Was geht am Nordpol Süd??? Musik und Veranstaltungen zwischen Kiel und Hamburg

Mit einem Taxi nach … Kiel!

Sonntagabend auf ein Konzert zu gehen, ist vielleicht nicht immer die allerklügste Entscheidung. Aber es gibt so Bands, da kann ich einfach nicht anders – und letzten Sonntag hatten sich gleich zwei davon gemeinsam in den hohen Norden verirrt.

Fortuna Ehrenfeld aus Köln und ihre „großen Brüder“ von Kettcar brachten das Max typisch norddeutsch zum Beben, was im Klartext natürlich heißt, dass während des Konzerts doch etwas mehr passierte als dezentes Fussspitzenwippen.

Und das geht so …

Eigentlich ja einer der klassischen Kettcar Einsätze für einen Song, kann auch Fortuna Ehrenfeld, ebenfalls beim Kettcar-Label Grand Hotel van Cleef bereits gewissen Kult-Status für sich in Anspruch nehmen.

Wenn Sänger Martin Bechler in verknittertem Schlafanzug auf die Bühne tapst, Tigerprankenhausschuhe an den Füssen, erwartet man kaum, von selbigen gerissen zu werden, sobald er den Mund aufmacht. Aber genau so ist es, diese Stimme ist Gänsehaut pur.Die Texte sehr poetisch, untermalt von Keyboard Sounds und sehr reduziert eingesetztem Trommeln.

     

Man muss allerdings schon ein wenig weniger Norddeutsch im Geiste sein, ob die teils abgedreht wirkenden Metaphern von Hundeherzen, Glitzerschweinen, Bengalos und Raketen zu mögen – und zu verstehen, aber wenn man diesen Punkt erreicht hat, dann kann man sich den Fortunas (oh Gott, das ist nun weniger poetisch) nur noch ergeben und sich von den Songs auf eine Reise in die musikalische Glückseligkeit mitnehmen zu lassen. Ich hab das dieses Mal ganz prima hin bekommen, nachdem ich bei meiner ersten gesehenen Liveauftritt beim GHvC Jubiläum im letzten Jahr erst mal etwas getollschockt war von einigen der Songs und sie einfach nicht verstanden hatte. Aber nun bin ich voll verknallt und geh wie eine Rakete drauf ab.

Nicht dass sie eifersüchtig würden, die Mannen von Kettcar scheinen viel Spaß auf ihrer gemeinsamen Tour zu haben und bei einem gemeinsam performten Song sprüht der Spaß aus jedem Knopfloch.

Die Band wird kommen…

Und natürlich sind sie bei ihrem Gig auch diejenigen, die am Ende des Abends nicht ohne ich glaube 5 oder 6 Zugaben von der Bühne gelassen werden.

Denn es ist auch für jeden etwas dabei, egal in welcher Zeit man irgendwann zum Fan mutiert ist. Ich selbst bin schon seit dem ersten Album „D und wieviel von Deinen Freunden“ Fan und war ganz glücklich, dass auch einige der alten Songs abgekultet wurden. Natürlich geht an „Landungsbrücken raus“ eh kein Weg vorbei, aber auch „Im Taxi weinen“ und die Lovesongs, die niemand so leicht atemlos ins Mikro haucht wie Marcus Wiebusch haben dem ausverkauften Max norddeutsche Begeisterungsstürme entrissen. Toll dazu auch die Videoleinwand-Einspielungen dazu, die in vielen der Songs einfach exakt wie Arsch auf Eimer passten.

Die Kritiken des neuen Albums für ihre Lobhudeleien über Politpunk etwas auch die Schippe nehmend, ging das Publikum bei den neuen Songs genauso ab, denn sie treffen mit ihren Inhalten den Zeitgeist derer, die eben keine Lust haben, ihre Zeit nur am Handy zu auf Netflix zu verdaddeln sondern auch noch auf das schauen, was im Land und in der Welt passiert.

Musikalisch eine meiner großen Lieben, hat der Abend diese auf jeden Fall noch mal ein Stück mehr angefacht, auch wenn sich zusätzlich eine mittelschwere Verliebtheit in Fortuna Ehrenfeld eingeschlichen hat. Zwei so starke, gefühlvoll interpretierende Sänger an einem Abend zu hören, das ist schon großes Kino …

 

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