeln bei den CD Reviews …

 

 

Gesang wie im Märchen – Prinz inklusive

Es war einmal eine Sabine, die ging zu einer Veranstaltung der etwas anderen Art. Weder hart noch Rock noch Singer-Songwriter. Klingt erst mal wie ein Märchen, klar. Ist aber Realität …

Märchenhaft

19 Uhr, Ostseehalle bzw. neudeutsch Sparkassenarena. Suzie und ich saßen gespannt in der 4. Reihe Parkett mit bester Sicht auf die Bühne. Und pünktlich erschien dann auch der Märchenprinz, pardon, inzwischen schon seit Jahrzehnten König Pavel Trávníček aus den „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“

Und zwar der echte, mit einem mittelschweren, sehr sympathischen tschechischen Akzent, der leicht an Karel Gott erinnerte und spontan die Herzen vieler anwesender Damen so schmelzen ließ, dass sie spontan in Applaus ausbrachen.

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

Keine Frage, ich war bei der Live-Aufführung von „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ zu Gast. Jedes Jahr vor Weihnachten ist dieser Film natürlich Kult, aber diese Live-Aufführung war doch noch mal eine ganz andere, wundervoll umgesetzte Darstellung der klassischen Geschichte um das Mädchen mit der bösen Stiefmutter und den verlorenen Schuh.

Sehr schön umgesetzt mit modernster Technik, war das Bühnenbild wirklich großartig. Ob im Innenhof eines Gutes, dem Palast oder mitten im Schneetreiben, waren es tolle Bilder, in denen sich die Schauspieler/innen bewegten und die nur mit dem einen oder anderen Möbelstück zu vollem Leben erweckt wurden.

Die Besetzung war ebenfalls ihr Geld total wert, auch wenn der Kartenpreis mit über 50 Euro doch echt stolz ist. Betrachtet man aber die aufwändige Technik und die Fähigkeiten der Schauspieler, so bleibt er letztlich gerechtfertigt. Für die Auswahl der Akteure hier ein explizites Lob, die Besetzung der einzelnen Rollen passte wie die Faust aufs Auge.

Aschenputtel und der Prinz sahen aus wie direkt dem Märchen entsprungen, genau das gleiche trifft auch auf die Stiefschwester und die böse Stiefmutter zu, die beide völlig in ihren Rollen aufgingen.

Es waren sogar zwei echte Kutschpferde und ein schneeweißes Reitpferd dabei, um das Erlebnis der Geschichte so plastisch wie möglich zu gestalten.

Sahnehäubchen

Das Sahnehäubchen auf dem Ganzen war dann noch die musikalische Untermalung an den wichtigen Punkten des Stücks. Eine Sängerin, deren Namen ich leider beim besten Willen nicht herausfinden konnte, liefert auf den Punkt getroffene Pop-Balladen, die die jeweils für Aschenbrödel entscheidenden Momente untermalt und ihr Innenleben für alle greifbar macht.

Der Prinz daheim …

Susi und ich sind jedenfalls nach einem richtig märchenhaften Abend selig nach Hause gegangen, wo dann ja der eine oder andere Prinz bereits auf uns wartete <3

Und wenn sie nicht gestorben sind …

, Ene