Kauft mehr Diebesgut!

Nene, keine Sorge, dies ist nun keine Aufforderung, sich vor allem mit geklauten Waren einzudecken. Es geht um etwas völlig anderes …

Samstagmorgen, Schatz hatte ein tolles Frühstück gemacht, herrliches Wetterchen mit viel Sonne. Und eine Verabredung mit den vier coolen Kieler Jungs – da kann Frau ja mal richtig  Glück haben. Erst haben wir uns im Schrevenpark den Hintern beim Fotografieren etwas abgefroren, sind dann aber schnell ins Freistil, dem neue Café-Restaurant in der alten Lessinghalle. Da gab es dann erst  Kaffee und dann später ein Bierchen, denn das Gespräch über die Band, Musik, Festivals und das Leben lief doch ziemlich flüssig. Und die zwei Stunden liefen dann auch wie im Flug.

Diebesgut

Und damit kommen wir dann auch zum Thema – ich hatte mich mit der Band Diebesgut verabredet, nachdem ich neulich so geflasht von ihrer neuen Scheibe war.  So eine tolle Scheibe habe ich nämlich lange nicht gehört, ein wirklich toller Mix aus verschiedenen Stilrichtungen … aber auch dazu im Interview mehr.

 

Das Interview

Sabine: Hi Jungs, stellt Euch doch vielleicht gleich mal vor:

Basti, Sänger                                                                                                Tobi, Gitarrist

                                 

Marvin, Bassist                                                                                    Dennis, Schlagzeuger

                    

 

Sabine: Erzählt doch mal was zu Eurer Bandgeschichte.

Basti: Tobi und ich hatten Anfang 2008 die Idee, gemeinsam Musik zu machen. Ziemlich bald kam dann Dennis dazu, so dass wir mit unserem Gig am 04. März bei unserem Gig im KDW Neumünster unseren 9. Geburtstag feiern können. Marvin ist als „Neuling“ auch schon seit sechs Jahren dabei.

Sabine: Ihr habt jetzt ja vor kurzem Eure erste „große“ Scheibe aufgenommen, gibt es denn schon mehr Musik von Euch in gepresster Form?

Dennis: Wir haben bereits drei EPs aufgenommen, eine davon auch unplugged, damit wir unseren Fans gerade auch bei akustischen Konzerten das mit nach Hause geben können, was sie vorher live gesehen haben. Und *lacht* wir haben uns natürlich auch ein wenig in Zugzwang gebracht, da die Scheibe Unplugged I heißt.

Sabine: Wie schaut es denn bei Euch in Sachen musikalischer Entwicklung aus – wer schreibt die Songs, wer macht die Texte?

Tobi: Oh, das kommt immer ganz darauf an. Häufig habe ich eine Melodie, die ich zur Probe mitbringe und wir basteln dann gemeinsam daran herum.

Basti: Meistens kommt der Text dann später von mir dazu. Bei dem einen oder anderen Song habe ich aber auch erst den Text gehabt und der wartet dann eben so lange in der Schublade, bis die passende Melodie dazu da ist.

Einer der Songs, Schilderwald-Liebe, stammt aus der Zeit, in der ich für die Schule ein Gedicht im Deutschunterricht schreiben musste – Jahre später fand der dann seine Melodie und ist nun auf unserer neuen Scheibe „Großer Mann“ mit drauf.

Marvin:  Und zu „Gedanken frei“ gibt es auch eine Geschichte. Wir waren alle vier gemeinsam auf dem Deichbrand-Festival. Spät nachts saßen wir dann noch vor dem Zelt, wurden ein wenig zugetextet von Leuten vom Nachbarzelt und Basti saß eigentlich nur so da, den Kopf zurück gelehnt und starrte in den Himmel. Als ich ihn dann fragte, woran er gerade denken würde, kam da nur „Ich denke eigentlich gar nichts“ . Und dann ich „Ja, dann schreib doch genau darüber mal einen Song“. Und das hat er dann auch gemacht …

Dennis: Der am schnellsten entstandene Song ist übrigens „Konsum für Hunde“, von der Idee bis zum fertigen Song hat es genau eine Bandprobe gebraucht

Tobi: Für die CD wollten wir gern 11 Songs haben. Der letzte Song, den wir dann entwickelt haben, war „Heimat“. Irgendetwas fehlte uns daran aber noch, bis Dennis auf die Idee kam, auf den Song zu Rappen – und das Ergebnis ist schon super gelungen. Auch die Verbindung von Synthesizer und fetten Riffs war uns sehr wichtig

Sabine: Die Songs Eurer neuen Scheibe – welche liegen Euch selbst dann am meisten am Herzen?

