Was geht am Nordpol Süd??? Musik und Veranstaltungen zwischen Kiel und Hamburg

Black River Delta brennen das Molotow ab

Freitag ist ja schon wieder zwei Tage her und das nächste große Konzert wirft seine Schatten schon voraus, aber natürlich muss ich trotzdem erst einmal das Konzert der Black River Delta vom letzten Wochenende „verarbeiten“.

Das war mal wieder ein ganz besonderer Abend, der eigentlich schon mit dem wundervollen Wetter begann, der Support-Act war krass gut, die Black River Deltas erst recht, das Molotow als Location würde ich mir für Kiel wünschen – und danach der Zug über die Reeperbahn mit Rocksin im Lehmitz als krönendem Sahnehäubchen sowieso.

Aber fangen wir doch mal vorne an:

Lobeshymnen

*Lobeshymne 1* singe ich dann mal über die Location. Das Molotow ist ein leicht abgerockter Laden, wie ich ihn liebe. Die Getränkeauswahl allerbest, man kann bei gutem Wetter sein Bierchen vor dem Laden genießen und drinnen ist ausreichend Platz auf zwei Etagen für Livemusik, Kicker, Flipper, eine schöne Bühne und einen Dancefloor, die sich beide nicht ins Gehege kommen.

*Lobeshymne 2* geht dann an den Voract Andrea Bignasca. Allein mit Gitarre und Basedrum auf der Bühne, hat der Schweizere bereits eine Bomben-Show abgeliefert. Qualitativ erstklassig, ließ er sich zu 100 Prozent in seine Performance fallen und brachte – und den Vergleich mit Lincoln Durham muss er nicht scheuen – Psycho-Blues auf die Bühne, der seinesgleichen sucht.

 

 

Das Interview

Während er spielte, hatte ich allerdings noch die Gelegenheit, mich mit den Black River Delta zu einem Interview zusammenzuhocken, hier mal ein paar der Dinge, über die Stefan und ich mit den drei sympathischen Schweden gequatscht haben.

Leicht verwirrend am Anfang war, dass es in der Band gleich zwei Eriks gibt, aber auch Pontus möchte ich natürlich nicht unterschlagen.

Viel Spaß hatten wir schon bei den Aufwärmfragen und wir bekamen auch die eine oder andere witzige Geschichte zu hören. Besonders charmant und pragmatisch fand ich die Antwort auf die Frage nach Flaschen- oder Dosenbier – „Was eben da ist“!

Die drei kennen sich bereits aus dem Kindergarten bzw. sind zusammen zur Schule gegangen. Man merkte deutlich, wie gut die drei sich kennen und wie gut sie sich verstehen, da ist nichts von einer gecasteten Band, sie sind alle drei im gleichen kleinen 10.000 Einwohner-Städtchen aufgewachsen. Mangels Masse an anderen Musikern haben sie sich natürlich bereits in ihrer Jugend gemeinsam ausprobiert und einen doch recht ähnlichen Geschmack entwickelt.

Trotzdem haben sie erst 2013 ernsthaft gemeinsam begonnen Musik zu machen, nachdem sie bereits in alle Winde verstreut waren und mit den in Schweden nicht unüblichen Entfernungen zwischen Stockholm, Göteborg und Malmö mehrere Hundert Kilometer überwinden mussten, um sich bandmäßig zusammenzufinden.

Eine Woche Tour haben die drei noch vor sich, bevor sie vorerst nach Schweden und in geregelte Jobs zurückkehren, aber ich würde mich sehr wundern, wenn das dauerhaft so bleibt, so krass gute Musik wie die drei auf die Bühne bringen. Apropos Musik …

Das Konzert

Bluesrock vom Feinsten, das hatte Stefan mir versprochen – und was die Black River Delta ablieferten, das hat meine Erwartung noch deutlich getoppt.

Drei Top-Musiker, alle mit viel Gefühl und doch genau auf den Punkt, begeisterten das prall gefüllte Molotow.

 

Mit einem Mix aus Songs, die sie bereits auf ihrer ersten Scheibe veröffentlicht haben und den Songs, die auf der im September erscheinenden Platte (unbedingt vormerken!!!) enthalten sind, brachten sie vom ersten Song an das richtig satt gefüllte Molotow zum durchdrehen. Wer Blueser kennt, der weiß, dass sich normalerweise nur die örtliche Volkshochschulgruppe für Ausdruckstanz bewegt, aber bei diesem Konzert stand niemand nur steif und starr in der Gegend herum. Selbst Stefan, der ja sonst meist wie ein Pfeiler in der Menge steht, war die ganze Zeit am mitgrooven und konnte sich ein Hinternwackeln nicht verkneifen.

 

 

 

 

   

 

Erik (der eine) an den Drums gibt das Tempo perfekt an, Pontus zeigt virtuos, was er an Harp und Gitarre vermag und Erik (der andere) rundet das Klangerlebnis mit seinem Gitarrenspiel und dem gefühlvollen Gesang dazu ab.

Den perfekten Schlusspunkt fand dies große Konzert, als im Finale zu den drei Schweden noch einmal Andrea Bignasca dazustieß und sie gemeinsam den letzten Song performten. Das war echt ganz großes Kino.

Da war ich dann auch ganz beseelt (wie meine liebe Freundin Suzie sagen würde) und gleichzeitig mega aufgekratzt von dem tollen Konzert und musste dann noch ein wenig über die Reeperbahn…

 

 

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