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CD Review: Dr. Love Power & his Orchestra – Pawn Shop Diaries

Das Review zur den Pawn Shop Diaries von Dr. Love Power & his Orchestra hatte ich ja bereits in meinem letzten Artikel angekündigt.

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Auch wenn es  den einen oder anderen ein wenig wurmt, diese CD höre ich aktuell beim Autofahren und auch im Büro immer wieder rauf und runter, weil sie mir extrem gut gefällt. Eine gelungene Mischung aus eigenen Songs, meist aus der Feder von „Dr. Love Power“ Mark Bloemeke und Klassikern des Blues/Rock/Country, die schon von bekannten Größen wie Joe Cocker oder John Foggerty  Interpretiert wurden, frisst sich mitten in den Gehörgang und setzt sich dort fest. Denn es wird langsam und schnell, laut und leise, erotisch und lustig.

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Mir hat mal jemand, den ich extrem schätze, gesagt, dass eine gute CD die ist, auf der man nicht ein bis drei Lieblingssongs hat und immer wieder zu diesen skippt, sondern die, auf der man (fast) alle Songs der CD gern hört.

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Dr. Love Power & his Orchestra ist mit dieser Scheibe genau das gelungen. Aber warum eigentlich Dr. Love Power? Ich habe Mark „Dr. Love Power“ himself danach gefragt und die Erklärung ist definitv für ein breites Grinsen gut – er hat mit Anfang 20 noch der Überzeugung nachgehangen, dass seine sexuelle Heilungskraft der Damenwelt zur Verfügung zu stellen wäre – und der Song von Anne Peebles hat ihn dann zur Namensgebung motiviert.

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Aber nun mal zur genaueren Songbetrachtung:

Schon der erste Song, „Ruler of my Heart“ lässt mich hoffen, dass die Reise Richtung  Blues und Rock geht. Bei „Blues of their own“ wird das nicht nur bestätigt, sondern der Song stupst meine Phantasie solange, bis mein Kopfkino mir dann eine kleine Bar mit enger Tanzfläche und heißen Blicken zeigt. Das liegt allerdings nicht am Song selbst, obwohl auch der durch seinen Rhythmus sein Übriges dazu tut, sondern auch an der Stimme von „Doc“ Bloemeke, die von seinen beiden Mit-Musikern David Hinze (Bass) und Levin Dunkerbeck (Drums) getragen wird. Rau, kraftvoll, etwas erdig und von einem bewegten Leben erzählend.

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„Bright and sunny day“ und „Bootleg” ziehen dann im Tempo wieder etwas an und statt herumzuträumen ist massives Füßewippen angesagt – mehr ist ja nicht drin, wenn man sich wahrhaft südstaatenmäßig benehmen will. Es sei denn, man ist 7 und hat Ringellöckchen *grins*. Dann wäre eventuell sogar tanzen möglich.

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Insane, einer der eigenen Songs von Bloemeke,  bildet dann den Abschluss dieses Dreiergespanns mit deutlichen Southern Rock Einschlägen.  Bisher hat mir die CD ja schon gut gefallen, aber nun geht’s noch mal steil aufwärts.

„Jealous Kind“, das bereits von Joe Cocker gesungen wurde, gefällt mir in dieser Fassung wesentlich besser, da man beim Hören von jeder Menge Gefühl und Stimme eingewickelt wird. Und sich der Song so sehr persönlich anhört. Dass das so funktioniert, liegt sicher nicht zuletzt an der sehr liebevollen, individuellen Produktion durch Last Rebel Records. Danke auch für die Bilder vom “Making off” an den Produzenten Dirk Bertram.

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Wenn Dr. Love Power & his Orchestra dann davon singen, dass „The thrill is gone“  ist, bin ich noch lange nicht so weit, dass ich gehen möchte. Stattdessen bekomme ich „Too much of nothing“ – wiederum ein eigener Song. Mit Inhalt, der eigenes Erleben nicht so recht ausschließt …

Das eigentlich als reinrassiger Countysong angelegte „Two more bottles of wine“, unter anderem von Emmylou Harris gesungen, wird hier sehr verbluest und schenkt einem dadurch ein ganz anderes Grundgefühl beim Hören – ich sitze in Gedanken prompt wieder in der Bar von vorhin und bin ein wenig deprimiert . Aus der reißt mich „Icecreama“ mit seinen Raggae-Einschlägen im Blues dann allerdings schnell wieder heraus.

 

So langsam steigert sich die CD dann Richtung Höhepunkt. „Pink Shot“ ist sicherlich sehr bedacht an dieser Stelle der CD platziert und ist mein Favorit, wenn ich dann einen benennen müsste. Sehr provokant und … äh … geil. Warum? Na macht mal die Augen zu, hört den Song und lasst Bilder fließen. Wenn sich Eure Phantasie mit meiner annähernd deckt, habt ihr interessantes Kopfkino. Aber besser nicht beim Autofahren …

„Why get up“ entlässt mich dann wieder deutlich – hm – sachlicher in die Welt hinaus. Der Song ist wohl auch als Rausschmeißer für die CD gedacht und funktioniert auch genau so. Man kommt dann von dem kleinen Südstaatensalon im Hamburger Stadtgebiet wieder zurück auf die staubige Straße …

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Mein Fazit – wenn ich die Scheibe nicht schon hätte, würde ich sie kaufen. Und das als CD und nicht „nur“ als Download, denn auch die Aufmachung ist wie überhaupt die gesamte Produktion vom Sound her gefällt mir – und das nicht nur ein bißchen.

4 Gedanken zu „CD Review: Dr. Love Power & his Orchestra – Pawn Shop Diaries

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