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Jakob Heymann als Schoko-Dude unterwegs

Die Schaubude ist Freitagabend beim Konzert von Jakob Heymann brechend voll. Dies liegt vor allem dran, dass er sich im Januar beim Konzert von Götz Widmann als dessen Sidekick unheimlich gut verkauft hat. Mit seinen beiden Granaten-Songs „Schoko-Dude“ und „Lied 5“  hatte er die Massen bewegt und gleich reichlich Karten für seinen Solo-Gig in der Schaubude an den Mann bringen können.

Das Konzert

Und offensichtlich konnte er auch bei seinem Konzert letzten Freitag die Menge begeistern. Zeitgeist der 20+ er ist es wohl, ein wenig verstrahlt und ohne großen Plan ihr Leben zu chillen. Dass Jakob genau diesen Nerv trifft und sich entsprechend auf der Bühne präsentiert, wirft in mir die Frage auf, ob er wirklich so planlos ist oder ob er eine geniale Verkaufstechnik ausspielt.

Hier für alle noch mal ein kleines Beispielvideo.

Konzeptfrei und in loser Reihenfolge bietet er Songs, die er selbst offensichtlich nur in Teilen ernst nehmen kann, vernuschelt immer dann, wenn er selbst an den Punkt kommt, dass ihm die Nummer zu getragen, zu bissig, zu poppig oder überhaupt zu lang wird, einfach mal – ZACK – das Ende und wird dafür reichlich gefeiert. Nebenher auch besondere Stilmittel einzusetzen, die sich in vielleicht gerade noch im Comedy-Bereich sonst jemand zu nutzen traut, während des laufenden Loops von der Bühne zu gehen, plötzlich zu stimmmässig zu fisteln oder sich „zu verkleiden“ – das ist auf jeden Fall so unprätentiös liebenswert, dass ihm die Herzen aller zufliegen lassen.

Warum denn Liedermacher?

Am meisten bewegt mich persönlich die Frage, warum jemand, der offenkundig so gut singen kann, denn nun gerade im Liedermacher-Genre unterwegs ist und sich nicht als Singer-Songwriter oder Rapper ein vermutlich deutlich größeres Publikum erschließt. Musikalisch sowohl mit Loop Station seine eigene Band, kann er alle Genres störungsfrei bedienen und singt poppige Songs genau so gut wie Rap, Folkpop schließt sich an sarkastisch vorgetragenes Schlager-Liedgut (welches selbstverständlich ausschließlich als Referenzkatastrophen angestimmt wird) – alles fehlerfrei und auf den Punkt.

Die Inhalte – nunja, neben Cannabis- und Trinkliedern ist auch der eine oder andere Hochklassige Liedermacher-Song dabei – und letzere sind dann auch mit so spitzer Feder verfasst, dass ich mir dann doch das Booklet dazu wünschen würde.

Gefeiert habe ich den Abend auf jeden Fall – gute Unterhaltung hält eben auch ein wenig Genuschele aus …

 

Falk – mein persönliches Triple

Angedroht hatte ich es ja in der letzten Woche schon – hier nun der Konzertbericht und das Interview zu Falks Konzert-Stippvisite in Kiel. Wenn ich mir einen Künstler drei Jahre in Folge ansehe, dann scheine ich nicht nur begeistert zu sein – ich bin es!

Das Interview

Kuschelig backstage in der Schaubude haben wir uns vor dem Konzert zusammengehockt und ein wenig geklönt – über Tourleben, Beziehungen, Karriere und Perspektiven.

ICH: „Du bist jetzt das dritte Jahr in Folge auf Tour. In den letzten beiden Jahren bist Du ja vorrangig mit Götz Widmann unterwegs gewesen. Wie ist es denn nun solo unterwegs zu sein?“

FALK: „Es ist schon schön, jetzt ein volles Programm spielen zu können und nicht nur ein paar Songs am Abend wie vorher bei Götz als Support. Ich habe auch gute Erfahrungen gemacht, meist sind die Läden auch so voll – und manchmal bin ich dann eben intimer mit dem Publikum.“

ICH: „Wie schaut´s denn aus – kommst Du trotzdem dann und wann heim?“

FALK: „Ja, meist habe ich Sonntags bis Dienstags frei und bin dann zu Hause.“

ICH: (mal eben mit der Tür ins Haus fallend) „Als ich mir Deine neue Scheibe angehört habe, kam ich ja schon in Sorge um Dein Privatleben. Noch alles klar im Privatleben?“

