Falk – Skizzen

Falk, Liedermacher und Kabarettist, bringt auf seiner Tour auch in diesem Jahr ein neues Programm – mit SKIZZEN macht er am 2. März in Kiel in der Schaubude halt.

Wo Ihr – nebenbei gesagt – auch unbedingt erscheinen solltet, um nicht einen wunderbaren Abend mit bös-bissigem Humor so richtig auf den Punkt zu verpassen. Neben den neuen Songs werden wir bestimmt auch das eine oder andere aus dem Repertoire seiner alten Songs zu hören bekommen. Ich melde jedenfalls schon mal „Thorben“ von der vorletzten Scheibe als einen meiner Lieblingssongs an.

Aber nun mal zu „Skizzen“:

Das Booklet mit kompletten Songtexten und Zeichnungen ausgestattet, hält damit bereits, was der Name der CD verspricht. Aber auch das, was jeder einzelne Song an Bildern malt, skizziert das Leben mit scharfer Zunge und das Wesentliche erfassend.

Dabei kann ich es mir gut vorstellen, wie er, leise grinsend, dem einen oder anderen Gespräch auf der Straße, im Café oder Hotel lauscht, um daraus für seine so treffenden Texte die Ideen zu pflücken .

Zumindest wünsche ich ihm natürlich, dass ihm so die Idee zu „Psychologin“ gekommen ist. Allerdings ist es – übrigens wunderbar instrumentiert – ein herrlicher Song, in dem er die Analysefreude nicht nur studierter Psychologinnen aufs Korn – und, verdammte Axt, ein klein wenig fühlte auch ich mich ertappt.

„Schulzeit“ stimmt dann eher nachdenkliche Töne an, die mich tatsächlich sehr in meine pubertären Jahre zurück versetzten. Ein Schwall von Sentimentalität schwappte über mich, allerdings nur bis zum „Männerclub“, das mir dann ein massives Grinsen aufs Gesicht  gab. „Wir scheißen auf Beweise, denn wir Wissens wirklich besser“ – „unser Input sind nicht Fakten sondern schlicht Testosteron“ – nur mal ein kleines Beispiel seiner wundervollen Fähigkeit, mit Worten genau den Punkt zu treten, genau so zu überziehen, dass es weh tut. Nicht zu vergessen hier die Instrumentierung, die Tuba skizziert mir hier eine Horde Glatzköpfe am Kneipen-Stammtisch – und das, obwohl sie eigentlich recht sparsam eingesetzt wurde.

Auch bei „Unsympath“ braucht es die Musik zum Text, um einen schönen Kontrapunkt zum Text zu setzen und damit jede Gemeinheit grinsend anzuhören und fröhlich im Takt mitzuschwingen, statt den Kopf zu schütteln. Und dann mit dem Kernsatz „Die Menschen brauchen Menschen, die sie tief und innig hassen“  auf des Pudels Kern und die Moral von der Geschichte zu kommen. Daran schließt er dann mit „So gehts nicht“ gleich an, in dem der Prinzipienreiter vom Dienst Grenzen zieht.

Aber auch ein Hauch von Liebeslied darf natürlich nicht fehlen – „Party“ lässt rote Herzchen fliegen und natürlich ertappe ich mich dabei, vergleichbare Situationen meines Lebens heraufzubeschwören.

Für das „Weihnachtslied“ ist es zwar nicht wirklich die richtige Jahreszeit – aber man soll ja rechtzeitig an Geschenke … äh … seine Lieben und den Nächsten denken. Treffsicherer auf die 12 geht es kaum. Und zum drüber Nachdenken, ob wir da alle mit unserer Art so richtig davor sind, ist IMMER die richtige Zeit.

Einen Hauch von funky-rappig kommt dann der nächste Song daher – „Schrecklich und gemein“ haut er mal so richtig böse die Pest an den Hals und nimmt es nicht zurück. Da wünscht man sich – jo, das würde ich gern auch mal so deutlich sagen, statt immer nur freundlich sein. Wobei – das bin ich sicher nicht.

„Von vorn“ setzt dann einen kurzen Schlusspunkt, klar und auf den Punkt die Antwort auf die Frage, ob man noch einmal in Kenntnis aller Dinge von vorn anfangen würde – Nö, weil was wäre dann mit den ganzen guten Dingen. Wobei – ich habe die Scheibe dann gleich noch ein zweites Mal von vorn angehört ….

Mein Fazit

Bösartigkeiten und Anregungen zum Nachdenken für jede Lebenslage, gepaart mit guter Unterhaltung. Also nix wie los und kaufen! Und natürlich am 2. in die Schaubude kommen, um sich persönlich vor Ort mit Falk zu amüsieren.

Ein Gedanke zu „Falk – Skizzen

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