Kategorie-Archiv: Herz und Hirn

2018 – mal wieder Plan vs. Leben ;)

In den letzten Jahren habe ich Euch zum Jahresanfang eigentlich immer mit einem Posting off topic zum Thema Jahresrückblick und Pläne fürs Neue Jahr bombardiert, kaum dass das Jahr begonnen hatte..

Diesmal ist das „Neue Jahr“ zwar schon 14 Tage alt, aber gut Ding will manchmal ja Weile haben. Ich hoffe, Ihr habt die Zeit bis hierher, wie sonst auch, wenn es mal wieder länger dauert, mit einem Kitkat überbrückt und seid jetzt dafür um so aufnahmebereiter.

 

Look back

Erst einmal einen kleinen Blick rückwärts ins letzte Jahr. Bis Mitte des Jahres ziemlich stressig durch Umzieherei, Urlaub, das eine oder andere Konzert, Familie, kielTV und Job, wurden wir das erste Mal bereits auf dem Rückweg vom Hellfest durch unsere Autopanne kurz (also eine Woche) ausgebremst. Das war zwar ärgerlich, hat aber letztlich nur Geld und Nerven gekostet.

So manches Mal habe ich mich in diesem Jahr wie rechts im Bild gefühlt …

        

Die zwei Jahreshälfte hatte dann familiär deutlich Schlimmeres im Gepäck, und auch wenn wir inzwischen wieder nach vorn sehen, steckt uns das Erlebte doch noch etwas in den Knochen. Was habe ich draus gelernt?

  • Sei aufmerksam gegenüber deinen Liebsten und lass Dich nicht abwimmeln, wenn Du das Gefühl hast, da stimmt was nicht
  • Sortiere Dinge (und manchmal auch Menschen …) aus, über die Du Dich permanent ärgerst oder die Dir nur Energie rauben, aber keine zurück geben.
  • Kein Plan ist so wichtig, dass er nicht über den Haufen geworfen werden könnte, wenn Dich jemand wirklich braucht.

 

Und nun  mal nach vorn …

Für dieses Jahr habe ich  mir so einiges vorgenommen und mich dafür auch von einigem „Ballast“ befreit.

Musikalisch

Mein Baby schneckenschubsen war ja im letzten Jahr deutlich ins Hintertreffen geraten. Um hier wieder viel aktiver werden zu können, habe ich aufgehört, Nightlive zu organisieren und moderieren. Auch wenn es toll ist, Musikern eine Plattform bieten zu können, in der sie sich präsentieren können, bin ich selbst viel glücklicher damit, vor brüllenden Boxen zu stehen und jeden Tropfen Musik in mich aufzusaugen. Dann  hinterher die Atmosphäre zu schildern und verbale Bilder für Euch zu malen, damit auch Ihr einen Eindruck bekommt, das ist so ganz und gar meins.

Also liegt es klar auf der Hand, ich schreibe wieder mehr und geh auf die lokalen Konzerte, fotografiere und tu damit dann genau das, was mir wirklich super viel Spaß bringt. Lokale Perlen zu entdecken, und vielleicht den einen oder anderen Menschen mehr für die kleinen Konzerte zu begeistern, das ist einfach klasse. Hier gleich mal etwas Werbung für das Bunker Bash Anfang Februar.

Dabei geht es mir im Gegensatz zu früher aber nicht mehr darum, Zahlen zu erreichen – früher habe ich häufig geschaut, welche Reichweite ein Artikel hatte, wie viel Likes und wie viele Fans meine Facebook-Fanpage. Aber mal ehrlich – ist das wichtig? Nicht wirklich, stattdessen kommt es doch drauf an, ob die Leute, denen der Artikel angezeigt wird, ihn auch tatsächlich lesen und dadurch Bock kriegen, selbst unterwegs zu gehen und sich und die Musik zu feiern.

Das sind also schon mal drei Dinge.

