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Veranstaltungstipps Reloaded – 05.01.18

Im Neuen Jahr sollte es ja endlich wieder los gehen mit intensivem Betreiben von schneckenschubsen. Nachdem ich ja die letzten 2 ½ Jahre immer weniger Zeit dafür hatte habe ich so richtig Bock, in diesem Jahr wieder so einiges auf die Beine zu stellen.
Dazu musste ich mir anderweitig allerdings etwas Luft verschaffen und habe die Moderation und Organisation von Nightlife – Nightlive abgegeben, bleibe dem OK und dem Nightlive-Team aber natürlich freundschaftlich verbunden.

Und so wird hiermit der Kategorie Veranstaltungstipps neues Leben eingehaucht.

Das erste Wochenende in 2018 verheißt da schon einiges, wer Lust hat, musikalisch unterwegs zu sein, dem sind da kaum Grenzen gesetzt.

Freitag, den 05.01.

Am Freitag, den 05.01. seid Ihr ja wohl alle nach der Silvester-Feierei wieder in der Lage, Euch je nach Lust und Laune etwas ruhigere Musik anzutun.

PRINZ WILLY

Mit Sounds like Amie aus Kiel werden mit „nur“ zwei Stimmen und einer Gitarre Eure Ohren erst einmal sanft gestreichelt und nach der Knallerei am Sonntag mit Harmonien verwöhnt. Genau passend also fürs Prinz Willy – und eigentlich doch ein Gig der besonderen Art, denn Willy ist bei der Auswahl der Kieler Künstler, die dort spielen dürfen, besonders kritisch.

MUSIK @Church

Ebenfalls etwas ruhiger das „Let´s swing together“ mit den Waves of Jazz in der Jakobi-Kirche im Knooper Weg um 19.30 Uhr. Eine tolle Kirche, mir der mich besondere Erinnerungen verbinden – dort habe ich vor knapp 28 Jahren geheiratet und vor 27 Jahren wurde dort die älteste Königinnentochter getauft.

Ein weiterer Kirchen“Gig“ findet in der Sozialkirche in Gaarden statt. Wie immer am ersten Freitag im Monat laden die Kirchengemeinde Gaarden und die stadt.mission.mensch ein, diesmal zum Auftritt von „Solid Blue„. Die Nu-Jazz-Band liefert eine Mischung aus Jazz, Pop & RnB. Ihr müsst trotzdem etwas Haltung bewahren, denn die kraftvollen Beats und expressive Linien im modernen Nu-Jazz verleiten doch ein wenig zu – wie sagt Stefan das immer so schön „Arschgewackele“. Instumentiert sind die Kieler Jungs mit Mädel mit Trompete, Keyboard, Drums, Bass, Gitarre und natürlich Vocals,

Beide Konzerte kosten an Eintritt nix, Spenden sind aber gern genommen.

FKK

Wem das denn doch alles zu flauschig-seicht ist, der sollte sich besser ins FKK (Fahradkombinat an der alten Kunsthochschule, kurz alte Mu) aufmachen, dort wird ein lauter Kessel Buntes serviert. Dabei sind Кальк – Emo-Screamo-Surrogat mit Synthies aus Kiel, Boston Curtis – Regierender Esel, macht HC-Punk/Powerviolenc­e aus HH und Raucнen – die Jungs hHaben das mit dem kyrillisch nicht so ganz verstanden, liefern Zweitakt-Powerviolen­ce aus HH.

Mehr? Gibt’s natürlich am Samstag …

 

WellBad – von Bad keine Spur

Letzten Freitag spielten WellBad, die Entdeckung des letzten Jahres am Blues-Horizont in der Kieler Räucherei – ein echtes Erlebnis für alle Fans. Und genau die füllten die Räucherei auch fast bis auf den letzten Platz.

WellBad – nie gehört?

Das ist zumindest für Bluesfans kaum möglich, war die Band um den jungen Hamburger Sänger Daniel Welbat (Nachtigall, ik hör Dir trapsen, woraus der Name entstanden ist) 2015 Gewinner der Deutschen Blues Challange und wurde Dritter bei der Europäischen Ausscheidung.

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Können tun die Jungs nach eigenem Bekunden „alles außer FIS“ – und beschränken sich nicht auf Blues in Reinkultur sondern nehmen auch Anleihen im Jazz, während Daniel auf der Bühne röhrt und tobt wie das Kind von Joe Cocker und Tom Waits.

