Kategorie-Archiv: Konzerte

Derbe und gut – The Real McKenzies

Letzten Donnerstag war ich das erste Mal seit einer Weile wieder in der Schaubude, denn trotz viiel zu viel Arbeit konnte ich mir den Leckerbissen des Abends, The Real McKenzies, nicht entgehen lassen.

Überraschungen am laufenden Band

Erste Überraschung an diesem Abend war, wie brechend voll die Schaubude war.

Zweite Überraschung, dass bereits die vorband, Basement Character aus Kiel, vom ersten Song an abgefeiert wurden.

Und die dritte Überraschung, dass es auch bei The Real McKenzies sofort zur Sache ging und geigt wurde, was das Zeug hielt.

Die letzte – leider weniger gute – Überraschung war dann die Bierdusche meiner Kamera, daher kann ich von den The Real McKenzies leider nur mit Handy-Bildern dienen.

Die Vorband

Aber noch mal von vorn, fangen wir doch mal mit Basement Character an.

Metal Bands, auch gute,  gibt es ja in Kiel etliche, daher sei es entschuldigt, wenn mir die Jungs vorher noch nicht über den Weg gelaufen waren. Tighte Band mit jungem Sänger, der so richtig Gas gab und nicht nur singen sondern auch so richtig rausrotzen kann. Also falls ihr die Möglichkeit habt, unbedingt ansehen!

 

The Real McKenzies

Die Hölle brach dann so richtig mit den Männern aus Vancouver los, die mit dem Gig in der Schaubude einen fulminanten Start ihrer Tour hinlegten. Die Bude ist zwar nicht groß, verwandelt sich aber bei guter Musik und mitgehendem Publikum in einen Hexenkessel. Und so war es auch am Donnerstag. Punk in Reinkultur zeigt sich im Benehmen der Männer im Schottenrock. Sänger Paul fackelt  nicht lange und sorgt mit seiner forschen Art bei den Mädels in der ersten Reihe doch für leichte Irritationen, aber letztlich wollen doch etliche im Real McKenzies Club sein und ziehen ihre Shirts beim Abtanzen und Pogen aus.

 

Was man sonst zum Gig sagen kann? Er war laut, er war geil, das Bier floss in Strömen und alle hatten richtig Spaß.

Mehr kann man wirklich nicht verlangen von einem Donnerstag!

25 Jahre Dancefloor – DJ Bobo

Sonntag war ich für kielTV unterwegs, um DJ Bobo für Nightlife – Nightlive zu interviewen und die Show aufzunehmen. Im Rahmen seiner Mysterical Tour zum 25-jährigen Bühnenjubiläum nimmt er sein Publikum mit auf eine Zeitreise zwischen Steinzeit, dem alten Ägypten, 19. Jahrhundert  und den 90er Jahren, mit opulenten Bühnenbildern und liebevoll ausgearbeiteten Kostümen. Um die sich übrigens seine Frau Nancy, die auch als Sängerin und Tänzerin an seiner Seite ist, kümmert.

 

Dezent umschrieben ist Dancefloor ja nicht so ganz meine Musik, aber nichts desto trotz möchte ich durchaus ein paar lobende Worte zu dieser Veranstaltung los werden. Die tollen Bühnenbilder und Kostüme sind das eine, die Fähigkeit, sein Publikum schon vom ersten Song an von den Stühlen zu holen und tanzen zu lassen, das ist schon eine beeindruckende Leistung. Auch wenn ich selbst mit dieser Art von Musik nichts anfangen kann, stimmt das Gesamtkonzept ganz deutlich und Rene (so DJ Bobo im richtigen Leben) erreicht mit seinem strahlenden Lächeln seine Fans bis zum letzten.

Wir durften uns auch hinter den Kulissen etwas umsehen und nach dem Interview, das Ihr am 20.5. ab 20 Uhr bei Nightlive sehen könnt, auch bei der gemeinsamen Startzeremonie aller Tänzer und Sänger dabei sein. Auch hier merkt man wiederum, dass die Chemie des Teams stimmt, denn von negativen Vibes ist hier keine Spur.

Und da am Ende des Abends die Fans alle ganz beseelt Richtung Heimat strömten, nachdem dann reichlich Zugaben gefordert und auch gegeben wurden, war das Konzert definitiv ein voller Erfolg. Bis 2019 werden die Fans davon zehren müssen, dann kommt der freundliche, charmante Schweizer einmal mehr in die Ostseehalle.

