Mein Herz für Stahl und Fleisch

Manchmal ist das Öffnen einer CD Hülle wie Weihnachten – nur besser. Dies Gefühl hatte ich neulich wieder einmal – mir war schon vor dem Anhören der neuen Scheibe von CYBORG klar, dass mich etwas Besonderes erwarten würde.

Und ganz ehrlich – meine Erwartungen wurden noch reichlich übertroffen. Warum? Wegen der fetten Riffs? Der abwechslungsreichen Songs? Die eben nicht einfach nur standard-solider straighter Metal sind, sondern mit ihrem ausgefeilten Aufbau, dem perfekten Spiel und hammermäßigem Sound glänzen können.

Dabei ist es grandios, wie sie Sounds, die ihren ganz speziellen Sci-Fi-Metal – übrigens komplett mit deutschen Texten – als Gesamtkunstwerk leben. Nicht nur die Sounds, auch die Optik der Hamburger Jungs (alle zwischen 25 und 28) ist CYBORG-mäßig angepasst. Ich habe sie ja schon einige Male live gesehen und ihre Bühnenshow, auf die sie zu ihrer kommenden Release Show am nächsten Freitag noch ordentlich eine Schippe draufgelegt haben, verspricht Großes.

Wo wir schon bei Großem sind, die CD ist vollgepackt mit 12 Songs, von denen jeder einzelne großes Kino ist. So groß, dass auch Marco Rodriguez von Rage es sich nicht nehmen ließ, für den Titel gebenden Song der Scheibe, „Stahl und Fleisch“ ein Gitarrensolo mit einzuspielen.

Und damit wären wir dann auch endlich bei den Songs selbst.

Gleich im ersten Song, „Stahl und Fleisch“ bekommt der geneigte Hörer einen richtig fetten Eindruck vom Können der Hamburger Band. Ab der ersten Sekunde treibt der Rhythmus, kaum dass der Gesang einsetzt prickelt es in meinem Nacken und plötzlich bin ich hellwach, der Kopf wippt im Takt und beim Gitarrensolo ist es dann auch schon um mich geschehen. Was für geiler Scheiß.

Im ersten Moment denke ich noch, dass die restlichen 11 Songs dagegen nur noch müde abstinken können, aber da habe ich weit gefehlt.

Auch „Sonnenkind“ besticht, in völlig anderem Sound auf seine ganz eigene Weise und nimmt mich erst ruhig an die Hand und treibt mich dann durchs All. Nicht nur die Stimmeffekte, auch das variierende Tempo schafft einen solchen Spannungsbogen, dass er auch nach dem sechsten, siebten und achten Hören mein liebster Song der Scheibe ist.

Die „Cybermacht“ erinnert mit ihren „Hey“-Gesaängen anfangs an Mittelaltermetal, findet sich aber schnell mit dem Text wieder zwischen Mensch und Maschine wieder.  Brachial und siegeswillig. Geil.

„Cyborg lädt …“ mit sphärischen Synthie-Klängen ein und treibt sich dann mitten in mein Hirn – oh was freu ich mich jetzt schon auf Freitag, wenn ich diesen Song hoffentlich live hören werde.

„Blau am Himmel“ hämmert und schiebt mich in eine Raumkapsel, in der sich dann neben der Gefühlswelt des Cyborgs auch die Flugbegleiterinnenstimme wiederfindet, um dann von so richtig schönem Geballer abgelöst zu werden. Das mich, auch wenn es ein wenig peinlich anmutet, genau wie der nächste Song „Mensch/Maschine“ zum mehr als nur leichten Kopfwippen an meinem Schreibtisch bewegt, Scheiß drauf, was die Nachbarn von gegenüber denken.

So, ich  könnte ich auch noch über die restlichen Songs der Scheibe euphorisch äußern, denn auch die Produktion und das Mastering sind einfach erstklassig. Aber hey, am Freitag ist in Hamburg die CD Release Party im Knust. Hört und seht Euch CYBORG einfach selbst an! Quatscht danach mit den Jungs, holt Euch Autogramme, lasst Euch ein Kind von einem der vier hübschen Kerle machen (ach ne, soweit ich weiß, sind alle vergeben … ), bevor sie so richtig steil gehen und wir sie im nächsten oder übernächsten Jahr in Wacken auf einer der Hauptbühnen sehen … Ich werde es mir auf jeden Fall noch mal schriftlich geben lassen, dass sie mindestens einmal im Jahr bei mir im OK auf der Bühne stehen <3

Ach ja – und wem CYBORG nicht genug ist, sie haben zum CD Release noch ein paar fette Support-Acts im Gepäck. Dabei sind Forgotten North, in ganz Deutschland bekannt durch ihre Gigs auf dem MPS – und auch vom letzten Jahr in Wacken. Doch damit nicht genug, sind auch noch Kira von Sündenrausch und Christian von Nachtsucher mit an Bord. Das wird ein Fest!

 

 

 

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