Der Gig

Am bestechendsten für mich war das Gefühl, dass da fünf Männer auf der Bühne stehen, die noch echten Spaß an der Sache haben – und den Blues und ihr Publikum nicht so tierisch ernst nehmen, wie dies im Blues-Bereich sonst häufig der Fall ist. Das gepaart mit einer irrsinnig sympathischen Art, lässt bei mehr als einer der Ladies aus der ersten Reihe Herzchen Richtunimg_0022g Bühne fliegen – und auch ich kann mich den Charme, der von der Bühne versprüht wird, nicht ganz entziehen (auch wenn Schatz das sicher nicht ganz so sehen möchte *grins*)

Musikalisch hochklassig, gibt es natürlich rein gar nichts zu meckern. Auf der Bühne eine Einheit, kamen neben den „klassischen“ Instrumenten auch insbesondere durch Lennard Eggers Banjo und Trompete zum Einsatz. Die Musiker neben Welbat sind auch sonst keine unbeschriebenen Blätter, waren sie doch in der Vergangenheit au mit anderen musikalischen Größen wie z.B. Jessy Martens unterwegs.

Sehr genial auch der Drummer Sebastian Meyer, der nicht nur „normal“ mit Sticks, Besen oder Mallets spielt, sondern auch vielfach mit der bloßen Hand oder einer simplen Spülbürste die Drums bearbeitet.

Sehen

Und wer dann nun noch etwas sehen will, der hat hier die Gelegenheit, sich durch die Galerie des Abends zu klicken.

Noch ein Hinweis in eigener Sache – wen ein Ton-File interessiert, den findet ihr auf meiner Facebook-Fanpage.

 

CD Review: Dr. Love Power & his Orchestra – Pawn Shop Diaries

Das Review zur den Pawn Shop Diaries von Dr. Love Power & his Orchestra hatte ich ja bereits in meinem letzten Artikel angekündigt.

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Auch wenn es  den einen oder anderen ein wenig wurmt, diese CD höre ich aktuell beim Autofahren und auch im Büro immer wieder rauf und runter, weil sie mir extrem gut gefällt. Eine gelungene Mischung aus eigenen Songs, meist aus der Feder von „Dr. Love Power“ Mark Bloemeke und Klassikern des Blues/Rock/Country, die schon von bekannten Größen wie Joe Cocker oder John Foggerty  Interpretiert wurden, frisst sich mitten in den Gehörgang und setzt sich dort fest. Denn es wird langsam und schnell, laut und leise, erotisch und lustig.

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Mir hat mal jemand, den ich extrem schätze, gesagt, dass eine gute CD die ist, auf der man nicht ein bis drei Lieblingssongs hat und immer wieder zu diesen skippt, sondern die, auf der man (fast) alle Songs der CD gern hört.

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Dr. Love Power & his Orchestra ist mit dieser Scheibe genau das gelungen. Aber warum eigentlich Dr. Love Power? Ich habe Mark „Dr. Love Power“ himself danach gefragt und die Erklärung ist definitv für ein breites Grinsen gut – er hat mit Anfang 20 noch der Überzeugung nachgehangen, dass seine sexuelle Heilungskraft der Damenwelt zur Verfügung zu stellen wäre – und der Song von Anne Peebles hat ihn dann zur Namensgebung motiviert.

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Aber nun mal zur genaueren Songbetrachtung:

Schon der erste Song, „Ruler of my Heart“ lässt mich hoffen, dass die Reise Richtung  Blues und Rock geht. Bei „Blues of their own“ wird das nicht nur bestätigt, sondern der Song stupst meine Phantasie solange, bis mein Kopfkino mir dann eine kleine Bar mit enger Tanzfläche und heißen Blicken zeigt. Das liegt allerdings nicht am Song selbst, obwohl auch der durch seinen Rhythmus sein Übriges dazu tut, sondern auch an der Stimme von „Doc“ Bloemeke, die von seinen beiden Mit-Musikern David Hinze (Bass) und Levin Dunkerbeck (Drums) getragen wird. Rau, kraftvoll, etwas erdig und von einem bewegten Leben erzählend.

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„Bright and sunny day“ und „Bootleg” ziehen dann im Tempo wieder etwas an und statt herumzuträumen ist massives Füßewippen angesagt – mehr ist ja nicht drin, wenn man sich wahrhaft südstaatenmäßig benehmen will. Es sei denn, man ist 7 und hat Ringellöckchen *grins*. Dann wäre eventuell sogar tanzen möglich.

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Insane, einer der eigenen Songs von Bloemeke,  bildet dann den Abschluss dieses Dreiergespanns mit deutlichen Southern Rock Einschlägen.  Bisher hat mir die CD ja schon gut gefallen, aber nun geht’s noch mal steil aufwärts.

„Jealous Kind“, das bereits von Joe Cocker gesungen wurde, gefällt mir in dieser Fassung wesentlich besser, da man beim Hören von jeder Menge Gefühl und Stimme eingewickelt wird. Und sich der Song so sehr persönlich anhört. Dass das so funktioniert, liegt sicher nicht zuletzt an der sehr liebevollen, individuellen Produktion durch Last Rebel Records. Danke auch für die Bilder vom “Making off” an den Produzenten Dirk Bertram.

