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Achtung bissig – Falk schnappt mit Smogsehnsucht zu!

In Vorbereitung auf das Konzert des wunderbar bissig-bösen, mit Wortwitz reichlich ausgestatteten Falk in der Kieler Schaubude möchte ich Euch seine dritte CD „Smogsehnsucht“ vorstellen.

Das findet in dieser Woche am 09.03.2016 statt!

Kennengelernt habe ich Falk letztes Jahr im Februar, ebenfalls in der Schaubude, wo er damals mit seiner letzten Scheibe „Mama“ zu Gast war.  Und mich mit seinen Songs so beeindruckt hat, dass ich auch damals eine Kritik für Euch zusammengefasst hatte.

Besonders gefreut habe ich mich, dass die Songs nicht nur auf der Scheibe sondern die Texte auch im Booklet zum weiteren Genießen und amüsieren vorliegen.

 

Die Songs

Smogsehnsucht – Herrlich bissig geht es schon los. Man stelle sich vor, dass man so mitten im Nirgendwo gestrandet ist, idyllisch die Natur ansieht und einfach nur mitten ins Gewühl der Großstadt will, in dem das Chaos und der Verkehr mit lauter irren Leuten um einen tobt. Falk bringt diesen Moment ganz genau auf den Punkt. Laute Lacher meinerseits beim ersten Anhören inklusive.

Und genauso geht es dann auch weiter. Mitten aus dem Leben beschrieben ertappe ich mich auch beim zweiten Song dieses mit 19 Tracks gut bestückten Albums, Klappe halten dabei, dass ich denke, klar, genau mein Song.

Die Beziehungswaise Als wir im Wald … wirft im Dreivierteltakt einen Blick hinter die Erinnerungen eines Paares, das aus vielen Kleinigkeiten besteht und in der Summe doch der Kitt sind, die ein Paar zusammenhalten.

Der nette Toni trommelt dann wiederum vordergründig massiv auf die Lachmuskeln, in dem es einen Spagat zwischen dem Traumschwiegersohn und tourettegeplagten Toni beschreibt. Für mich wird an diesem Song besonders gut deutlich, WIE sprach-virtuos Falk ist.

Eine Frage der Perspektive bringt einen nicht nur zum Mitwippen, sondern Falk trifft damit genau den Stand-Punkt. Denn alles nur ´ne Frage der Wahrnehmung –  „im Land, wo Milch und Honig fließt, möchte ich keine Putzkraft sein“, tja, so isses …

Natürlich bleiben bei seinem Blick aufs tägliche Leben die hippen Idealisten, die in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden schießen, nicht unverschont – Birkenstock-Nazis, Cracker-Rassisten, Veggie-Faschisten mit reichlich Sendungsbewusstsein sind uns wohl alle schon auf den Sender gegangen – Falk beschreibt sie so, wie mir es gern eingefallen wäre. Aus dem Grinsen komme ich kaum mehr raus, selbst wenn es an mancher Stelle eigentlich zu traurig wahr ist, um darüber zu lachen.

Auf der Suche nach sich selbst, sollte man Joggen nicht unbeachtet lassen, denn mal abgesehen von dem Mundharmonika-Solo findet der geneigte Zuhörer auch hier böse-bissige Erkenntnis zu all den Sprechblasen, die Ambitionierte so gern von sich geben, wenn sie ihre eigene Lebensweise an den Mann und die Frau bringen wollen. Und wieder das Gefühl, diese Argumentation schon x Mal gehört zu haben – und ängstlich zu überprüfen, „hoffentlich mache ich das nicht zu oft“?

Grausam geht es dann in Der Junge zur Sache. Was für eine finstere Geschichte, die hart überzeichnet, das tagtäglich in deutschen Landen passiert, wenn man sich um arme Würstchen der Nachbarschaft nicht kümmert, die später hoch gejubelt werden, sobald sie Berühmtheit erlangen. Und he, wer fühlte sich nicht schon mal total angepisst, wenn man erst verkannt und dann  zu spät – lobgehudelt wird. Dem wir im Song Ausdruck zu geben, das wünscht sich jeder mal …

Dankeschön lässt mich in ganz anderer Hinsicht gruseln, wenn ich mir die in Dankeschön beschriebenen Dinge nur vorstelle, wird mir fast schlecht und trotzdem muss ich so lachen. Denn mal ganz ehrlich, die Konflikte beim Zusammenleben so eskalieren können, vor allem in Wohngemeinschaften, einfach grossartig.

Dass der Job eines Kronprinzen einer der schwersten ist, das wird man mit diesem Song verstehen, Charity ist halt ein hartes Pflaster, und mit einem goldenen Löffel im Mund geboren sein, ist schon hart. Sich mit den Skandalen und Skandälchen der Regenbogenpresse zu beschäftigen natürlich auch – das alles so zu verpacken, dass der Zuhörer das Hören mag und sich gut unterhalten fühlt – das ist hohe Kunst.

Was so richtige Liebe ist, egal wie mies es einem geht, das bringt Scheißegal wundervoll rüber, im Walzertakt tanzen die Katastrophen vorbei und trotzdem wird gekuschelt. Macht warm ums Herz und entsetzt nebenher ein wenig. Und genau so soll das sein.  Und mit diesem Gefühl mitten im Takt entlässt mich Falk dann wieder in die Realität des Lebens.

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Ich freu mich

Mehr von ihm gibt es Gott sei Dank bereits am 09.03.16 in der Schaubude, wo er mit seinem Programm Smogsehnsucht Halt macht. Und hoffentlich auch noch den einen oder anderen Song seiner ersten CD Mama spielt, die ebenfalls ganz großes verbales Kino ist.

Also – da MÜSST ihr hin!

Nicht nur wegen der Musik, auch weil Falk einfach ein cooler Typ ist, der Euch garantiert gefällt. Der nach dem Gig auch mit den Leuten quatscht und Spaß dran hat, sich über das Leben und den schmutzigen Rest zu unterhalten.

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