US Cars die Zweite – Lensahn am 1.5.

Wie jedes Jahr am ersten Mai trifft sich alles was einen V8 unter der Haube hat am coolsten American Diner in Schleswig-Holstein, dem Chrome in Lensahn.

Die letzten paar Jahre hatte ich es nicht geschafft, dort vorbei zu rauschen, aber in diesem Jahr stand ich bei meinem Herzblatt im Wort und so machten wir uns gleich morgens auf den Weg, einen kleinen Zwischenstop am Selenter See zum Frühstück dort ganz romantisch mit frischem Kaffee und Brötchen inklusive.

Als wir dann in Lensahn ankamen, war das Gewühle dort schon riesig groß, so viele Menschen, Maschinen und so wenig Parkplätze. Das ließ dann doch ein wenig Partycharakter erhoffen – was allerdings, um es gleich vorweg zu nehmen, doch deutlich enttäuscht wurde.

Neben den wirklich schönen Muscle Cars und sonstigen coolen Karren war Rahmenprogramm so gut wie nicht vorhanden, keine Musik, so gut wie keine Verkaufsstände, weder Getränke- noch Essenstände. In früheren Jahren war da doch deutlich weniger Luft nach oben und mehr Spaß, als noch alles auf der grünen Wiese stattfand und man von Auto zu Auto schlenderte und großartig miteinander ins Quatschen kam. Das Pilgern über mehrere Firmenparkplätze machte wenig Freude, Gespräche zwischen Liebhabern kamen so nur wenig zustande und es waren viele lange Gesichter zu sehen.

Ich würde mir hier wünschen, dass man sich in Lensahn an solchen Veranstaltungen wie am Alten Güterbahnhof doch eine Scheibe abschneidet und in Sachen Musik – wir haben doch so tolle Rockabilly-Bands in SH – und Versorgung einen deutlichen Zahn zulegt.

 

Güterbahnhof rockt mit Mugge und US Cars

Gestern war ein riesig schicker Tag. Morgens bin ich mit meinen Mädels und unserer Süssen nach Timmendorf gefahren und im Sea Life Center dort gewesen (Artikel mit so richtig Hammer-Bildern folgt) und Nachmittags ging es denn noch mal eben zum US CARS & BIKES CLASH am Alten Güterbahnhof.

Da war dann alles versammelt, was Rang und Namen hat – es waren nicht nur geile Karren am Start, auch Mugge gab es da von Mittags bis Nachts auf die Ohren.

Durch Nightlive konnten wir nur ein gutes Stündchen auf dem Platz verbringen, aber ich war schon ganz glücklich, dass mir endlich mal die Stromabnehmer Schultze, von denen ich vorher schon so einiges gelesen hatte, auf die Ohren und vor die Linse kamen.

Wenn Ihr so richtig Bock auf Partymugge habt, die über Mallorca-Tralala deutlich hinausgeht und auch eine gesunde Entfernung zu Schlager hat, dann seid Ihr mit den Eckernförder Jungs echt gut bedient.

Deutsche Texte, Rock ohne in die klassische Deutschrock-Schublade zu passen und einfach echte Typen auf der Bühne, die man abfeiern konnte. So muss das …

 

Und hey, natürlich kommen nun auch die Auto-Fans nicht zu kurz, hier mal eine kleine Auswahl an potenziellen fahrbaren Lieblings-Untersätzen <3

Mein Fazit zu der Veranstaltung: Geiler Scheiß, sowas hat in Kiel echt gefehlt. Ich könnt mich immer noch in den Hintern beißen, dass ich nicht mehr Zeit hatte, um die anderen Bands zu sehen und natürlich auch, um mehr von der coolen Location, den tollen Autos und den Leuten zu sehen, zu quatschen und einfach Spaß zu haben …

 

Einzug des Glücks-Faultiers

Sicher wird der eine oder andere im letzten halben Jahr festgestellt haben, dass es hier auf schneckenschubsen doch deutlich ruhiger zugeht als früher.

Das hat rein gar nichts damit zu tun, dass mir Musik weniger am Herzen liegen würde als früher. Aber schon damit, dass ich seit geraumer Zeit versuche, nicht mehr so sehr über meine Kräfte zu leben, wie ich dies früher immer getan habe. Immer bis ans Limit und noch ein Stückchen drüber hinaus. Die Zeiten, in der ich mir beweisen musste, dass ich möglichst gestern noch alles kann und alles schaffe – die sind aktuell vorbei.