Falk lacht: „Nicht jeder Song ist ja autobiografisch oder kurzfristig entstanden. Also keine Sorge, ich habe mich nicht getrennt oder bin unglücklich. Aber in der Vergangenheit hat mich schon die eine oder andere Exfreundin entrüstet angerufen und sich beschwert, wenn sie sich wieder erkannt hat.“

ICH: „Du hast ja in letzter Zeit Dein Publikum deutlich erweitern können.“

FALK: „Stimmt, ich trete jetzt vermehrt in Theatern auf, seitdem ich das Label „Musikkabarettist“ trage. Und Comedy mache ich jetzt auch mit „NightwaWash“, demnächst auch im Fernsehen. Wobei ich nichts anderes singe als bisher auch – nur dass ich natürlich die Songs nach Publikumskreis auswähle und während einer Comedy Show keine hochdepressiven Themen anschneide.“

ICH: „Wann machst Du denn die nächste Scheibe? Du bist da ja so regelmäßig wie ein Uhrwerk bisher.“

FALK: “ Ende des Jahres kommt ein Live-Album, für das ist bereits jetzt den einen oder anderen Live-Gig mitschneide. Die nächsten Monate konzentriere ich mich erst einmal auf meine Tour, dann werde ich neue Songs machen und sicher den einen oder anderen schon mal vorab auf Konzerten austesten.“

Dann habe ich nach längerer Pause noch mal meine Lieblings-Shorties ausgepackt.

Strandkorb oder Berge? Zuletzt eher Strandkorb – Berge sind aber auch schön. Aber niemals wandern!

Weißwein oder Dosenbier? Hm – kein Rotwein – dann Doesenbier

Blond oder braun? Ich nehme alles.

HSV oder St. Pauli? Dann St. Pauli (Falk ist Bremen-Fan)

Ostsee oder Mittelmeer? Mittelmeer

Prinzessin oder Piratin? Piratin

 

Das Konzert

Vorweg – das Konzert war dann eines der eher intimeren Art mit unter 50 Besuchern und nicht gerade vergleichbar mit Auftritten auf dem Nürnberger Bardentreffen, wo Falk schon vor 2000 Menschen gespielt hat. Aber auch bei dieser doch eher kleinen Schar hatte ich in keinem Moment das Gefühl, es wäre ihm weniger wichtig, seine Songs zu bringen und die jeweilige Botschaft unter die Leute.

 

Auch an Zugaben sparte er nicht – und wurde von den Anwesenden reichlich gefeiert, während er seine Lieder zwischen plakativem Spaß, pointierter Bosheit und treffenden Formulierungen sang.

Bunt gemischt aus seinen bisherigen Veröffentlichungen ging Falk auch auf Sonderwünsche des Publikums (ja auch mein Extrawunsch Torben wurde gespielt) ein. Und gefeiert habe ich mich am Freitagmorgen, als ich während einer Schulung dann das Zitat aus „Hinten kackt die Ente“ anbringen konnte, das mir irgendwie noch im Gedächtnis – wenn ich jetzt „klebte“, hört sich das sicher komisch an …

Natürlich kamen auch die Songs des neuen Albums „Skizzen“ nicht zu kurz, Falk ließ es sich nicht nehmen, doch etliche davon in seinem Programm vorzustellen. Und hey, das Album ist klasse und unbedingt kaufenswert (könnt Ihr auch hier nachlesen!)

Beim Live-Vortrag habe ich mich dann doch noch mal heftig in „Unsympath“ verliebt und Tränen gelacht.

Mein Fazit: Wer nicht da war, hat echt was verpasst und sollte sich schon mal Anfang nächsten Jahres rechtzeitig den Termin freihalten, es lohnt sich sehr.

 

Falk – Skizzen

Falk, Liedermacher und Kabarettist, bringt auf seiner Tour auch in diesem Jahr ein neues Programm – mit SKIZZEN macht er am 2. März in Kiel in der Schaubude halt.

Wo Ihr – nebenbei gesagt – auch unbedingt erscheinen solltet, um nicht einen wunderbaren Abend mit bös-bissigem Humor so richtig auf den Punkt zu verpassen. Neben den neuen Songs werden wir bestimmt auch das eine oder andere aus dem Repertoire seiner alten Songs zu hören bekommen. Ich melde jedenfalls schon mal „Thorben“ von der vorletzten Scheibe als einen meiner Lieblingssongs an.

Aber nun mal zu „Skizzen“:

Das Booklet mit kompletten Songtexten und Zeichnungen ausgestattet, hält damit bereits, was der Name der CD verspricht. Aber auch das, was jeder einzelne Song an Bildern malt, skizziert das Leben mit scharfer Zunge und das Wesentliche erfassend.

