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Falk – mein persönliches Triple

Angedroht hatte ich es ja in der letzten Woche schon – hier nun der Konzertbericht und das Interview zu Falks Konzert-Stippvisite in Kiel. Wenn ich mir einen Künstler drei Jahre in Folge ansehe, dann scheine ich nicht nur begeistert zu sein – ich bin es!

Das Interview

Kuschelig backstage in der Schaubude haben wir uns vor dem Konzert zusammengehockt und ein wenig geklönt – über Tourleben, Beziehungen, Karriere und Perspektiven.

ICH: „Du bist jetzt das dritte Jahr in Folge auf Tour. In den letzten beiden Jahren bist Du ja vorrangig mit Götz Widmann unterwegs gewesen. Wie ist es denn nun solo unterwegs zu sein?“

FALK: „Es ist schon schön, jetzt ein volles Programm spielen zu können und nicht nur ein paar Songs am Abend wie vorher bei Götz als Support. Ich habe auch gute Erfahrungen gemacht, meist sind die Läden auch so voll – und manchmal bin ich dann eben intimer mit dem Publikum.“

ICH: „Wie schaut´s denn aus – kommst Du trotzdem dann und wann heim?“

FALK: „Ja, meist habe ich Sonntags bis Dienstags frei und bin dann zu Hause.“

ICH: (mal eben mit der Tür ins Haus fallend) „Als ich mir Deine neue Scheibe angehört habe, kam ich ja schon in Sorge um Dein Privatleben. Noch alles klar im Privatleben?“

Falk lacht: „Nicht jeder Song ist ja autobiografisch oder kurzfristig entstanden. Also keine Sorge, ich habe mich nicht getrennt oder bin unglücklich. Aber in der Vergangenheit hat mich schon die eine oder andere Exfreundin entrüstet angerufen und sich beschwert, wenn sie sich wieder erkannt hat.“

ICH: „Du hast ja in letzter Zeit Dein Publikum deutlich erweitern können.“

FALK: „Stimmt, ich trete jetzt vermehrt in Theatern auf, seitdem ich das Label „Musikkabarettist“ trage. Und Comedy mache ich jetzt auch mit „NightwaWash“, demnächst auch im Fernsehen. Wobei ich nichts anderes singe als bisher auch – nur dass ich natürlich die Songs nach Publikumskreis auswähle und während einer Comedy Show keine hochdepressiven Themen anschneide.“

ICH: „Wann machst Du denn die nächste Scheibe? Du bist da ja so regelmäßig wie ein Uhrwerk bisher.“

FALK: “ Ende des Jahres kommt ein Live-Album, für das ist bereits jetzt den einen oder anderen Live-Gig mitschneide. Die nächsten Monate konzentriere ich mich erst einmal auf meine Tour, dann werde ich neue Songs machen und sicher den einen oder anderen schon mal vorab auf Konzerten austesten.“

Dann habe ich nach längerer Pause noch mal meine Lieblings-Shorties ausgepackt.

Strandkorb oder Berge? Zuletzt eher Strandkorb – Berge sind aber auch schön. Aber niemals wandern!

Weißwein oder Dosenbier? Hm – kein Rotwein – dann Doesenbier

Blond oder braun? Ich nehme alles.

HSV oder St. Pauli? Dann St. Pauli (Falk ist Bremen-Fan)

Ostsee oder Mittelmeer? Mittelmeer

Prinzessin oder Piratin? Piratin

 

Das Konzert

Vorweg – das Konzert war dann eines der eher intimeren Art mit unter 50 Besuchern und nicht gerade vergleichbar mit Auftritten auf dem Nürnberger Bardentreffen, wo Falk schon vor 2000 Menschen gespielt hat. Aber auch bei dieser doch eher kleinen Schar hatte ich in keinem Moment das Gefühl, es wäre ihm weniger wichtig, seine Songs zu bringen und die jeweilige Botschaft unter die Leute.

 

Auch an Zugaben sparte er nicht – und wurde von den Anwesenden reichlich gefeiert, während er seine Lieder zwischen plakativem Spaß, pointierter Bosheit und treffenden Formulierungen sang.

Bunt gemischt aus seinen bisherigen Veröffentlichungen ging Falk auch auf Sonderwünsche des Publikums (ja auch mein Extrawunsch Torben wurde gespielt) ein. Und gefeiert habe ich mich am Freitagmorgen, als ich während einer Schulung dann das Zitat aus „Hinten kackt die Ente“ anbringen konnte, das mir irgendwie noch im Gedächtnis – wenn ich jetzt „klebte“, hört sich das sicher komisch an …

Natürlich kamen auch die Songs des neuen Albums „Skizzen“ nicht zu kurz, Falk ließ es sich nicht nehmen, doch etliche davon in seinem Programm vorzustellen. Und hey, das Album ist klasse und unbedingt kaufenswert (könnt Ihr auch hier nachlesen!)