 

Der Rotz alter Männer

Der Rotz alter Männer

Es passiert schon sehr selten, dass ich dann mal ohne meine bessere Hälfte in Kiel ein Konzert besuche. Freitag war es aber soweit. Ich hatte Bock auf dreckigen Rock n Roll und Kochis Veranstaltung hörte sich verdammt danach an. Also direkt von der Arbeit in die Pumpe in den Roten Salon.

Also schlecht war meine Entscheidung schon mal nicht.

First Year Nameless

Die Frage stellte sich bereits nach den ersten 3 Songs der Jungs von First Year Nameless nicht mehr. Sie selbst beschreiben ihren Stil als guten alten Rock ihrer Vorbilder. Besser kann ich es auch nicht ausdrücken. Es ist verdammt guter Rock, den die Jungs da abliefern. Klar, gerade in dem Bereich wurde so ziemlich jeder Songs und jedes Riff schon mal gespielt, also ist es umso schwieriger hier seinen Platz zu finden. Brauchen sie aber auch gar nicht, wenn ihr mich fragt. Sehr coole Hooklines mit klaren Riffs. Wenn ihr Bock auf tanzbaren Rock habt, dann macht mal Party mit den Jungs. Lohnt sich wirklich!


Ach ja und übrigens. Der junge Frontmann dieser Band hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Da wächst etwas nach, was es immer seltener gibt. Frontmänner die nicht nur singen, sondern auch sonst alles im Griff haben.

Overdrive Sensation

Tja und dann war da noch Overdrive Sensation. Da stand was von Boogie & Roll. Boogie wird viel zu wenig angeboten in Kiel, also passte das. Auf welche Erfahrung die Band zurückgreifen kann, war dann schwer zu übersehen. Sie waren vom ersten Moment an da und das wagte auch niemand zu hinterfragen. Ich meine du stellst dich auf die Bühne und lieferst einfach nur fett ab. Da brauchst du keine Zugaben oder sonst irgendwelchen Kram. Der ganze Rotz alter Männer kommt bei der Band zum Vorschein.


Kurz gesagt… geiler Scheiß. Könnt ihr in diesem Video auch ein bisschen sehen.

Also falls ich dann noch mal alleine losgehen sollte demnächst. Das wird schwer zu toppen sein. 🙂

Jakob Heymann als Schoko-Dude unterwegs

Die Schaubude ist Freitagabend beim Konzert von Jakob Heymann brechend voll. Dies liegt vor allem dran, dass er sich im Januar beim Konzert von Götz Widmann als dessen Sidekick unheimlich gut verkauft hat. Mit seinen beiden Granaten-Songs „Schoko-Dude“ und „Lied 5“  hatte er die Massen bewegt und gleich reichlich Karten für seinen Solo-Gig in der Schaubude an den Mann bringen können.

Das Konzert

Und offensichtlich konnte er auch bei seinem Konzert letzten Freitag die Menge begeistern. Zeitgeist der 20+ er ist es wohl, ein wenig verstrahlt und ohne großen Plan ihr Leben zu chillen. Dass Jakob genau diesen Nerv trifft und sich entsprechend auf der Bühne präsentiert, wirft in mir die Frage auf, ob er wirklich so planlos ist oder ob er eine geniale Verkaufstechnik ausspielt.

Hier für alle noch mal ein kleines Beispielvideo.

Konzeptfrei und in loser Reihenfolge bietet er Songs, die er selbst offensichtlich nur in Teilen ernst nehmen kann, vernuschelt immer dann, wenn er selbst an den Punkt kommt, dass ihm die Nummer zu getragen, zu bissig, zu poppig oder überhaupt zu lang wird, einfach mal – ZACK – das Ende und wird dafür reichlich gefeiert. Nebenher auch besondere Stilmittel einzusetzen, die sich in vielleicht gerade noch im Comedy-Bereich sonst jemand zu nutzen traut, während des laufenden Loops von der Bühne zu gehen, plötzlich zu stimmmässig zu fisteln oder sich „zu verkleiden“ – das ist auf jeden Fall so unprätentiös liebenswert, dass ihm die Herzen aller zufliegen lassen.

Warum denn Liedermacher?