Dabei kann ich es mir gut vorstellen, wie er, leise grinsend, dem einen oder anderen Gespräch auf der Straße, im Café oder Hotel lauscht, um daraus für seine so treffenden Texte die Ideen zu pflücken .

Zumindest wünsche ich ihm natürlich, dass ihm so die Idee zu „Psychologin“ gekommen ist. Allerdings ist es – übrigens wunderbar instrumentiert – ein herrlicher Song, in dem er die Analysefreude nicht nur studierter Psychologinnen aufs Korn – und, verdammte Axt, ein klein wenig fühlte auch ich mich ertappt.

„Schulzeit“ stimmt dann eher nachdenkliche Töne an, die mich tatsächlich sehr in meine pubertären Jahre zurück versetzten. Ein Schwall von Sentimentalität schwappte über mich, allerdings nur bis zum „Männerclub“, das mir dann ein massives Grinsen aufs Gesicht  gab. „Wir scheißen auf Beweise, denn wir Wissens wirklich besser“ – „unser Input sind nicht Fakten sondern schlicht Testosteron“ – nur mal ein kleines Beispiel seiner wundervollen Fähigkeit, mit Worten genau den Punkt zu treten, genau so zu überziehen, dass es weh tut. Nicht zu vergessen hier die Instrumentierung, die Tuba skizziert mir hier eine Horde Glatzköpfe am Kneipen-Stammtisch – und das, obwohl sie eigentlich recht sparsam eingesetzt wurde.

Auch bei „Unsympath“ braucht es die Musik zum Text, um einen schönen Kontrapunkt zum Text zu setzen und damit jede Gemeinheit grinsend anzuhören und fröhlich im Takt mitzuschwingen, statt den Kopf zu schütteln. Und dann mit dem Kernsatz „Die Menschen brauchen Menschen, die sie tief und innig hassen“  auf des Pudels Kern und die Moral von der Geschichte zu kommen. Daran schließt er dann mit „So gehts nicht“ gleich an, in dem der Prinzipienreiter vom Dienst Grenzen zieht.

Aber auch ein Hauch von Liebeslied darf natürlich nicht fehlen – „Party“ lässt rote Herzchen fliegen und natürlich ertappe ich mich dabei, vergleichbare Situationen meines Lebens heraufzubeschwören.

Für das „Weihnachtslied“ ist es zwar nicht wirklich die richtige Jahreszeit – aber man soll ja rechtzeitig an Geschenke … äh … seine Lieben und den Nächsten denken. Treffsicherer auf die 12 geht es kaum. Und zum drüber Nachdenken, ob wir da alle mit unserer Art so richtig davor sind, ist IMMER die richtige Zeit.

Einen Hauch von funky-rappig kommt dann der nächste Song daher – „Schrecklich und gemein“ haut er mal so richtig böse die Pest an den Hals und nimmt es nicht zurück. Da wünscht man sich – jo, das würde ich gern auch mal so deutlich sagen, statt immer nur freundlich sein. Wobei – das bin ich sicher nicht.

„Von vorn“ setzt dann einen kurzen Schlusspunkt, klar und auf den Punkt die Antwort auf die Frage, ob man noch einmal in Kenntnis aller Dinge von vorn anfangen würde – Nö, weil was wäre dann mit den ganzen guten Dingen. Wobei – ich habe die Scheibe dann gleich noch ein zweites Mal von vorn angehört ….

Mein Fazit

Bösartigkeiten und Anregungen zum Nachdenken für jede Lebenslage, gepaart mit guter Unterhaltung. Also nix wie los und kaufen! Und natürlich am 2. in die Schaubude kommen, um sich persönlich vor Ort mit Falk zu amüsieren.

Achtung bissig – Falk schnappt mit Smogsehnsucht zu!

In Vorbereitung auf das Konzert des wunderbar bissig-bösen, mit Wortwitz reichlich ausgestatteten Falk in der Kieler Schaubude möchte ich Euch seine dritte CD „Smogsehnsucht“ vorstellen.

Das findet in dieser Woche am 09.03.2016 statt!

Kennengelernt habe ich Falk letztes Jahr im Februar, ebenfalls in der Schaubude, wo er damals mit seiner letzten Scheibe „Mama“ zu Gast war.  Und mich mit seinen Songs so beeindruckt hat, dass ich auch damals eine Kritik für Euch zusammengefasst hatte.

Besonders gefreut habe ich mich, dass die Songs nicht nur auf der Scheibe sondern die Texte auch im Booklet zum weiteren Genießen und amüsieren vorliegen.