  • Schreiben
  • fotografieren
  • Begeisterung entzünden

 

Geist und Körper

Auch an der Ecke gibt es das eine oder andere zu tun. Mal mehr auf den Körper zu hören, wenn der irgendwelche Zipperlein entwickelt und diese auch als berechtigt wahrnehmen. Immer einen Tick über die Grenzen gehen ist vielleicht nicht immer der beste Weg, um langfristig klarzukommen. Zumindest wenn man wie ich 107 werden will und dabei bis zuletzt jedes Jahr mindestens 6 Festivals mitnehmen will.

 

Aber das alleine ist es natürlich nicht. Auch mal dem Kopf die Gelegenheit geben, das eine oder andere zu verarbeiten und nicht immer wie im Hamsterrad voran zu machen. Selbst wenn ich vielleicht damit etwas sausen lassen muss, das ich mir eigentlich vorgenommen hatte.

Mein Lieblingsbild 2018 möchte ich Euch nicht vorenthalten – gemacht auf dem Hellfest, als wir alle einen fetten Sonnenbrand hatten, gegen den nur Quarkpackungen halfen.

Achtsam mit meinen Lieben umgehen (aber Achtung, mich selbst und meine Bedürfnisse nicht dabei vergessen). Nur wenn es mir gut geht, kann ich gegenüber anderen Menschen auch aufmerksam genug sein, weil sonst meine Antennen „verstopft“ sind.

Nicht mehr so viel Geld für total unwichtigen Scheiß ausgeben, den kein Mensch wirklich braucht. Also – und das ist vielleicht eines der spannendsten Vorhaben dieses Jahr – will ich versuchen weder für Dekokram noch für Klamotten und Schuhe in diesem Jahr Geld auszugeben. Und hey, wir haben schon den 14.01. und bis jetzt ist es mir gelungen. Dazu mache ich aber noch mal eine gesonderte Rubrik hier im Blog auf, in der ich über mein Konsumverhalten und Änderungen daran schreiben möchte.

Und sonst so

Natürlich viele Konzerte und Festivals. Dies Jahr ist ein längerer Urlaub in Kombination mit dem geilsten Festival ever, dem Hellfest, geplant. Drückt mal die Daumen, dass unser Auto diesmal nicht wieder unseren Frankreich-Aufenthalt unfreiwillig verlängert *lach* Und wenn doch, dann wenigstens nicht unbedingt am Arsch der Heide in Petit Foret …

Das soll es für heute erst mal sein, ich habe durch das, was Leben eben so tut während man Pläne macht, doch deutlich weniger Zeit als gedacht …

Euch einen tollen Start in die Woche!

 

 

Einzug des Glücks-Faultiers

Sicher wird der eine oder andere im letzten halben Jahr festgestellt haben, dass es hier auf schneckenschubsen doch deutlich ruhiger zugeht als früher.

Das hat rein gar nichts damit zu tun, dass mir Musik weniger am Herzen liegen würde als früher. Aber schon damit, dass ich seit geraumer Zeit versuche, nicht mehr so sehr über meine Kräfte zu leben, wie ich dies früher immer getan habe. Immer bis ans Limit und noch ein Stückchen drüber hinaus. Die Zeiten, in der ich mir beweisen musste, dass ich möglichst gestern noch alles kann und alles schaffe – die sind aktuell vorbei.

Bei mir hat sich inzwischen das Gefühl eingestellt, auch mal Ruhe und das Leben an sich genießen zu können und nicht immer noch einer drauf setzen zu müssen. So sehr ich gerade Live-Musik liebe, so wenig muss ich inzwischen jede Veranstaltung mitnehmen, weil sie ja vielleicht eine noch nicht gesehene und gehörte Perle beinhalten könnte.

Und – ganz ehrlich – es ist auch cool, nicht mehr das Gefühl zu haben, ständig etwas zu verpassen – und einfach nur zu sein. Mal ein paar Takte auf dem Bass oder der Gitarre zu klimpern und einfach nur faul zu sein. Faul – für mich eine bislang völlig unterschätzte Erfahrung – diese ruhige Selbst-Zufriedenheit ohne jedes schlechte Gewissen die Seele baumeln zu lassen.