Am meisten bewegt mich persönlich die Frage, warum jemand, der offenkundig so gut singen kann, denn nun gerade im Liedermacher-Genre unterwegs ist und sich nicht als Singer-Songwriter oder Rapper ein vermutlich deutlich größeres Publikum erschließt. Musikalisch sowohl mit Loop Station seine eigene Band, kann er alle Genres störungsfrei bedienen und singt poppige Songs genau so gut wie Rap, Folkpop schließt sich an sarkastisch vorgetragenes Schlager-Liedgut (welches selbstverständlich ausschließlich als Referenzkatastrophen angestimmt wird) – alles fehlerfrei und auf den Punkt.

Die Inhalte – nunja, neben Cannabis- und Trinkliedern ist auch der eine oder andere Hochklassige Liedermacher-Song dabei – und letzere sind dann auch mit so spitzer Feder verfasst, dass ich mir dann doch das Booklet dazu wünschen würde.

Gefeiert habe ich den Abend auf jeden Fall – gute Unterhaltung hält eben auch ein wenig Genuschele aus …

 

Falk – mein persönliches Triple

Angedroht hatte ich es ja in der letzten Woche schon – hier nun der Konzertbericht und das Interview zu Falks Konzert-Stippvisite in Kiel. Wenn ich mir einen Künstler drei Jahre in Folge ansehe, dann scheine ich nicht nur begeistert zu sein – ich bin es!

Das Interview

Kuschelig backstage in der Schaubude haben wir uns vor dem Konzert zusammengehockt und ein wenig geklönt – über Tourleben, Beziehungen, Karriere und Perspektiven.

ICH: „Du bist jetzt das dritte Jahr in Folge auf Tour. In den letzten beiden Jahren bist Du ja vorrangig mit Götz Widmann unterwegs gewesen. Wie ist es denn nun solo unterwegs zu sein?“

FALK: „Es ist schon schön, jetzt ein volles Programm spielen zu können und nicht nur ein paar Songs am Abend wie vorher bei Götz als Support. Ich habe auch gute Erfahrungen gemacht, meist sind die Läden auch so voll – und manchmal bin ich dann eben intimer mit dem Publikum.“

ICH: „Wie schaut´s denn aus – kommst Du trotzdem dann und wann heim?“

FALK: „Ja, meist habe ich Sonntags bis Dienstags frei und bin dann zu Hause.“

ICH: (mal eben mit der Tür ins Haus fallend) „Als ich mir Deine neue Scheibe angehört habe, kam ich ja schon in Sorge um Dein Privatleben. Noch alles klar im Privatleben?“

Falk lacht: „Nicht jeder Song ist ja autobiografisch oder kurzfristig entstanden. Also keine Sorge, ich habe mich nicht getrennt oder bin unglücklich. Aber in der Vergangenheit hat mich schon die eine oder andere Exfreundin entrüstet angerufen und sich beschwert, wenn sie sich wieder erkannt hat.“

ICH: „Du hast ja in letzter Zeit Dein Publikum deutlich erweitern können.“

FALK: „Stimmt, ich trete jetzt vermehrt in Theatern auf, seitdem ich das Label „Musikkabarettist“ trage. Und Comedy mache ich jetzt auch mit „NightwaWash“, demnächst auch im Fernsehen. Wobei ich nichts anderes singe als bisher auch – nur dass ich natürlich die Songs nach Publikumskreis auswähle und während einer Comedy Show keine hochdepressiven Themen anschneide.“

ICH: „Wann machst Du denn die nächste Scheibe? Du bist da ja so regelmäßig wie ein Uhrwerk bisher.“

FALK: “ Ende des Jahres kommt ein Live-Album, für das ist bereits jetzt den einen oder anderen Live-Gig mitschneide. Die nächsten Monate konzentriere ich mich erst einmal auf meine Tour, dann werde ich neue Songs machen und sicher den einen oder anderen schon mal vorab auf Konzerten austesten.“

Dann habe ich nach längerer Pause noch mal meine Lieblings-Shorties ausgepackt.

Strandkorb oder Berge? Zuletzt eher Strandkorb – Berge sind aber auch schön. Aber niemals wandern!

Weißwein oder Dosenbier? Hm – kein Rotwein – dann Doesenbier

Blond oder braun? Ich nehme alles.