 

Die Songs

Smogsehnsucht – Herrlich bissig geht es schon los. Man stelle sich vor, dass man so mitten im Nirgendwo gestrandet ist, idyllisch die Natur ansieht und einfach nur mitten ins Gewühl der Großstadt will, in dem das Chaos und der Verkehr mit lauter irren Leuten um einen tobt. Falk bringt diesen Moment ganz genau auf den Punkt. Laute Lacher meinerseits beim ersten Anhören inklusive.

Und genauso geht es dann auch weiter. Mitten aus dem Leben beschrieben ertappe ich mich auch beim zweiten Song dieses mit 19 Tracks gut bestückten Albums, Klappe halten dabei, dass ich denke, klar, genau mein Song.

Die Beziehungswaise Als wir im Wald … wirft im Dreivierteltakt einen Blick hinter die Erinnerungen eines Paares, das aus vielen Kleinigkeiten besteht und in der Summe doch der Kitt sind, die ein Paar zusammenhalten.

Der nette Toni trommelt dann wiederum vordergründig massiv auf die Lachmuskeln, in dem es einen Spagat zwischen dem Traumschwiegersohn und tourettegeplagten Toni beschreibt. Für mich wird an diesem Song besonders gut deutlich, WIE sprach-virtuos Falk ist.

Eine Frage der Perspektive bringt einen nicht nur zum Mitwippen, sondern Falk trifft damit genau den Stand-Punkt. Denn alles nur ´ne Frage der Wahrnehmung –  „im Land, wo Milch und Honig fließt, möchte ich keine Putzkraft sein“, tja, so isses …

Natürlich bleiben bei seinem Blick aufs tägliche Leben die hippen Idealisten, die in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden schießen, nicht unverschont – Birkenstock-Nazis, Cracker-Rassisten, Veggie-Faschisten mit reichlich Sendungsbewusstsein sind uns wohl alle schon auf den Sender gegangen – Falk beschreibt sie so, wie mir es gern eingefallen wäre. Aus dem Grinsen komme ich kaum mehr raus, selbst wenn es an mancher Stelle eigentlich zu traurig wahr ist, um darüber zu lachen.

Auf der Suche nach sich selbst, sollte man Joggen nicht unbeachtet lassen, denn mal abgesehen von dem Mundharmonika-Solo findet der geneigte Zuhörer auch hier böse-bissige Erkenntnis zu all den Sprechblasen, die Ambitionierte so gern von sich geben, wenn sie ihre eigene Lebensweise an den Mann und die Frau bringen wollen. Und wieder das Gefühl, diese Argumentation schon x Mal gehört zu haben – und ängstlich zu überprüfen, „hoffentlich mache ich das nicht zu oft“?

Grausam geht es dann in Der Junge zur Sache. Was für eine finstere Geschichte, die hart überzeichnet, das tagtäglich in deutschen Landen passiert, wenn man sich um arme Würstchen der Nachbarschaft nicht kümmert, die später hoch gejubelt werden, sobald sie Berühmtheit erlangen. Und he, wer fühlte sich nicht schon mal total angepisst, wenn man erst verkannt und dann  zu spät – lobgehudelt wird. Dem wir im Song Ausdruck zu geben, das wünscht sich jeder mal …

Dankeschön lässt mich in ganz anderer Hinsicht gruseln, wenn ich mir die in Dankeschön beschriebenen Dinge nur vorstelle, wird mir fast schlecht und trotzdem muss ich so lachen. Denn mal ganz ehrlich, die Konflikte beim Zusammenleben so eskalieren können, vor allem in Wohngemeinschaften, einfach grossartig.

Dass der Job eines Kronprinzen einer der schwersten ist, das wird man mit diesem Song verstehen, Charity ist halt ein hartes Pflaster, und mit einem goldenen Löffel im Mund geboren sein, ist schon hart. Sich mit den Skandalen und Skandälchen der Regenbogenpresse zu beschäftigen natürlich auch – das alles so zu verpacken, dass der Zuhörer das Hören mag und sich gut unterhalten fühlt – das ist hohe Kunst.

Was so richtige Liebe ist, egal wie mies es einem geht, das bringt Scheißegal wundervoll rüber, im Walzertakt tanzen die Katastrophen vorbei und trotzdem wird gekuschelt. Macht warm ums Herz und entsetzt nebenher ein wenig. Und genau so soll das sein.  Und mit diesem Gefühl mitten im Takt entlässt mich Falk dann wieder in die Realität des Lebens.

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Ich freu mich

Mehr von ihm gibt es Gott sei Dank bereits am 09.03.16 in der Schaubude, wo er mit seinem Programm Smogsehnsucht Halt macht. Und hoffentlich auch noch den einen oder anderen Song seiner ersten CD Mama spielt, die ebenfalls ganz großes verbales Kino ist.