Bei mir hat sich inzwischen das Gefühl eingestellt, auch mal Ruhe und das Leben an sich genießen zu können und nicht immer noch einer drauf setzen zu müssen. So sehr ich gerade Live-Musik liebe, so wenig muss ich inzwischen jede Veranstaltung mitnehmen, weil sie ja vielleicht eine noch nicht gesehene und gehörte Perle beinhalten könnte.

Und – ganz ehrlich – es ist auch cool, nicht mehr das Gefühl zu haben, ständig etwas zu verpassen – und einfach nur zu sein. Mal ein paar Takte auf dem Bass oder der Gitarre zu klimpern und einfach nur faul zu sein. Faul – für mich eine bislang völlig unterschätzte Erfahrung – diese ruhige Selbst-Zufriedenheit ohne jedes schlechte Gewissen die Seele baumeln zu lassen.

Und hey, das tu ich nun einfach mal … nennt man wohl Glück. Und das habe ich, mit meinem Job, meinen Freunden, meiner Familie – und auch mit mir <3

Warum?

Das kann ich selbst gar nicht so genau an einem einzelnen Ereignis fest machen, es ist eher die Summe mehrerer Dinge, wie z.B. die Geburt der kleinen Elli, das mit der Zeit immer besser werdende Zusammenleben mit meinem Liebsten und das Gefühl, doch so einiges in Bewegung gesetzt zu haben in der Kieler Musikszene in den letzten Jahren.

Zukunft?

Trotzdem wird es natürlich auch zukünftig Artikel zu Musikevents geben, CD Reviews etc – nur die Taktzahl bleibt wohl eher so wie momentan. Denn auch jetzt passiert in meinem Leben natürlich nicht nix – ein guter Teil meiner Zeit geht in die Organisation der monatlichen TV-Musiksendung „Nightlife Nightlive“, für die ich die Sendeorganisation, das Booking und die Moderation mache (hey, hier können wir übrigens jederzeit Unterstützung brauchen!). Dann habe ich noch andere Hobbys für mich entdeckt, Camping mit unserem selbst ausgebauten Bus, Lettering – und mein aktueller Lieblingszeitvertreib – mit Klein-Elli auf dem Fussboden rumkabbeln und spielen.

Bis demnächst in diesem Theater – oder vor einer der Bühnen unserer schönen Stadt 🙂

Der Rotz alter Männer

Der Rotz alter Männer

Es passiert schon sehr selten, dass ich dann mal ohne meine bessere Hälfte in Kiel ein Konzert besuche. Freitag war es aber soweit. Ich hatte Bock auf dreckigen Rock n Roll und Kochis Veranstaltung hörte sich verdammt danach an. Also direkt von der Arbeit in die Pumpe in den Roten Salon.

Also schlecht war meine Entscheidung schon mal nicht.

First Year Nameless

Die Frage stellte sich bereits nach den ersten 3 Songs der Jungs von First Year Nameless nicht mehr. Sie selbst beschreiben ihren Stil als guten alten Rock ihrer Vorbilder. Besser kann ich es auch nicht ausdrücken. Es ist verdammt guter Rock, den die Jungs da abliefern. Klar, gerade in dem Bereich wurde so ziemlich jeder Songs und jedes Riff schon mal gespielt, also ist es umso schwieriger hier seinen Platz zu finden. Brauchen sie aber auch gar nicht, wenn ihr mich fragt. Sehr coole Hooklines mit klaren Riffs. Wenn ihr Bock auf tanzbaren Rock habt, dann macht mal Party mit den Jungs. Lohnt sich wirklich!


Ach ja und übrigens. Der junge Frontmann dieser Band hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Da wächst etwas nach, was es immer seltener gibt. Frontmänner die nicht nur singen, sondern auch sonst alles im Griff haben.

Overdrive Sensation

Tja und dann war da noch Overdrive Sensation. Da stand was von Boogie & Roll. Boogie wird viel zu wenig angeboten in Kiel, also passte das. Auf welche Erfahrung die Band zurückgreifen kann, war dann schwer zu übersehen. Sie waren vom ersten Moment an da und das wagte auch niemand zu hinterfragen. Ich meine du stellst dich auf die Bühne und lieferst einfach nur fett ab. Da brauchst du keine Zugaben oder sonst irgendwelchen Kram. Der ganze Rotz alter Männer kommt bei der Band zum Vorschein.