HSV oder St. Pauli? Dann St. Pauli (Falk ist Bremen-Fan)

Ostsee oder Mittelmeer? Mittelmeer

Prinzessin oder Piratin? Piratin

 

Das Konzert

Vorweg – das Konzert war dann eines der eher intimeren Art mit unter 50 Besuchern und nicht gerade vergleichbar mit Auftritten auf dem Nürnberger Bardentreffen, wo Falk schon vor 2000 Menschen gespielt hat. Aber auch bei dieser doch eher kleinen Schar hatte ich in keinem Moment das Gefühl, es wäre ihm weniger wichtig, seine Songs zu bringen und die jeweilige Botschaft unter die Leute.

 

Auch an Zugaben sparte er nicht – und wurde von den Anwesenden reichlich gefeiert, während er seine Lieder zwischen plakativem Spaß, pointierter Bosheit und treffenden Formulierungen sang.

Bunt gemischt aus seinen bisherigen Veröffentlichungen ging Falk auch auf Sonderwünsche des Publikums (ja auch mein Extrawunsch Torben wurde gespielt) ein. Und gefeiert habe ich mich am Freitagmorgen, als ich während einer Schulung dann das Zitat aus „Hinten kackt die Ente“ anbringen konnte, das mir irgendwie noch im Gedächtnis – wenn ich jetzt „klebte“, hört sich das sicher komisch an …

Natürlich kamen auch die Songs des neuen Albums „Skizzen“ nicht zu kurz, Falk ließ es sich nicht nehmen, doch etliche davon in seinem Programm vorzustellen. Und hey, das Album ist klasse und unbedingt kaufenswert (könnt Ihr auch hier nachlesen!)

Beim Live-Vortrag habe ich mich dann doch noch mal heftig in „Unsympath“ verliebt und Tränen gelacht.

Mein Fazit: Wer nicht da war, hat echt was verpasst und sollte sich schon mal Anfang nächsten Jahres rechtzeitig den Termin freihalten, es lohnt sich sehr.

 

V8Wankers – 17 Jahre Rock´n Roll

Noch das Dröhnen im Ohr vom vergangenen Donnerstag sitze ich jetzt am Rechner und erinnere mich an das Konzert der V8wankers .Zusammengefasst ganz kurz und knapp in drei Worten: laut, geil, Spaß.

Aber natürlich kann ich auch ein wenig ausführlicher.

Die Band

Als erstes ein paar Takte zur Band. Die V8Wankers feiern genau an diesem Wochenende ihr 17-jähriges Bestehen. Gallionsfigur und Sänger Lutz Vegas ist der einzige noch von der Ur-Band übrig gebliebene Bolide des Rock´n Roll im Stile von Motörhead und Rose Tattoo. Er kann aber jederzeit mit seinen teils deutlich jüngeren Bandmitgliedern mithalten. Neu im Gepäck aktuell der Basser Marc, der definitiv nicht den Eindruck eines Neulings macht, so wie er sich in die Aktion der Band einfügt.

Die Show

Für mich als Fotografin war es sauschwer, ein paar Bilder zu erhaschen, die nicht verwackelt sind, denn die Jungs sind permanent in Bewegung, lassen sich voll und ganz von ihrer Musik mitreißen. Und hey, wenn dann eben mal der Monitor von der Bierkiste fällt, weil Gitarrist Luke sich BEIM Spielen in einer Vorwärtsrolle in den Tanzbereich des Publikums rollen lässt – hey, was solls …

Die Musik selbst – laut, geil, tanzbar – und zwar nicht nur so, dass man ein wenig mit dem Hintern wackelt, da wird der ganze Körper vom Magen aus in Schwingungen gesetzt. Die Songs reißen die 17jährige Bandgeschichte in Gänze auf, deutsche Songs aus der Zeit als V8wixxer genau so wie welche des allerersten Albums – und natürlich auch von der neuen Scheibe.

Und wenn Lutz auf der Bühne mal eben die Flasche Jacky an den Hals setzt zum Kehle befeuchten, gehört das zum Programm, genau wie das Teilen der Buddel mit dem einen oder anderen Hardcorefan, der sich garantiert im Publikum aufhält.

Alles in allem Spaß pur und Rock´n Roll, der mir wieder mal klar macht, dass man mit Geld eben noch lange nicht alles kaufen kann (außer vielleicht das Konzertticket)…die Leidenschaft für Musik, die hier gezeigt wurde, ist ein gutes Beispiel dafür.