Und hey, das tu ich nun einfach mal … nennt man wohl Glück. Und das habe ich, mit meinem Job, meinen Freunden, meiner Familie – und auch mit mir <3

Warum?

Das kann ich selbst gar nicht so genau an einem einzelnen Ereignis fest machen, es ist eher die Summe mehrerer Dinge, wie z.B. die Geburt der kleinen Elli, das mit der Zeit immer besser werdende Zusammenleben mit meinem Liebsten und das Gefühl, doch so einiges in Bewegung gesetzt zu haben in der Kieler Musikszene in den letzten Jahren.

Zukunft?

Trotzdem wird es natürlich auch zukünftig Artikel zu Musikevents geben, CD Reviews etc – nur die Taktzahl bleibt wohl eher so wie momentan. Denn auch jetzt passiert in meinem Leben natürlich nicht nix – ein guter Teil meiner Zeit geht in die Organisation der monatlichen TV-Musiksendung „Nightlife Nightlive“, für die ich die Sendeorganisation, das Booking und die Moderation mache (hey, hier können wir übrigens jederzeit Unterstützung brauchen!). Dann habe ich noch andere Hobbys für mich entdeckt, Camping mit unserem selbst ausgebauten Bus, Lettering – und mein aktueller Lieblingszeitvertreib – mit Klein-Elli auf dem Fussboden rumkabbeln und spielen.

Bis demnächst in diesem Theater – oder vor einer der Bühnen unserer schönen Stadt 🙂

Die Viele-Bißchen Party oder wie ich lernte übers Chaos zu fliegen

Heute einmal mehr off-topic , also keine Musik in diesem Beitrag. Dafür aber die Ansage, dass zukünftig mindestens zwei Artikel pro Woche mit musikalischem Inhalt kommen, wenn nix Gravierendes wie Urlaub oder so eine Seuche wie im letzten Winter über mich hereinbricht.

Wie viel wenig wird zu viel?

2017 hat begonnen und damit auch mit heutigem Tage. ein neues Arbeitsjahr. Daher resümierten Stefan und ich gestern Abend unseren Urlaub und den Grad unserer Erholung – mit dem Fazit „Wir  haben wir ja im Urlaub rein gar nichts gemacht und uns total gut erholt“.

Dann die Überlegung, was ist denn eigentlich überhaupt im Urlaub gewesen, abschließend die Feststellung, dass wir doch an jedem einzelnen Tag im Urlaub irgendwie unterwegs waren und TROTZDEM das Gefühl hatten, null Stress gehabt zu haben.

Wobei wir dann bei der alles bewegenden Frage waren, wie viel wenig wird dann irgendwann zu viel und damit zur Belastung – oder wie viele bißchen sind dann viel/zu viel. 

Dazu habe ich mir dann noch mal weiter gehende Gedanken gemacht – auch weil der eine oder andere mich immer wieder fragt, wie ich das nur mache, so viele Dinge unter einen Hut zu bekommen und trotzdem immer gut gelaunt (stimmt ja gar nicht :-P) zu sein.

 

Wann wird viel zu tun zu Stress?

Warum sind manche Menschen schon gestresst davon, wenn sie nur einmal in der Woche für zwei Stunden nach Feierabend zu einem Volkshochschulkurs oder zum Sport gehen, während andere jeden Abend noch nach dem Job noch munter unterwegs sind oder in mehr oder minder privatem Umfeld Gedankenakrobatik erledigen können.

Vieles davon hängt sicher mit innerer Einstellung zusammen – Tu Dinge, die Dir Spaß bringen und Du wirst sie nicht als Belastung empfinden. Überlastung auf diese Formel zu reduzieren, wäre aber dann doch deutlich zu einfach.

 

Konkrete Tipps für entspanntes Dasein

EINS

Sich seine Zeit in Häppchen zu bestimmten Themen aufzuteilen und auch Regenerationspausen einzuplanen, das hilft. Zwischendurch mal ein paar Minuten die Seele baumeln zu lassen, gibt Kraft für den nächsten Task.

