Was geht am Nordpol Süd??? Musik und Veranstaltungen zwischen Kiel und Hamburg

Wingenfelder – Das Interview

Gestern Abend gab es dann schon eines meiner persönlichen Kieler-Woche-Highlights, auf das ich mich schon seit Wochen gefreut hatte. Bereits seit dem Entdecken der CD war ich heiß drauf, Wingenfelder live zu sehen. Und sie hatten sogar Zeit für mich –  vor dem Gig konnte ich sie noch für ein paar Fotos und ein Interview treffen.

Vor dem Interview

Ich war ganz erstaunt, wie unspektakulär es vor sich ging, erst einmal hinter die Bühne beim NDR in den Künstlerbereich zu gelangen. Kai Wingenfelder hatte mich auch vorher angekündigt, und so konnte ich direkt in den von reichlich Security abgesperrten Bereich hineinspazieren. Für mich fühlte sich das schon ziemlich cool an – passiert einem ja auch nicht alle Tage, dass man „echte“ Stars zum Anfassen trifft. Wobei – letzte Woche Samstag Dan Baird, das war auch schon beeinruckend, aber doch im Vergleich unspektakulär, weil die Location sich ja eher in den Bereichen bewegte, in denen ich oft unterwegs bin – kleinere Clubs mit bis zu 100 Leuten, wo die Musiker dann vor und nach dem Auftritt doch eher „zum Anfassen“ sind.

Diesmal mit der riesigen Bühne, den Menschenmassen, die in diesem Moment auf der Bühne gerade Michael Schulte (auch ein sehr geiler Gig, Respekt!) feierten, und ich die Stars, die eine Stunde später auf der Bühne vor Tausenden Menschen eine tolle Show abliefern würden, treffe – das ist schon ganz was Besonderes.

Thorsten und Kai Wingenfelder, sind bei unserem Treffen total gut drauf und man spürt die Vorfreude auf den Gig. Zuerst machen wir ein paar Fotos und die beiden sind dabei „eben ganz normal“, wie auch schon bei der Begrüßung.

Dann gehe ich mit Kai Backstage und wir quatschen zu den Fragen, die ich mitgebracht habe.

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Das Interview

Zum Aufwärmen hat Kai von mir erst mal fünf kurze Flashlights bekommen, bei denen er die Qual der Wahl hatte – und sich nicht immer eindeutig entscheiden konnte *lach*

Diese Rubrik findet ihr auch in meinen nächsten Interviews ..

Dosen- oder Flaschenbier?

Flasche

HSV oder St. Pauli?

 Pauli

Prinzessin oder Piratin?

Piratenprinzessin

Segeln oder Strandkorb?

Segeln

Ostsee oder Mittelmeer?

Beides

Tourleben

Ihr seid den Sommer über ja reichlich unterwegs auf Festivals und Eure „Selbstauslöser“-Tour geht ja auch noch bis Oktober – wie tankt Ihr da Kraft?

Kai: lacht …Wir sind doch Männer – das tut gar nicht not. Die „Selbstauslöser“-Tour liegt auch in den letzten Zügen und wir schreiben zurzeit Songs für das neue Album. Einfach mal durchatmen reicht völlig aus.

Deutsche Songs?

Ihr habt früher mit Fury (Fury in the Slaughterhouse) englische Musik gemacht? Warum nun auf deutsch?

Kai: Die Musik von Fury war auf ihre Art und Weise unverwechselbar. Wenn wir auf englisch weiter gemacht hätten, dann wäre es ein Anknüpfen gewesen. Die Fans hätten auf den Konzerten sicher die Hits wie „Time to wonder“ hören wollen und davon wollten wir uns abgrenzen.

Außerdem ist es eine größere Herausforderung, die Texte in deutsch zu machen. Das Englische ist weicher und es kommt nicht ganz so auf den genauen Wortlaut an. Im Deutschen gehen wir viel öfter über die Texte drüber bis alles wirklich perfekt ist.

Entstehung der Songs

Wie entstehen Eure Songs? Habt Ihr erst die Musik oder erst den Text?

Kai: Ich habe erst die Musik, manchmal auch nur eine Gesangsmelodie. Daran orientieren sich dann die Texte.