Hier sind sich die Jungs ziemlich einig, „Die Liebe“ (mit Helene Nissen, die am 09. Februar am Deutschen Vorentscheid für den ESC teilnimmt), „Mein Weg zurück“, „Heimat“ und „Gedanken frei“ sind hier die TOP Songs – die übrigens auch mir besonders gut gefallen, wie Ihr auch in meinem CD Review nachlesen könnt.  

Sabine: Wie und wo habt Ihr denn „Großer Mann“  aufgenommen?

Tobi: Aufgenommen haben wir die Scheibe in Eigenproduktion, abgemischt habe ich sie auch selbst. Nur das Mastering und die Pressung haben wir bei Hofa machen lassen.

Sabine: Hammer, die Scheibe hört sich so professionell an, das hätte ich nie erwartet. Wer ist denn für das tolle Design der CD verantwortlich?

Dennis: Das Design habe ich gemacht. Bei meinen regelmäßigen Bahnfahren hatte ich reichlich Zeit, mich in Photoshop einzuarbeiten und alles solange zu überarbeiten, bis es stimmig war.

Sabine: Wie sieht es denn mit Euren weiteren Plänen in Sachen Musik aus? Und lebt eigentlich jemand von Euch von der Musik?

Tobi: Ich lebe mehr oder minder davon, zwar nicht von der Band, aber ich habe eine Gitarrenschule.

Basti: Wir wollen auch weiter Spaß an der Musik und Songwriting haben und auch noch mal einen Schritt weiter gehen.

Dennis: Coole Touren würden wir auch gern machen.

Marvin: Natürlich auch regelmäßig Konzerte spielen und auch raus aus Schleswig-Holstein.

Tobi: Und vor mehr als 50-100 Leuten spielen, das wäre cool.

Auch hier sind sich die vier also einig. Und damit bin ich auch am Ende des Interviews mit dieser harmonischen Band angekommen, die offensichtlich weit über das eigentliche Bandgeschehen miteinander zusammen gewachsen sind und ein tolles Team bilden. Und wenn eins klar ist, dann sicherlich, dass ich mir den nächsten Live-Auftritt der vier ansehen  und -hören werde.

2 Gedanken zu „Kauft mehr Diebesgut!

  1. So, das liest sich doch mal wieder spannend, wie immer, wenn Sabine eine Band vorstellt und deren Werk beurteilt. Wobei ich bei der Beschreibung der unplugged-CD immer wieder einen kleinen Freudensprung mache, denn GENAU DAS, ist etwas das ich auf den meisten, also fast allen Konzerten vermisse, den Sound den mensch eben noch gehört hat, mit heim nehmen zu können. Nicht gleich den Mitschnitt des gleichen Konzerts, aber zumindest etwas das „gleich“ klingt. Denn selbst eine supermega Aufnahme aus dem Studio enttäuscht zu 50%, weil sie eben nur Erinnerungen an das vergangene Konzert weckt.

    Und das schöne daran für mich ist heute, dass ich mir ned die Ohren wässrig machen lassen muss, denn bisher hatte ich nie direkt im Anschluss die Möglichkeit, auch zu hören von was Sabine hier berichtet. Heute habe ich sie!!
    Diese CD halte ich bereits in Händen, rippe sie und freu mich tierisch drauf, sie zum ersten Mal anzuhören und an einem meiner Sendetage auch zu präsentieren!

    Rock zum Gruß
    Martin, der Thalkirchner von Radio Home of Rock

  2. So! Ich abe es versprochen und hier ist mein Review (auch im Hinblick darauf, dass nicht jeder Mensch im Fratzebook ist

    Am Samstag hatte ich das neue Album von Diebesgut im Briefkasten. Jubel & nochmals allerbesten Dank dafür!
    Aber erst heute, also Montag, hatte ich die Zeit, haahaa, auf dem Weg zur Arbeit im Auto, mal richtig reinzuhören.
    Ich sags mal so „Das Warten hat sich gelohnt“.

    Auf die Frage, mit 3 Worten dieses Album zu beschreiben hätte ich 2 Angebote:
    1. 3 sind zuwenig! oder 2. Packend, grandios & professionell!

    Aber zurück zur Musik, ich wollte mir für die Beurteilung wirklich Zeit nehmen und der Weg in die Arbeit passt da recht gut. Notizzettel und Stift zur Hand, Handy an und los..

    „Intro“
    überrascht mich, Elemente aus Klassik, Pop, Elektronik sind gut kombiniert und machen Lust auf mehr..
    So wie das Album sich von Song zu Song steigert, nach 35 Minuten Fahrt bin ich gefühlt auf Tempo 200, so hat mich das mitgerissen. Da war ich aber erst beim Song Nr. 8 – Konsum für Hunde.

    Ihr merkt sicherlich, dass ich nicht sehr geübt bin, solche Reviews zu schreiben, ist halt so. Hoffe, es liest sich nicht zu holperig.

    Der zweite Song, „Großer Mann“ ist berechtigt kritisch, hinterfragend, so wie im Prinzip die ganze Scheibe.