ZWEI

Dinge zu tun, die eben getan werden MÜSSEN und denen, die man WILL, bringt Abwechslung und hält die Laune längerfristig oben. Denn selbst die netteste Beschäftigung nervt irgendwann, wenn sie am Stück zu lange dauert – und das Gefühl von Vergnügen sinkt.

DREI

Noch mal zur Zeiteinteilung: Ohne Disziplin dabei kommt man nicht aus. Wenn Du bestimmte Phasen geplant hast, halte sie auch ein und wirf nicht immer wieder alles über den Haufen, weil eine Sache zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Besser ist es, zum richtigen Zeitpunkt plus minus 5 Minuten zu schließen und dann zu einem späteren Zeitpunkt den Faden wieder aufzunehmen. Allein schon um das Gefühl zu haben, dass nicht alles aus dem Ruder läuft.  Positiver Nebeneffekt ist, dass Dein Wissen um gute Zeitplanung mit jedem Abbruch steigt.

VIER

Perfektionismus ist gut und schön – aber vielleicht hat schon mal jemand von Euch etwas über das Pareto-Prinzip gehört. Für 80 Prozent der Erledigung von Aufgaben brauchst Du in der Regel nur 20 Prozent Deiner Zeit, den deutlich höheren Zeitanteil verbrauchst Du für den „letzten Schliff“.  Wenn Du Deine Ansprüche etwas herunterschraubst, hast Du also unheimlich viele Zeitreserven freigelegt.

FÜNF

Werde nicht hektisch, wenn Dich die Zeit drückt, dann machst Du nämlich mehr falsch als wenn Du in Ruhe weiterarbeitest. Nur noch mal schnell zwei Teller spülen  und abtrocknen, bevor Du los musst? Stell Dich drauf ein, dass einer von beiden beim Abtrocknen runterfällt – also lass sie doch beide lieber an der Luft trocknen.

 

 

 

Egalia war gestern

Heute mal völlig off topic – das Verhalten unserer Politiker jeglicher Coleur sowie die Presseerstattung der Medien in den letzten 24 Stunden haben mich aus einer langen Lethargie gerissen – Egalia war gestern.

Damals wars …

Früher habe ich einige Jahre Politik auf Landes- und Kreisebene gemacht, meine politischen Ansichten deutlich verfochten und kein politisches Gefecht ausgelassen.

Dann gab meine persönliche Situation es jedoch nicht mehr her, mal Landesmutter von Schleswig-Holstein zu werden (alleinerziehend mit Vollzeitjob und drei Kindern am Rande der Pubertät). Kein Witz, das war ein ernsthaftes Ansinnen. Aber mir ging auch das Geklüngele und die Stammtischmentalität bei jeder Art von Entscheidungsfindung tierisch auf den Sack. Mit dieser Entscheidung war ich eigentlich auch einige Jahre ganz zufrieden, denn das, was sich in der Politik in den Jahren so abspielte, war nicht gut. Barg aber auch längere Zeit keine großen Unwägbarkeiten in sich. Die großen Parteien waren schwerfällig wie eh und je, lieferten sich meistenteils Scheingefechte. Aber im Großen und Ganzen war alles ein langer ruhiger Fluss, der die Wirtschaft beförderte und der Bevölkerung das Gefühl gab, sich nicht großartig hineinhängen zu müssen. Denn wir mit unserer Deutschen Gründlichkeit als Volk von Seefahrern würden schon nicht untergehen.

Mit meinem formalen Abschied von der Spielwiese der Kommunal- und Landespolitik bin ich natürlich nicht schlagartig zum unpolitischen Menschen mutiert, aber habe meine politischen Ansichten doch eine lange Zeit eher als Privatsache betrachtet und es mir auf meiner Insel Egalia echt bequem gemacht.

Nur dann und wann, wenn ich mal gar nicht mehr mit bestimmten Themen zufrieden geben konnte, habe ich diskutiert, mit Freunden gestritten oder auch mal auf Facebook die eine oder andere Äußerung fallen gelassen. Ohne jedoch letztlich etwas AKTIV zu tun.