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Wenn Dr. Love Power & his Orchestra dann davon singen, dass „The thrill is gone“  ist, bin ich noch lange nicht so weit, dass ich gehen möchte. Stattdessen bekomme ich „Too much of nothing“ – wiederum ein eigener Song. Mit Inhalt, der eigenes Erleben nicht so recht ausschließt …

Das eigentlich als reinrassiger Countysong angelegte „Two more bottles of wine“, unter anderem von Emmylou Harris gesungen, wird hier sehr verbluest und schenkt einem dadurch ein ganz anderes Grundgefühl beim Hören – ich sitze in Gedanken prompt wieder in der Bar von vorhin und bin ein wenig deprimiert . Aus der reißt mich „Icecreama“ mit seinen Raggae-Einschlägen im Blues dann allerdings schnell wieder heraus.

 

So langsam steigert sich die CD dann Richtung Höhepunkt. „Pink Shot“ ist sicherlich sehr bedacht an dieser Stelle der CD platziert und ist mein Favorit, wenn ich dann einen benennen müsste. Sehr provokant und … äh … geil. Warum? Na macht mal die Augen zu, hört den Song und lasst Bilder fließen. Wenn sich Eure Phantasie mit meiner annähernd deckt, habt ihr interessantes Kopfkino. Aber besser nicht beim Autofahren …

„Why get up“ entlässt mich dann wieder deutlich – hm – sachlicher in die Welt hinaus. Der Song ist wohl auch als Rausschmeißer für die CD gedacht und funktioniert auch genau so. Man kommt dann von dem kleinen Südstaatensalon im Hamburger Stadtgebiet wieder zurück auf die staubige Straße …

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Mein Fazit – wenn ich die Scheibe nicht schon hätte, würde ich sie kaufen. Und das als CD und nicht „nur“ als Download, denn auch die Aufmachung ist wie überhaupt die gesamte Produktion vom Sound her gefällt mir – und das nicht nur ein bißchen.

ZZ Top – Das Konzert

So, da war ich also nach meiner Odyssee endlich auf dem Open-Air-Gelände angekommen und hatte ja auch zackig das erste Bier verhaftet.

Da begann dann auch schon die Ben Miller Band, Southern Rock vom Feinsten zu spielen. Die Mischung aus Bluegrass, Delta Blues und indianischen Einschlägen bereitete uns bestens auf das vor, was dann kommen sollte:

Die alten Männer aus Texas mit Bart – ZZ Top.  Wobei sie gleich am Anfang ihre Späße damit trieben, das Publikum darauf hinzuweisen, dass man eben nicht „deep in the heart of Texas“ sei sondern in Deutschland. Herrlich, dieser Slang.

Und dann prasselte neben der optischen Highlights wie den Fellgitarren ein Highlight nach dem anderen aus inzwischen 45 Jahren Musikgeschichte auf uns hernieder. Und natürlich die Songs aus dem neuen Album „Futura“, nach dem auch die Tour benannt ist.

Faszinierend für mich – und dermaßen selten im Musikgeschäft, dass in all der Zeit den drei Männern mit Bart zwei Gitarren und ein Schlagzeug ausreichten, um ihren Weltruhm zu begründen.  Und das immer noch in der Originalbesetzung mit Billy Gibbons, Dusty Hill und Frank Beard.

Bereits ab dem ersten Gitarrenanschlag hört man die Kraft, die nur echte Mugger mit dem Blues und Rock´n Roll  im Blut in sich tragen. Und damit haben sie das ausverkaufte Open Air Stadion auch gleich komplett im Sack. Mir gefällt besonders, dass man ihnen auch nach dieser langen Zeit als einzigartige drei Mann Kapelle  immer noch die Spielfreude  am Rock´n Roll  an.

Gespielt wird zu unserer positiven Überraschung nicht die vorher im Netz gelesenen 70 sondern über 90 Minuten. Für Interessierte hier die Setlist:

  1. Got Me Under Pressure
  2. Waitin‘ for the Bus
  3. Jesus Just Left Chicago
  4. Gimme All Your Lovin‘
  5. I’m Bad, I’m Nationwide
  6. Pincushion
  7. I Gotsta Get Paid
  8. Flyin‘ High
  9. Foxy Lady
    (The Jimi Hendrix Experience cover)
  10. Catfish Blues
    (Muddy Waters cover)
  11. Cheap Sunglasses
  12. My Head’s in Mississippi
  13. Chartreuse
  14. Sharp Dressed Man
  15. Legs
  16. Tube Snake Boogie
  17. La Grange / Sloppy Drunk Jam
  18. Tush

Und der Sound ist genau so wie er sein soll – einfach fett und dreckig … ich liebe es!