Wer von Euch schreibt? Textet Ihr beide oder betreibt Ihr da Arbeitsteilung?

Kai: Nein, keine Arbeitsteilung. Wir komponieren und texten beide. Thorsten und ich haben da beide den gleichen hohen Anspruch an unsere Musik und er singt inzwischen auch.

Immer nur Musik?

Kannst Du Dir vorstellen, auch etwas anderes als Musik zu machen? Gibt es eine Alternative für Dich?

Kai: die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen… Papa sein. Meine beiden kleineren Kinder sind 10 und 6, das ist schon toll. Die große ist 24 und lebt inzwischen hier in Kiel. Ich kann mir nichts Besseres vorstellen als Zeit mit ihnen zu verbringen.

Ich habe gelesen, Du betreibst auch eine Filmproduktionsfirma und hast ein Restaurant?

Kai: Das Restaurant habe ich nur ein Jahr betrieben und die Filmproduktion beschränkt sich seit diesem Jahr zunächst einmal auf Videos für Wingenfelder. Mehr Zeit bleibt da einfach nicht. Wir befinden uns in den Vorbereitungen für ein neues Album. Auch Thorsten ist eigentlich nur noch in Sachen Wingenfelder mit seiner Fotografie beschäftigt.

Das nächste Album

Das neue Album – Wie ist da Euer Zeitplan?

Kai: Seit Januar diesen Jahres schreiben wir Songs für das neue Album. Ich produziere sie in Teilen bereits vor, um einen genaueren Eindruck zu gewinnen, wie sie sich nachher fertig anhören sollen. Bis zu unseren Aufnahmen im nächsten Februar werden wir so um die 22 Songs fertig gestellt haben, von denen dann etwa die Hälfte auf dem neuen Album landen wird.

Wo geht Ihr ins Studio?

Kai: Wir werden uns für etwa 4 Wochen in Spanien im Studio unseres guten Freundes Paule (der auch andere deutsche Größen wie die Fanta 4 produziert hat) einschließen. Dort gibt es weit und breit nichts außer Bananenfeldern, so dass wir auch nicht abgelenkt werden und uns ganz auf die Musik konzentrieren können. Mein Bruder und ich ticken da gleich und wollen die Aufnahmen dann zügig und perfekt im Kasten haben. Da kann es dann durchaus mal sein, dass wir auch bis nachts um 2 im Studio hocken, bis das Ergebnis stimmt.

Ihr seid ja keine Band im eigentlichen Sinne sondern ein Duo, das sich zusätzliche Musiker an Bord holt. Wie schaut´s bei der neuen Platte aus, bleibt die Mannschaft gleich oder gibt es da Wechsel?

Kai: Bis auf den Schlagzeuger gehen wir mit genau den gleichen Musikern weiter, mit denen wir auch schon unsere letzte CD eingespielt haben. Es ist leichter so als in einer größeren Band zu spielen, da es in einer funktionierenden Band einfach keine Demokratie geben kann. Es braucht immer ein oder zwei Personen, die die Richtung geben. Wenn jeder seinen Senf dazugibt, seine Songs machen will, dann ist eine Einigung schwer möglich. Das ist auch der Grund, weshalb wir mit Fury keine neuen Platten mehr hätten machen können. Jeder hatte seine eigenen Ideen und die passten dann letztlich nicht überein. Live hätten wir sicher noch lange zusammen spielen können, aber gemeinsame neue Dinge waren nicht mehr möglich.

Und nach den 4 Wochen ist alles rund?

Kai: Ich hoffe. Wir haben unser erstes Album, „Besser zu zweit“ auch in Spanien aufgenommen. Im Vergleich zu „Selbstauslöser“, das wir in Köln aufgenommen haben, ist es persönlicher und wir hoffen, daran anknüpfen zu können.

 

Damit bin ich dann tatsächlich alle meine Fragen losgeworden, habe eine tolle halbe Stunde im Gespräch verbracht und verabschiede mich – in Vorfreude auf das daran dann gleich anschließende Konzert. Dazu mehr in meinem nächsten Blogpost ...

 

 

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