Was für ein mieses Bauchgefühl

Damit fühle ich mich gerade heute wieder einmal besonders schlecht. Geht das eigentlich nur mir so oder beschleicht Euch auch zunehmend das Gefühl, aktiv werden zu müssen, da die politischen Gremien so wie sie sind die Probleme unseres Staates nicht ausreichend in den Griff bekommen. Der Begriff „politische Entscheidung“ hat ja im allgemeinen Sprachgebrauch immer mehr den faden Beigeschmack eines faulen Kompromisses.

Und die werden offensichtlich gebraucht, um in diesem Land überhaupt ein Mindestmaß an Handlungsfähigkeit zu erhalten. Dummerweise spielt genau dies Verhalten, sich nicht unbequemer Weise mal gerade zu machen, dem allgemeinen Politikfrust und Extremem in die Hände. Und nicht nur dem sondern auch den Populisten der einzigen „Parteien“ mit Meinung – und die sind leider extrem – in die Hände.

Wenn ich mir diesen Mist ansehe, der z.B. auf Facebook durch meine Timeline läuft und teilweise sogar aktiv beworben wird, dann bekomme ich regelmäßig einen Brechreiz. Mehr noch als bei den Rückgratlosen aus SPD und CDU, die ihr Fähnchen in den Wind hängen und mit auf das eine oder andere Pferd aufspringen. Unabhängig davon, ob es die Zustimmung zu TTIP oder doch eher Äußerungen am Rande von rechts sind.

 

Fragen über Fragen

Bloß – wie kommen wir aus der Misere und wie wird aus dem Volk der Egalis und Rechten wieder eine deutlich spürbare Menge aufrechter Menschen im Außen? Mir fällt es schwer zu entscheiden, ob es besser wäre, sich jetzt einer der „Volksparteien“ anzuschließen und das Feld von innen aufzuräumen oder ob man sich außerhalb der eingefahrenen Strukturen unbequem bemerkbar machen muss. Wie geht Euch das damit, seid ihr auch so unentschieden, was ihr tun sollt, habt ihr bereits resigniert oder fühlt ihr auch eine innere Unruhe in Euch, endlich etwas tun zu müssen? Und wenn ja – auf welche Art und Weise?

Fest steht für mich bisher nur, mir reicht es jetzt und die Zeit, wo ich nach außen hin einen mehr oder minder Egali gegeben habe, die müssen jetzt vorbei sein!

Weihnachten kommt eben nicht überraschend

Dieser Artikel ist mal völlig off topic und hat rein gar nichts mit Musik zu tun, sondern mit Weihnachten und was daraus geworden ist, also alle reinen Musik-Fans können jetzt schon aufhören zu lesen.

Alle anderen, die irgendwie an diesem ganzen Weihnachtsspiel teilnehmen bzw. müssen, dürfen aber gern weiter lesen. Also eigentlich fast jeder – nur die Moslems unter uns sind schon mal fein raus.

Vorab erst einmal ein paar Dinge, wie ich selbst bisher Weihnachten immer empfunden habe. Ich bin ein totaler Weihnachtsfan gewesen. Sich in der dunklen Jahreszeit alles durch hier und da ein wenig Chichi, also Dekozeugs mit ordentlich Glitzer schön zu machen, mehr Kerzen als sonst anzuzünden und sich Gedanken um die Bedürfnisse und Wünsche meiner Lieben zu machen, das finde ich toll. Zumindest bis zu einem gewissen Punkt.

Zu viel Tamtam ist irgendwann auch nicht mehr schön – und sich den Kopf für alle anderen mit zu zerbrechen ebenso wenig.

Und da kommen wir dann auch schon zu dem Kern der DInge, der aber nicht nur für mich gilt, sondern der glaube ich das Kernproblem für alle Leute ist, denen Weihnachten eigentlich nur noch gehörig auf den Sack geht. Dass es eben keine Freude ist, sich die Zeit zu nehmen, sich Gedanken um Geschenke zu machen, sondern nur eine Verpflichtung.