Ein besonderes Dankeschön noch an den netten Menschen, der mich ganz nach vorn vor die Bühne gelassen hat, damit ich zumindest mit dem Handy noch einige halbwegs brauchbare Bilder machen konnte trotz der Kameramisere ….

Interview Georg Schroeter und Marc Breitfelder

Montag Abend ist Blues-Night auf der Kieler Woche angesagt. Mit dabei sind Georg Schroeter und Marc Breitfelder, die bislang ersten und einzigen deutschen Bluesweltmeister.

Ich hatte die Möglichkeit, auch Ihnen einige Fragen zu stellen. Auch hier die „Aufwärmrunde“ mit den Flashlights:

Holsten oder Becks?

Georg : Holsten

Marc: beide Biere schmecken gut

HSV oder St. Pauli?

Georg: St. Pauli

Marc: auch wenn die Saison nicht so toll war – HSV

Prinzessin oder Piratin?

Georg : Piratin

Marc: Piratin

Segeln oder Strandkorb?

Georg : Strandkorb und Segeln

Marc: Strandkorb

Ostsee oder Mittelmeer?

Georg : Ostsee und Mittelmeer

Marc: Wenn das Wetter klasse ist Ostsee

Dann gehts doch ein wenig ins Eingemachte und ich frage den beiden das eine oder andere Loch in den Bauch …

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 Hat sich seit dem Gewinn der Bluesweltmeisterschaft 2011 für Euch etwas im Heimatbereich geändert? Oder ist das typisch zähe Ringen um Gigs und Termine für Euch kein Thema (mehr)?

Marc: Ja, der Gewinn der International Blues Challenge in Memphis 2011 hat einiges bei uns geändert. Unser Bekanntheitsgrad bei Veranstaltern, Medien aber auch beim Publikum ist gestiegen und so spielen wir heutzutage einige Auftritte, die vor dem Gewinn der Challenge nicht möglich gewesen wären wie z.B. das Kieler Schloss oder im Dezember 2014 die Petruskirche in Kiel. Das Ringen um Gigs und Termine und auch das Ringen um die Gunst des Publikums wird aber nie aufhören. 

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Ihr improvisiert ja vieles. Aber trotzdem die Frage, wie lange dauert es bei neuen Songs, bis Ihr sie live vor Publikum spielt?

Georg: Relativ schnell, manchmal entstehen sie sogar beim Konzert.

Auch wenn Ihr international erfolgreich seid – Habt Ihr mal darüber nachgedacht, auch deutschen Blues zu machen?

Georg: Bis jetzt noch nicht, aber ich bin durchaus ein Freund deutscher Texte

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Marc: Überlegt schon. Hochdeutsch eignet sich allerdings nicht so für den Blues. Man müsste schon Dialekt singen. Blues op Platt klingt bestimmt gut, wir haben das in unserer Kindheit aber leider nicht gelernt und es würde sehr künstlich klingen.

 

Fotos zur Blues Night auf dem Rathausplatz gibt es dann im gesonderten Posting.

Veranstaltungstipp: 08.05.14 – Box of Pearls in der Räucherei Kiel

Donnerstagabend und keine Lust auf die übliche Runde ins NSP, Nil oder ähnliche Locations? Aber doch auf After-Work, weil ja morgen schon Wochenende ist?

Na, da kann Dir geholfen werden. Die Räucherei am Scheitelpunkt zwischen West- und Ostufer lädt ein zur After-Work-Party, und das sogar mit Live-Musik. Box of Pearls, im Blues- und Bluesrock zu Hause, werden mit ihrem Mix aus bekannten Bluesballaden, Klassikern und Uptemponummern für passende Stimmung sorgen. Ich bin gespannt auf die vier Musiker, die sich Anfang letzten  Jahres zusammengefunden haben:

Suzie Lohmar: Gesang
Heinz-Jürgen Bergmann: Gitarre
Peter Hamann: Schlagzeug
Arne Paasch: Bass

Als eine der wenigen Bands mit vielen Vorschusslorbeeren bedeckt, wurden sie bereits von diversen Veranstaltern gebucht, ohne dass jemals jemand im Vorwege einen Auftritt oder auch Probe der vier besucht hätte. Aber alle vier sind langjährig gestandene Bluesmusiker, die sich in den verschiedensten Bands in der Vergangenheit einen Namen gemacht haben.

Mehr über die vier nach dem Auftritt im Review …

Wir sehen uns heute Abend ab 18 Uhr in der Räucherei!

http://www.raeucherei-kiel.de/