Was geht am Nordpol Süd??? Musik und Veranstaltungen zwischen Kiel und Hamburg

Whiskey, Stuck und Hipster-Bärte oder was zwei Ladies aus Kentucky mit einem Mann aus Kanada so treiben

Heute mal ein Experiment.

Schatz und ich waren gestern Abend in Hamburg zum Konzert von Colter Wall. Yeehah. Ich habe mich vorher mit ihm noch gar nicht so auseinander gesetzt, aber Stefan kennt wohl jeden der veröffentlichten Songs rauf und runter. Ich kenne die inzwischen fast besser als meine eigenen Songs. Daher heute mal ein Artikel von uns beiden.

Die Prinzenbar

Bevor es so richtig um die Musik geht, erst einmal ein paar Worte zur Location. Die Prinzenbar auf dem Hamburger Kiez ist für einen Musikschuppen wohl einzigartig. Stimmt, das Ding hat schon was. Riesiger Kronleuchter, Jugendstil-Style  Wände mit Putten und reichen Verzierungen, das macht schon mal jede Menge aus. Allzu groß ist es dort nicht, passen so ca. 100/120 Leute in den Laden. Leider passten dadurch aber auch irgendwelche Hipster mit rein. 🙂 Dadurch, dass man sich auf verschiedenen Ebenen platzieren kann, hat das ganze aber schon ein besonderes Ambiente und das Gedränge hält sich auch bei voller Hütte in Grenzen.

    

 

The Local Honeys

Nun aber mal in Richtung Musik. Den Opener gaben zwei Ladies aus Kentucky, The Local Honeys. Beide mit tollen Stimmen gesegnet, wurde ganz country-like dann auch Banjo, Geige und Gitarre zur Unterstützung des Gesangs benutzt. Ich liebe Banjo… Und der war schon sehr entenpellig gut, Montana und Linda haben mich mit ihrem Chorgesang echt weggeblasen. Genau das was hier in Deutschland leider kaum jemand macht. Zusammen singen und aus Hauptstimme, Quinte und Terz Akkorde bilden. Wenn das ordentlich gemacht wird, haut das so gut wie jeden Zuschauer aus den Latschen. Bei den beiden Ladies reichten sogar 2 Stimmen um das zu erreichen. Darum stehe ich u.a. auf Country. Die Mischung aus schnodderigem Kentuckysound und engelsgleichem Chor ist der Hammer. Ich habe mir auf Spotify ihre Scheibe angehört, die muss man unbedingt mit Kopfhörern in den Ohren hören, dann kommt das Klangerlebnis so einigermaßen an die Live-Performance ran. Annähernd. 🙂 Aber live ist fast immer besser.

Colter Wall

Fast. Denn von Colter Wall hatte ich mir aufgrund der vorher gehörten Musik im live-Klangerlebnis tatsächlich mehr versprochen. Natürlich hat er eine wahnsinnige Stimme und ist eine coole Hillybilly Socke. Aber was mich letztlich nicht so ganz erreicht hat, war, dass mir etwas Gefühl und Schmerz bei bestimmten Songs in der Stimme fehlte, die man beim Konservenhören über Kopfhörer schon greifen kann. Na na, nicht so hart. Der Mann ist 22 und wird durch die ganze Welt gereicht. Jeden Abend da das volle „Entenpellenprogramm“ zu liefern schaffen selbst die gestandenen Profis nicht.

Das ganze ist aber natürlich Jammern auf hohem Niveau, was für geile Songs und was für eine Stimme. Hört sich an wie nach 50 Jahren Whiskey und täglich zwei Päckchen Zigaretten – aber hey, der Typ ist gerade mal 22!!! Eben. Was für eine coole Sau in dem Alter. Daher ist ihm auch absoluter Respekt zu zollen – und ich bin echt mal gespannt, wie steil er in den nächsten Jahren gehen wird. Aus der Kategorie „Geheimtipp“ ist er noch nicht ganz raus – aber lange kann es auch hier in Deutschland nicht mehr dauern, bis er steil geht und die großen Hütten spielt. Falls der irgendwann die großen Hallen in Deutschland füllt, dann wohl eher mit belanglosen Songs. Seine jetzigen sind wohl einfach zu weit weg vom Mainstream. 

Schaut unbedingt noch mal auf meine Facebook-Fanpage, da habe ich ein Live-Video mitgeschnitten gestern.

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