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The Pinpricks bringen Hunger unters Volk

As Giants Fail

Ein Fail war das definitiv nicht, was die Jungs von As Giants Fail am letzten Samstag als Opener der EP Release Party von The Pinpricks abgeliefert haben.

Allerdings für mich als stimmfixierten Zuhörer etwas gewöhnungsbedürftig. Ich hatte mich vor dem Konzert so gar nicht mit der Band auseinandergesetzt und hatte daher auch keine besonderen Erwartungen, aber wie jedes Mal vor einer Bühne stehend natürlich die Hoffnung auf gute Musik.

Und der Prozess des Musik Erlebens war hier ein wirklich besonderer. Nach dem zweiten Song ohne Vocals war ich erst einmal hart an der Grenze des „hm, hört sich ja alles stonermäßig gleich an“, aber dann platzte der Knoten und in Kombination mit den Videos, die zur Musik gezeigt wurden, wurde ich dann wie von einer riesigen Welle erreicht. Ich war dann die, die den Rest des Konzerts ziemlich geflasht vor der Bühne stand. Sorry also dafür, dass es nur vom Anfang Bilder gibt. Danach war ich viel zu sehr mit zusehen und zuhören beschäftigt.

Meist ist es ja bei Post-Rock eher so der Fall, dass vom Inhalt des Songs nur rudimentär der Text verstanden werden kann, aber die Bilder schafften es mühelos, mir genau das zu sagen, was die Musiker wohl ausdrücken wollten – und ich verstand.

Nur im Nachhinein kam mir noch mal der Gedanke, dass dies genau in unser Instagram-Snapchat Zeitalter passt, no more words, just pics. Aber durch die Musik einfach cool.

The Pinpricks

Die eigentlichen Stars des Abends waren dann aber natürlich doch The Pinpricks für mich. Ich war ja schon von der EP (hier das Review) sehr geflasht und daher auch mega gespannt auf die erste Liveshow, die ich von ihnen sehen würde.

Und ja, ich bin mindestens genauso angetan wie vorher. Was für eine tighte Band, musikalisch an den Instrumenten perfekt besetzt und – HURRA – eine Frau als Sängerin. Und zwar eine, die auch auf der Bühne richtig rockt .

Ronja war vor dem Konzert, als ich mich noch kurz mit ihr unterhielt, total entspannt und so kam sie mir dann auch auf der Bühne vor, hat sich total in die Musik fallen lassen und verzichtete auf all das, was mich sonst bei weiblichen Performances so nervt und mich von der Musik ablenkt, nur Rock. Fast wie Nike-Werbung „no games, just sports“. Nur eben mit Rock´n Roll.

Aber das eigentlich nur am Rande. The Pinpricks sind eine eingespielte Band, die auf einem qualitativ hohen Niveau unterwegs ist, das haben die drei auch live unter Beweis gestellt. Neben einigen der älteren Songs wurde auch Mut bewiesen und Songs, die sie noch nie in der Öffentlichkeit gespielt hatten, zum ersten Mal live rausgehauen. Obwohl sie nicht auf der neuen EP Hunger enthalten sind.

Ronja Kaminsky hat an Gitarre und Gesang genau auf den Punkt abgeliefert. In Sachen Stimme bleibe ich auch live bei meinem Debbie Harry Vergleich. Krass.

Was für ein Tier Palle Spiekermann am Schlagzeug ist, brauche ich wohl niemandem, der ihn schon mal live erlebt hat, erklären, das ist echt ganz großes Kino und für die jüngeren Ladies auch noch was fürs Auge, wenn er da in seinem Tiger-Bademantel an den Drums alles gibt.

Und auch Nils Degenhardt am Bass und den Backing Vocals ist ein echtes Pfund.

Das richtig gut gefüllte Hansa 48 war auf jeden Fall vollends begeistert, was für ein geiles Konzert!

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