Also – da MÜSST ihr hin!

Nicht nur wegen der Musik, auch weil Falk einfach ein cooler Typ ist, der Euch garantiert gefällt. Der nach dem Gig auch mit den Leuten quatscht und Spaß dran hat, sich über das Leben und den schmutzigen Rest zu unterhalten.

Falk – „Mama“ sehr bissig

Im Februar war ich bei einem wahrlich beeindruckenden Konzert – Falk, Liedermacher von Beruf, in der Schaubude. Bei meinem Konzertbericht hatte ich ja schon ganz deutlich gesagt, wie sehr mir sein Konzert gefallen hatte – aber dass ich die CD auch danach so oft hören würde, hätte ich nicht wirklich gedacht.

Auch  meine kleine Tochter, 20, die sich in einer ganz andere Alters- und Geschmacksklasse in Sachen Musik bewegt, ist völlig begeistert von dieser Scheibe. Und selbst meine ältere  Tochter, die nun wirklich sonst nie die gleiche Musik wie ich hört, war auf der letzten Fahrt nach Bremen bereit, die CD mehr als einmal durchlaufen zu lassen. Und der Test, wie weit das ganze nun ein reines Frauenphänomen sein könnte, sagt ebenfalls nein, denn auch alle männlichen Wesen (egal ob 22, 27 oder 49), die ich in die CD habe reinhören lassen, waren extrem angetan.

Mal davon abgesehen, dass mein persönliches Umfeld sich durchweg positiv zu „Mama“ geäußert hat, befinden wir uns damit in allerbester Gesellschaft – Falk ist gerade vor kurzem mit dem Deutschen Förderpreis der Liederbestenliste ausgezeichnet worden.

Die CD

Achtzehn Songs auf einer Scheibe – allein das ist inzwischen eher eine Seltenheit im aktuellen Musikbusiness. Und dann noch so viele ausgefeilte Songs ohne Füllmaterial … das empfinde ich als eine erfreuliche Ansage.

Erst einmal die Highlights zum Reinhören und angefixt werden für Euch …

K.u.K – die Story von einem dieser nervigen Pärchen, über die sich jeder von uns schon einmal aufgeregt hat. Die alles nur noch zusammen machen und so unheimlich ineinander aufgehen. Kotz. Und das in super bissigen wohlgesetzten Worten  echt herrlich.

Sehr böse auch das Kinderlied – und wieder dieser Effekt, genau das hättest DU auch schon gern mal laut gesagt – wenn das nicht SO politisch unkorrekt wäre. Aber so treffend, beißend ehrlich und einfach geil.

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Oder Thorben – der perfekte Supermann, Graus eines jeden normalen Mannes, der eben nicht nur handwerken ODER charmant sein kann, das ganze gepaart dann noch mit lyrischen Fähigkeiten – wer würde ihn nicht hassen – bzw. als Frau lieben? Und das mit Worten, die voll zwischen die Augen treffen – cool.

Deine Schwester ist auch so ein Ding. Da überzeichnet Falk so richtig böse, aber auf eine Art und Weise, die zwar kurz vor geschmacklos, aber so mit Augenzwinkern ist, dass man den Song einfach mögen muss.

Das gilt ebenso für die Nummer Immerhin kein Krebs – böse, böse – aber sowas von gut …

Oder in Du sahst auch schon besser aus geht es, wenn auch mit leiseren Tönen genauso deutlich zur Sache.

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Und so könnte ich weitermachen bei jedem einzelnen Song dieser CD, im Grunde sind sie alle ganz großes Kino. Treffend beschriebener Alltag von jemandem, der in der Lage ist, ganz genau hinzusehen und das Gesehene dann auch noch in Worte zu fassen. Und zwar so, dass es die Zuhörer erreicht. Ohne viel Chichi, einfach ein Mann mit einer Gitarre, nicht mehr und nicht weniger. Ich freu mich schon auf den nächsten Gig hier in der Nähe …

 

 

 

Falk – Liedermacher

Donnerstag ist ja der Tag, an dem ich traditionell auf jeden Fall ein Konzert besuche. Manchmal gibt es wenig Interessantes – und dann besuche ich Veranstaltungen, die doch ein Stück weit weg von meinem normalen Hörverhalten in Sachen Musik sind.

Auf genauso eine kam ich auch letzten Donnerstag wieder – Liedermacher Falk war in der Schaubude zu Gast. Liedermacher??? Falk – Liedermacher weiterlesen