Was geht am Nordpol Süd??? Musik und Veranstaltungen zwischen Kiel und Hamburg

CD Review – Cornilious

Neulich ist mir mal wieder eine CD in die Hände gefallen, die ich Euch gern vorstellen möchte.

Ich höre ja bevorzugt norddeutsche Bands – und da gehört Cornilious mit ihrem Erstling „Cornilious“ ganz genau in mein Beuteschema.

Die Band

Natürlich möchte ich Euch erst ein paar Hintergrundinfos der vier Männer aus Hamburg Christopher Jöken (Gesang), Florian Rössler (Bass), Matthias Steckmeister(Gitarre), Daniel Sapcu (Drums), kurz zur Band, zukommen lassen. Wobei ich hier gleich mal einschränken muss – Matthias, der Gitarrist, hat die Band gerade verlassen und es wird eine Neubesetzung gesucht.

Seitdem sich im  Oktober 2011 die Musiker gefunden hatten, ging es rasant voran und schon von Anfang 2012 wurde dann live gespielt, unter anderem beim „Emergenzafestial“, bei dem die Band dann über die Vorrunden hinaus gelangte und dann im Finale den dritten Platz belegte.

Darauf folgte dann in logischer Konsequenz die Aufnahme einer CD – und das gleich im ersten Wurf mit einem kleinen Label im Rücken. Last Rebel Records unter der Leitung von Dirk Bertram haben auch hier wieder einen gute Griff getan.

Die Songs

Cornilious Cover Front

Der Einstieg mit Blood to wine erinnert mich sofort an Mittelalterfeste des Nachts und Schwedenfeuer, um das man in Grüppchen herumsitzt.

Die Stimme von „Cricker“ Jöken tropft die Melancholie gleich bis in den zweiten Song, Toy Boy,  hinein. Unheimlich schön und mal nicht so dunkel vor Kraft strotzend wie viele Songs, die ich in der letzten Zeit gehört habe, sondern gefühlvoll und – zumindest mich – macht die Stimme gleich ein wenig traurig – weil sie mich in ihrer Melancholie berührt.

Kurzfristig werde ich am Beginn von Storm durch das Intro aus dieser Grundstimmung herausgerissen, aber auch dieser Song hat von kurzen dynamischen Phasen einen eher grundgig-melancholischen Sound. Ich grübele schon eine ganze Weile, an wen mich dieser Sound erinnert, aber das schöne ist – mir fällt da niemand ein, der annähernd so klingt.

Bei Naive flackern dann doch Erinnerungen an The Cure hoch, ohne dass Cornilious allerdings zu kopieren versucht. Und das nicht nur, weil die Stimme von Robert James Smith einfach nicht kopiert werden kann, sondern weil Cricker Jöken eben auf seine ganz persönliche Weise singt. Die mir zumindest mindestens genau so gut gefällt.

All lies before fällt im Vergleich mit den meisten anderen Songs doch ziemlich aus dem Rahmen. Es startet mit Blues-Elementen hält die Dynamik auch geraume Zeit. Ohne allerdings, dass die Gitarre sich dann in den Vordergund drängen würde, sie kommt den ganzen Song – wie auch eigentlich die ganze Scheibe – recht unpretentiös daher ohne jedes „Geknösele“ und ohne sich wie bei so vielen Bands in den Vordergrund zu drängen.

Die Überraschung für mich war das einzige deutsche Lied auf der CD, Zeig dich. Ich war ja gerade am letzten Wochenende auf einem Konzert, wo mich der deutsche Anteil der Songs eher gestört hat, aber hier empfinde ich die deutsche Fassung als echten Gewinn trotz der im ersten Moment bei mir auftauchenden Fragezeichen.

Insgesamt

ist auch diese Scheibe aus dem Label von Last Rebel Records wieder mit sehr schönen Details und sehr liebevoll produziert. Keine Massenware aus irgendeiner Fabrik, sondern hier haben Könner die Besonderheiten und das Können Ihrer Musiker unterstrichen und wunderbar herausgearbeitet.

Was für mich allerdings ein Problem darstellt. Denn nun muss ich bereits drei CDs immer in meiner Tasche mit mir herumschleppen, um sie wahlweise fürs Auto, das Büro oder daheim parat zu haben, je nach Stimmungslage und Situation …

 

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