Was geht am Nordpol Süd??? Musik und Veranstaltungen zwischen Kiel und Hamburg

Einfach Punk! Die Cowboys aus der Hölle

Auch diese Woche gibt es natürlich wieder ein CD Review. Heute habe ich mir die Jungs von Rockenbolle mit ihrer Scheibe „Alles kann nichts muss“ vorgenommen. Die drei Cowboys aus der Hölle haben mit den 13 (12 + 1 Bonustrack) ein fettes Brett in Sachen Punkrock hingelegt.

In der richtigen Laune rockt die Scheibe wie Teufel, allerdings sollte Mann sie nicht gerade auflegen, wenn er bei seiner neuen Freundin auf Romantik machen will. Wenn man aber z.B. die lästige Autofahrt von Kiel nach Hamburg hinter sich bringen muss, dann hat man hier einen Garanten fürs Wachbleiben und ständiges Kopfnicken dabei.

Die Band

Es handelt sich hier um eines der seltenen Exemplare, wo bereits seit 2005 die Originalbesetzung vollständig am Start ist. Kay, Krille und Olli haben über die Jahre einen gesunden Mix mit dem besten aus Rock´n Roll, Punk und Metalelementen zu einem eigenen Stil entwickelt. Und so wie sich das anlässt, ist zwar „Nichts für die Ewigkeit“ außer einem Tattoo (kleine Anspielung auf einen der Songtexte auf der Scheibe) , aber zumindest ist ein Ende der Zusammenarbeit dieser drei Musketiere nicht abzusehen.

Die Scheibe

12 plus 1 Track, deutsche Texte mit Inhalten, durchgängig tighter Sound. Gesanglich näher am Punk als im Rock´n Roll zu Hause, muss man entweder mit dem Kopf die ganze Zeit den Rhythmus geben oder mit dem Hintern wackeln. Nach 11 Jahren die erste Scheibe der drei, und man hört den Songs an, dass sie sowohl technisch als auch mit den passenden Texten zum Sound ausgereift sind.

„Ihren“ Song bringen sie natürlich auch – sie sind einfach die „Cowboys aus der Hölle“ und der Name ist Programm. Tight und krass reiten sie durch so manche Stadt und verbreiten ihren Rock´n Roll dort.

„Lieblingsmensch“ kommt als einer der anfangs ruhigeren Songs zu Beginn stark basslastig ZZ-Top mässig rüber, und ich dachte schon – ah, da isse, die must-have Ballade auf jeder Scheibe. Aber weit gefehlt. Der Song wandelt sich  ziemlich schnell in eine klassische Punk-Nummer und hat so gar nix mit Romantik zu tun. Und ist hart, schnell und krass – wie es sich gehört.

Mit ordentlich Druck machen sie auch Front gegen „Blender“, die nur nach schnellem Geld gieren, immer schneller, höher, weiter. Und zwar so klar gesungen, dass man auch ja jedes Wort mitbekommt. Das Schlagzeug treibt durch den Song, und man kann sich diese gehetzten Typen anhand des Sounds vor dem inneren Auge genau vorstellen.

„Kopfnicker“ befriedigt noch mal massiv meine Lust am Bass, sehr geiles Intro und auch der Text erinnert mich bei der visuellen Beschreibung an so einen oder anderen Mugger aus meinem Bekanntenkreis. Ich war schon fast versucht, diesen Song als Hymne an alle Musikfans zu sehen, bis dann in der zweiten Strophe unerwartet kritische Töne am „normalen“ Leben, mit dem man seinen Lebensunterhalt verdient, hochkamen. Gerade als ich den Song abfeiern wollte – hm – das fand ich nun etwas blöd, aber nur, weil ich mir da doch ein wenig ertappt vorkam. Aber scheiss drauf, ich bleibe trotzdem ein „Kopfnicker“-Fan, denn der Song ist einfach geil.

Als Bonus-Track gibt es dann noch den „Kolumbus“ gute Laune Track, der dann zum Abschluss einfach nur noch mal punkig Spaß macht, und es ist dann schon irgendwie schade, dass die Scheibe nach 48 Minuten zu Ende ist …

 

 

 

 

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