Kurz gesagt… geiler Scheiß. Könnt ihr in diesem Video auch ein bisschen sehen.

Also falls ich dann noch mal alleine losgehen sollte demnächst. Das wird schwer zu toppen sein. 🙂

Jakob Heymann als Schoko-Dude unterwegs

Die Schaubude ist Freitagabend beim Konzert von Jakob Heymann brechend voll. Dies liegt vor allem dran, dass er sich im Januar beim Konzert von Götz Widmann als dessen Sidekick unheimlich gut verkauft hat. Mit seinen beiden Granaten-Songs „Schoko-Dude“ und „Lied 5“  hatte er die Massen bewegt und gleich reichlich Karten für seinen Solo-Gig in der Schaubude an den Mann bringen können.

Das Konzert

Und offensichtlich konnte er auch bei seinem Konzert letzten Freitag die Menge begeistern. Zeitgeist der 20+ er ist es wohl, ein wenig verstrahlt und ohne großen Plan ihr Leben zu chillen. Dass Jakob genau diesen Nerv trifft und sich entsprechend auf der Bühne präsentiert, wirft in mir die Frage auf, ob er wirklich so planlos ist oder ob er eine geniale Verkaufstechnik ausspielt.

Hier für alle noch mal ein kleines Beispielvideo.

Konzeptfrei und in loser Reihenfolge bietet er Songs, die er selbst offensichtlich nur in Teilen ernst nehmen kann, vernuschelt immer dann, wenn er selbst an den Punkt kommt, dass ihm die Nummer zu getragen, zu bissig, zu poppig oder überhaupt zu lang wird, einfach mal – ZACK – das Ende und wird dafür reichlich gefeiert. Nebenher auch besondere Stilmittel einzusetzen, die sich in vielleicht gerade noch im Comedy-Bereich sonst jemand zu nutzen traut, während des laufenden Loops von der Bühne zu gehen, plötzlich zu stimmmässig zu fisteln oder sich „zu verkleiden“ – das ist auf jeden Fall so unprätentiös liebenswert, dass ihm die Herzen aller zufliegen lassen.

Warum denn Liedermacher?

Am meisten bewegt mich persönlich die Frage, warum jemand, der offenkundig so gut singen kann, denn nun gerade im Liedermacher-Genre unterwegs ist und sich nicht als Singer-Songwriter oder Rapper ein vermutlich deutlich größeres Publikum erschließt. Musikalisch sowohl mit Loop Station seine eigene Band, kann er alle Genres störungsfrei bedienen und singt poppige Songs genau so gut wie Rap, Folkpop schließt sich an sarkastisch vorgetragenes Schlager-Liedgut (welches selbstverständlich ausschließlich als Referenzkatastrophen angestimmt wird) – alles fehlerfrei und auf den Punkt.

Die Inhalte – nunja, neben Cannabis- und Trinkliedern ist auch der eine oder andere Hochklassige Liedermacher-Song dabei – und letzere sind dann auch mit so spitzer Feder verfasst, dass ich mir dann doch das Booklet dazu wünschen würde.

Gefeiert habe ich den Abend auf jeden Fall – gute Unterhaltung hält eben auch ein wenig Genuschele aus …

 

Falk – mein persönliches Triple

Angedroht hatte ich es ja in der letzten Woche schon – hier nun der Konzertbericht und das Interview zu Falks Konzert-Stippvisite in Kiel. Wenn ich mir einen Künstler drei Jahre in Folge ansehe, dann scheine ich nicht nur begeistert zu sein – ich bin es!

Das Interview

Kuschelig backstage in der Schaubude haben wir uns vor dem Konzert zusammengehockt und ein wenig geklönt – über Tourleben, Beziehungen, Karriere und Perspektiven.

