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Donots in Kiel –

Gastbeitrag von Anne Wand

 

Eigentlich sah der Plan so aus: Mein Freund und ich gehen zum Donots-Konzert und treffen uns dort mit Sabine. Am nächsten Tag wollte ich mit der Oberschnecke dann an meinem ersten Text für den Blog arbeiten.

Eigentlich.

Aber erstens kommt es immer anders und zweitens als man denkt…

Mein Freund wurde auf einen Geburtstag eingeladen und landete dadurch in einem Gewissenskonflikt. Ich hab gesagt, er solle mal zu dem Geburtstag gehen, schließlich käme Sabine ja auch mit. Dann bekam sie allerdings ganz garstiges Fieber und war somit außer Gefecht gesetzt.

Also musste ich mich alleine daran versuchen – und das Ergebnis lest ihr nun hier.

Das Konzert

Freitagabend, 20Uhr, ich mal wieder spät dran aber die Vorband spielt noch. Erst einmal ein kurzer Blick auf den Merch.

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KOSMONOVSKI

So heißt die Vorgruppe, die durch die Anzahl ihrer Mitglieder die Bühne ganz gut füllt. Ich meine mich an mindestens drei Gitarristen zu erinnern. Und natürlich Drums, Percussion, Keyboards, Bass und auch ein Sänger darf nicht fehlen. Was mich allerdings am meisten beeindruckte an Kosmonovski, war ein Rollstuhlfahrer der vorne auf der Bühne saß und die Ansagen machte! Bei vielen Liedern sang er auch mit, aber vor allem machte er Stimmung, indem er einfach wild und begeistert mit den Armen ruderte und dem Publikum zuwinkte.

Die DONOTS

UMBAUPAUSE

UNGEDULD im Publikum

SPRECHGESÄNGE aus dem Publikum:

“Wir woll´n die Donots sehn, wir woll´n die Donots sehn, wir woll´n, wir woll´n….”

DUNKELHEIT

SCHWARZE GESTALTEN im Lichtviereck des Bühneneingangs

 

Der Lichtstrahl einer einsamen Taschenlampe fällt auf die Bühne. Bewegungen im Dunkel… Das Publikum kann sich nicht entscheiden, ob es den Atem anhalten oder begeistert losbrüllen soll. Also macht es beides. Dunkle Gestalten, die die Bühne betreten sind in der Finsternis nur schemenhaft zu erahnen, die Spannung steigt.

Dann die ersten Anschläge auf einer E-Gitarre, es ist immernoch dunkel. Der Drummer gibt den Takt vor. Erst in der Sekunde als alle zu spielen beginnen, geht das Licht an. Blaues Licht. Der Sänger brüllt laut “KIIIIIEEEL!!” Das erste Lied: “von jetzt an mach ich nicht mehr mit”.

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Bereits beim ersten Song ist die Stimmung gut, sowohl auf, als auch vor der Bühne.

Der Plan für den Abend lautet: “wir spielen das ganze, neue Album >KARACHO< in der richtigen Reihenfolge”.  

Das Publikum war schon von sich aus sehr bewegungsfreudig, was allerdings die Donots nicht davon abhielt, es zu nochmehr Bewegung zu animieren. Da wurde eine kleine “Wall of Death” gebildet oder “der größte Circlepit, den die Pumpe je gesehen hat”.

Am besten gefiel mir persönlich die ins Konzert eingebaute Spendenaktion für KEIN BOCK AUF NAZIS: der Sänger erklärte kurz, wie das Ganze funktioniert und kam, nachdem sich ein großer Kreis gebildet hatte, selbst hinunter ins Publikum, um gemeinsam mit einem Kein-Bock-auf-Nazis-Aktivisten die Spendenbüchsen zu schütteln. Er suchte noch einen Anführer für den Circlepit aus, stellte sich mit Dose und Mikrofon bewaffnet in die Mitte des Kreises, sang den Text von “Kaputt” und sammelte währendessen fleißig Spenden. Das war schon faszinierend zu beobachten. Wer dieses Spektakel sehen will, findet es auf youtube unter dem Namen “DONOTS-alles muss kaputt sein_live in Kiel 22.1.2016” oder folgt einfach diesem Link:

https://www.youtube.com/watch?v=SLih95PLpd8

Außerdem lernten wir von den Donots, dass man so gut wie jeden Fehler im Leben als Punkrock tarnen kann… aber nur mit Attitüde!

https://www.youtube.com/watch?v=ddQPQNanrqY

Nachdem das selbsternannte Pflichtprogramm mit KARACHO abgearbeitet war, nahm die Band zur großen Freude des Publikums noch viele Wünsche entgegen, was dazu führte, dass nicht nur die bekannten älteren Songs wie “stop the clocks”, sondern auch fremde, wie z.B. “Westerland” von den Ärzten gespielt wurden.

Die Stimmung wurde also von “sehr gut” noch gesteigert, was für die Donots jedoch auch bedeutete, dass das mit dem wohlverdienten Feierabend sich noch deutlich hinzog. Zwar habe ich während des Konzertes jegliches Zeitgefühl verloren, aber ich kann dennoch guten Gewissens sagen, dass die Donots nach ca eineinhalb Stunden Auftritt noch ´ne gefühlte Stunde lang Zugaben spielten.

Ein Gedanke zu „Donots in Kiel –

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