Ich schenke gern. Und klar, ich bekomme auch gern Geschenke. Ihr sicher auch. Die meisten von Euch haben sicher so gar keinen Bock darauf, Gutscheine zu verschenken, geschweige denn, sie geschenkt zu bekommen. Der Laden, für den sie sind, ist sicher nicht der richtige. Ist die Summe angemessen? Und überhaupt, wenn man sich gegenseitig Gutscheine schenkt, weil man nichts Konkretes weiß, dann kann man es doch gleich lassen.

Und zwei Tage vor Weihnachten loszulaufen, um alle Geschenke, die man nicht auf andere beim Einkauf delegieren konnte, zu kaufen bzw. erst mal irgend etwas zu suchen, was man denn schenken könnte, das ist ebenfalls Quatsch. Und in meinen Augen auch irgendwie respektlos. Sich vorher nicht mal die Zeit zu nehmen sondern erst kurz vor knapp und dann noch reichlich über den Stress dabei zu stöhnen, das geht mir sowas von auf die Nerven. Und ich möchte es auch einfach nicht mehr hören. Genau so wenig wie die Fragen kurz vor dem W-Day, was man denn X oder Y schenken soll.

Das hat einfach nichts mehr mehr mit dem wahren Gedanken von Weihnachten zu tun. Liebe, Zeit für einander, Fürsorge. Da macht es – zumindest mir – nichts, wenn da eben keine 127 Geschenke unter dem Baum liegen sondern nur eins, das rechtzeitig gekauft und liebevoll ausgewählt ist.

Wie geht es Euch denn damit? Seid Ihr mit Euch, potenziellen Geschenken und dem nahenden Fest im Reinen ? Ich bin für dieses Jahr gedanklich durch, Vorfreude komplett im Eimer und könnte jetzt schon den Baum wieder abschmücken und vor die Tür stellen.

 

Bitchfight – Imaginäre Glatzen vs. Menschsein …

Meine kreative Pause vom Bloggen ist jetzt dann auch mal vorbei, der Urlaub ist um und ich habe mich wieder einigermaßen im Alltag eingefunden. Doch bevor ich wieder zur Tagesordnung übergehe und mich wieder auf mein Lieblingsthema Musik stürze, muss ich noch mal etwas anderes los werden.

Mich regt es auf, dass …

Wer auch auf Facebook mit mir als Person befreundet ist, der hat sicher in letzter Zeit mitbekommen, wie sehr mich das Verhalten der vielen bekennenden Sozialschmarotzer mit Angst davor, dass die Asylanten – korrekt übrigens Asylbewerber oder Flüchtlinge solange ihr Status vom Bundesamt für Migration und Flüchtlingen nicht anerkannt wurde – ihnen die letzten, bereits die nicht mehr vorhandenen Haare von der imaginären Glatze fressen. Ja, dieser Absatz SOLL provozieren.

 He Leute, habt ihr Euch eigentlich mal klar gemacht, dass von diesen Menschen keiner wirklich aus Vergnügen hier ist?

Und dass es sicher das falsche Signal ist, für jemanden, der aus einem Staat wie Syrien geflüchtet ist, hier bestenfalls noch mit Steinen beworfen zu werden?

Danke, Schleswig-Holsteiner!

Und mal am Rande bemerkt, bin ich echt froh, in Schleswig-Holstein mein Zuhause zu haben – wenn man sich die Zahlen so anschaut, ist von 247 Angriffen auf Asylbewerberunterkünfte in Schleswig-Holstein ein einziger – und das Gott sei Dank sehr harmloser – zu verzeichnen gewesen. Was die anderen 246 aber nicht besser macht.

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Aber …?

Warum tut ihr das? Schürt diesen Fremdenhass und gönnt den Menschen, die aus erheblicher Not (und ja, dazu zähle ich auch „Wirtschaftsflüchtlinge“; ich finde es legitim, aus einem Staat zu fliehen, wenn ich nicht gewährleisten kann, dass meine Kinder dort nicht verhungern).