    „Schilderwald-Liebe“
    irritierte mich vom Titel her etwas, weckt aber die Neugier zu hören, um was es geht,
    wie einige, ) so auch der Song Nr. 8) ist stimmlich vom Gesang her toll gemacht, und textmässig eine Spannung aufzubauen gelingt hervorragend.

    „Heimat“
    beginnt echt heimatlich, vom Stil her. Das auszuführen, hier, würde den Rahmen sprengen. Kurzfassung: G E I L mit Ohrwurmverdacht!

    „Zeitvertreib“
    klingt vertraut, warm und bekannt und würde ich mit den Worten beschreiben:
    „was für eine Liebeserklärung“

    „Umlaufbahn“
    Mein erster Gedanke, vom Stil her gesanglich ein bisserl wie Mick Jagger, und auch vom Klang der Stimme. Was für ein Vergleich, denke ich mir ein paar Takte später, aber er stimmt. Und der Song juckt, mitgesungen zu werden und belohnt den Mut dann auch noch mit einem bombastischen Solo.

    „Schlussstrich“
    In meinen Ohren und im Herzen ein Song mit Wiedererkennungswert, * * *, ebenfalls ein Song mit OWC = Ohrwurmcharakter, hier kürze ich der Einfachheit halber ab, wobei keines der Stücke „einfach“ ist.

    „Konsum für Hunde“
    wieder ein Titel der mich erstaunt! Beim Hören bin ich wie oben schon angedeutet, auf Tempo 200, laut aufgedreht genieße ich dass sich das Album steigert, von Song zu Song. Es reizt mit dem Kopf zu wippen, mit den Füßen zu stampfen und nach mehrmaligem Anhörn auch zum mitsingen. In einigen Zeilen steckt ne ganze Menge Wahrheit und damit stellt der Hörer fest, der Basti als Frontmann ist durch und durch authentisch. Das ist der Vorteil (ich drücke es vielleicht etwas zu vulgär aus), wenn Songs in Deutsch gesungen werden, das packt den Hörer/die Hörerin wesentlich eher textlich „an den Eiern“ als englische Texte.

    Schade, dass ich nun schon in der Arbeit bin und nicht weitermachen kann, mit dem Anhören, aber es gibt auch noch einen Heimweg. Also rockig mit Diebesgut im Ohr ans Werk 😀 .

    Feierabend, weiter gehts, mit dem Song
    „Gedanken frei“ – hier war mein erster Gedanke, an den Song frei nach Fallersleben. Packender Sound, auch diese „furztrocken“ gespielten Drums begeistern mich völlig, unheimlich wäre das falsche Wort an der Stelle! Vor allem, weil nämlich im Booklet steht, dass sich der Drummer selbst das Trommeln beigebracht hat. Begeisternd, was der zustande bringt! Diese Begeisterung gebührt allen 4 Musikern ebenso wie denen, die noch bei der Entstehung dieses Albums mitgewirkt haben.

    Dann kommt eine Frauenstimme mit ins Spiel, Helene Nissen im Song „Die Liebe“ ist hier mit am Microfon. Auch hier wieder Wahrheiten und Gefühle, nicht schmalzig, sondern erdig und ehrlich. Aus dem Leben gegriffen.

    „Der Weg zurück“. Vertrauter Rock, nichts kopiertes, sondern griffige Riffs, die die Trommelfelle in angenehme Schwingungen versetzen und Text der erst mit dem nächsten Song „Auf der Suche“ rund wird.
    Ich staune, bin ergriffen denn hier höre ich melancholisch verpackte Weisheit. *~~

    Und damit nach so viel Input kein „kaputt“ kommt, ist noch ein 13.Song auf dem Album, das Outro. Das ist so eine letzte warme Umarmung, kommt es mir vor, so eine Art Verdauungsschnaps, der aber nicht brennt, sondern eher wärmt, wie ein Grog nach einem langen Winterspaziergang. Mich begeistert dieses Album sehr!

    Zusammengefasst, besser alles in allem, ein sehr ausgeklügelt wirkendes und klingendes Gesamtpaket, keineswegs verkünstelt, sondern „straight to the heart“ geht jeder Song mit eigenem Charakter ins Ohr und ins Herz. Packt einen dort wo es „zwickt“. Ganz ehrlich, das weckt Lust auf mehr. Denn so wie es mir an und an geht, schreibt das Leben die Texte für solche Songs.

    Dazu möchte ich noch anmerken, im Booklet zu dem Album, das 2012 zu wachsen begann, stehen einige sehr aufschlussreiche Dinge, die ich hier nicht nocheinmal extra wiedergeben mag.
    Tut euch und euren Ohren den Gefallen und besorgt’s euch, das Album „Großer Mann“ von Diebesgut, gell!

    Rockige Grüße
    Euer Martin, der Thalkirchner

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.