ICH: „Du bist jetzt das dritte Jahr in Folge auf Tour. In den letzten beiden Jahren bist Du ja vorrangig mit Götz Widmann unterwegs gewesen. Wie ist es denn nun solo unterwegs zu sein?“

FALK: „Es ist schon schön, jetzt ein volles Programm spielen zu können und nicht nur ein paar Songs am Abend wie vorher bei Götz als Support. Ich habe auch gute Erfahrungen gemacht, meist sind die Läden auch so voll – und manchmal bin ich dann eben intimer mit dem Publikum.“

ICH: „Wie schaut´s denn aus – kommst Du trotzdem dann und wann heim?“

FALK: „Ja, meist habe ich Sonntags bis Dienstags frei und bin dann zu Hause.“

ICH: (mal eben mit der Tür ins Haus fallend) „Als ich mir Deine neue Scheibe angehört habe, kam ich ja schon in Sorge um Dein Privatleben. Noch alles klar im Privatleben?“

Falk lacht: „Nicht jeder Song ist ja autobiografisch oder kurzfristig entstanden. Also keine Sorge, ich habe mich nicht getrennt oder bin unglücklich. Aber in der Vergangenheit hat mich schon die eine oder andere Exfreundin entrüstet angerufen und sich beschwert, wenn sie sich wieder erkannt hat.“

ICH: „Du hast ja in letzter Zeit Dein Publikum deutlich erweitern können.“

FALK: „Stimmt, ich trete jetzt vermehrt in Theatern auf, seitdem ich das Label „Musikkabarettist“ trage. Und Comedy mache ich jetzt auch mit „NightwaWash“, demnächst auch im Fernsehen. Wobei ich nichts anderes singe als bisher auch – nur dass ich natürlich die Songs nach Publikumskreis auswähle und während einer Comedy Show keine hochdepressiven Themen anschneide.“

ICH: „Wann machst Du denn die nächste Scheibe? Du bist da ja so regelmäßig wie ein Uhrwerk bisher.“

FALK: “ Ende des Jahres kommt ein Live-Album, für das ist bereits jetzt den einen oder anderen Live-Gig mitschneide. Die nächsten Monate konzentriere ich mich erst einmal auf meine Tour, dann werde ich neue Songs machen und sicher den einen oder anderen schon mal vorab auf Konzerten austesten.“

Dann habe ich nach längerer Pause noch mal meine Lieblings-Shorties ausgepackt.

Strandkorb oder Berge? Zuletzt eher Strandkorb – Berge sind aber auch schön. Aber niemals wandern!

Weißwein oder Dosenbier? Hm – kein Rotwein – dann Doesenbier

Blond oder braun? Ich nehme alles.

HSV oder St. Pauli? Dann St. Pauli (Falk ist Bremen-Fan)

Ostsee oder Mittelmeer? Mittelmeer

Prinzessin oder Piratin? Piratin

 

Das Konzert

Vorweg – das Konzert war dann eines der eher intimeren Art mit unter 50 Besuchern und nicht gerade vergleichbar mit Auftritten auf dem Nürnberger Bardentreffen, wo Falk schon vor 2000 Menschen gespielt hat. Aber auch bei dieser doch eher kleinen Schar hatte ich in keinem Moment das Gefühl, es wäre ihm weniger wichtig, seine Songs zu bringen und die jeweilige Botschaft unter die Leute.

 

Auch an Zugaben sparte er nicht – und wurde von den Anwesenden reichlich gefeiert, während er seine Lieder zwischen plakativem Spaß, pointierter Bosheit und treffenden Formulierungen sang.

Bunt gemischt aus seinen bisherigen Veröffentlichungen ging Falk auch auf Sonderwünsche des Publikums (ja auch mein Extrawunsch Torben wurde gespielt) ein. Und gefeiert habe ich mich am Freitagmorgen, als ich während einer Schulung dann das Zitat aus „Hinten kackt die Ente“ anbringen konnte, das mir irgendwie noch im Gedächtnis – wenn ich jetzt „klebte“, hört sich das sicher komisch an …

Natürlich kamen auch die Songs des neuen Albums „Skizzen“ nicht zu kurz, Falk ließ es sich nicht nehmen, doch etliche davon in seinem Programm vorzustellen. Und hey, das Album ist klasse und unbedingt kaufenswert (könnt Ihr auch hier nachlesen!)

Beim Live-Vortrag habe ich mich dann doch noch mal heftig in „Unsympath“ verliebt und Tränen gelacht.

Mein Fazit: Wer nicht da war, hat echt was verpasst und sollte sich schon mal Anfang nächsten Jahres rechtzeitig den Termin freihalten, es lohnt sich sehr.