 Hier leben wir in einem Sozialstaat – und auch wenn man von Hartz IV sicher keine große Sprünge machen kann, so reicht es doch zum Leben, nicht nur zum Überleben. Jeder, der will, hat ein Dach über dem Kopf. Klar gibt es auch Obdachlose hier in Deutschland, in der Regel haben die sich aber aus mehr oder minder freiem Willen für genau diesen Weg entschieden.

 Hungern muss auch niemand, der sich der möglichen Hilfen zum Lebensunterhalt in Deutschland bedient. Es gibt neben der staatlichen Unterstützung auch noch viele private Initiativen von engagierten Menschen, die helfen wollen, seien es die Tafeln, der Lions Club oder … oder … oder.

Und nur, weil es dem einen oder anderen nicht so super geht, nun auf diejenigen draufzuhauen, denen es noch schlechter geht, ist sicher nicht die Lösung. Auch hier helfen Zahlen vielleicht noch ein wenig – für Arbeit und Soziales werden über 40 % des Gesamthaushaltes der Bundesrepublik ausgegeben, für Ausländer/Asylbewerber ca. 0,2 %. Nicht soooo viel, oder?

Hört sich verdächtig nach der Nummer mit den 20 Keksen an (Ich gehe mal davon auf, dass die Nummer inzwischen jeder kennt)

Jaja …  

Na klar habe ich gut reden, ich habe einen guten Job und lebe in sehr gesicherten Verhältnissen. Aber ich bin nicht blind und vor allem neige ich nicht dazu, mich nur in „entsprechenden Kreisen“ (wenn ich das nur schreibe, kommt es mir schon hoch) zu bewegen. Ich habe viele Freunde, denen es vom Monatsverdienst her deutlich schlechter geht als mir und die trotzdem genug Geld für Auto, Urlaub, ein vernünftiges Dach über dem Kopf, zum Feiern gehen und den Kaffee togo haben.

Und trotzdem wird gern mal gejammert, wie schlecht es einem geht – weil sich das Anspruchsrad in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten echt extrem hochgeschraubt hat. Wer ein Kind hat, braucht einen Kombi, bei zweien muss dann schon ein Bus her. Zwei bis drei Mal Urlaub im Jahr (Sonne im Frühjahr, Dänemark im Sommer, im Winter dann Skilaufen), Klamotten von Label X oder Y, auch wenn sie aus dem Outlet sind, Essen gehen, Pizza bestellen statt selbst zu kochen …

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Da schäme ich mich …

Und da gönnt ihr denjenigen, die alles, wirklich alles verloren haben, sich auf schwere Art und Weise bis in ein sicheres Land vorgekämpft haben nicht einmal die Anwesenheit in einer Flüchtlingsunterkunft? Ich fass es nicht! Hat sich schon mal jemand angesehen, wie es dort ausschaut und wie die Menschen dort untergebracht sind? 4 – 8 Menschen in einem 20 m² Raum, doppelstöckige Feldbetten, Speisesäle mit dem Charme eines Bahnhofsklos. Und das zerfrisst Euch vor Neid?

 Ach ne, sorry, das ist je eher die Meinungsmache der Bildzeitung und inzwischen auch diverser Internetakteure, die ihre hetzerischen Parolen in die Welt hinausblasen und ein völlig falsches Bild von Iphone- und Addidas-tragenden Asylbewerbern tragen. Oder von hungernden deutschen Kindern, denen ihre Mami erklärt, dass vom Geld für ihr Essen ja die Turnschuhe der Fremden bezahlt werden müssten. Wenn ich sowas lese, könnte ich kotzen.

 

Wer denkt sich solchen Mist nur aus? Und warum? Im Grunde hat doch niemand, wirklich niemand etwas davon, solche unnötige Bitterkeit und solchen Hass mit sich herumzutragen. Gegen andere Menschen. Denn das sind wir alle, egal, wo wir herkommen.

Und nun freue ich mich auf Meinungen und das, was Ihr schon immer mal zu diesem Thema sagen wolltet …