Beim Live-Vortrag habe ich mich dann doch noch mal heftig in „Unsympath“ verliebt und Tränen gelacht.

Mein Fazit: Wer nicht da war, hat echt was verpasst und sollte sich schon mal Anfang nächsten Jahres rechtzeitig den Termin freihalten, es lohnt sich sehr.

 

Falk – Skizzen

Falk, Liedermacher und Kabarettist, bringt auf seiner Tour auch in diesem Jahr ein neues Programm – mit SKIZZEN macht er am 2. März in Kiel in der Schaubude halt.

Wo Ihr – nebenbei gesagt – auch unbedingt erscheinen solltet, um nicht einen wunderbaren Abend mit bös-bissigem Humor so richtig auf den Punkt zu verpassen. Neben den neuen Songs werden wir bestimmt auch das eine oder andere aus dem Repertoire seiner alten Songs zu hören bekommen. Ich melde jedenfalls schon mal „Thorben“ von der vorletzten Scheibe als einen meiner Lieblingssongs an.

Aber nun mal zu „Skizzen“:

Das Booklet mit kompletten Songtexten und Zeichnungen ausgestattet, hält damit bereits, was der Name der CD verspricht. Aber auch das, was jeder einzelne Song an Bildern malt, skizziert das Leben mit scharfer Zunge und das Wesentliche erfassend.

Dabei kann ich es mir gut vorstellen, wie er, leise grinsend, dem einen oder anderen Gespräch auf der Straße, im Café oder Hotel lauscht, um daraus für seine so treffenden Texte die Ideen zu pflücken .

Zumindest wünsche ich ihm natürlich, dass ihm so die Idee zu „Psychologin“ gekommen ist. Allerdings ist es – übrigens wunderbar instrumentiert – ein herrlicher Song, in dem er die Analysefreude nicht nur studierter Psychologinnen aufs Korn – und, verdammte Axt, ein klein wenig fühlte auch ich mich ertappt.

„Schulzeit“ stimmt dann eher nachdenkliche Töne an, die mich tatsächlich sehr in meine pubertären Jahre zurück versetzten. Ein Schwall von Sentimentalität schwappte über mich, allerdings nur bis zum „Männerclub“, das mir dann ein massives Grinsen aufs Gesicht  gab. „Wir scheißen auf Beweise, denn wir Wissens wirklich besser“ – „unser Input sind nicht Fakten sondern schlicht Testosteron“ – nur mal ein kleines Beispiel seiner wundervollen Fähigkeit, mit Worten genau den Punkt zu treten, genau so zu überziehen, dass es weh tut. Nicht zu vergessen hier die Instrumentierung, die Tuba skizziert mir hier eine Horde Glatzköpfe am Kneipen-Stammtisch – und das, obwohl sie eigentlich recht sparsam eingesetzt wurde.

Auch bei „Unsympath“ braucht es die Musik zum Text, um einen schönen Kontrapunkt zum Text zu setzen und damit jede Gemeinheit grinsend anzuhören und fröhlich im Takt mitzuschwingen, statt den Kopf zu schütteln. Und dann mit dem Kernsatz „Die Menschen brauchen Menschen, die sie tief und innig hassen“  auf des Pudels Kern und die Moral von der Geschichte zu kommen. Daran schließt er dann mit „So gehts nicht“ gleich an, in dem der Prinzipienreiter vom Dienst Grenzen zieht.

Aber auch ein Hauch von Liebeslied darf natürlich nicht fehlen – „Party“ lässt rote Herzchen fliegen und natürlich ertappe ich mich dabei, vergleichbare Situationen meines Lebens heraufzubeschwören.

Für das „Weihnachtslied“ ist es zwar nicht wirklich die richtige Jahreszeit – aber man soll ja rechtzeitig an Geschenke … äh … seine Lieben und den Nächsten denken. Treffsicherer auf die 12 geht es kaum. Und zum drüber Nachdenken, ob wir da alle mit unserer Art so richtig davor sind, ist IMMER die richtige Zeit.

Einen Hauch von funky-rappig kommt dann der nächste Song daher – „Schrecklich und gemein“ haut er mal so richtig böse die Pest an den Hals und nimmt es nicht zurück. Da wünscht man sich – jo, das würde ich gern auch mal so deutlich sagen, statt immer nur freundlich sein. Wobei – das bin ich sicher nicht.

„Von vorn“ setzt dann einen kurzen Schlusspunkt, klar und auf den Punkt die Antwort auf die Frage, ob man noch einmal in Kenntnis aller Dinge von vorn anfangen würde – Nö, weil was wäre dann mit den ganzen guten Dingen. Wobei – ich habe die Scheibe dann gleich noch ein zweites Mal von vorn angehört ….

Mein Fazit

Bösartigkeiten und Anregungen zum Nachdenken für jede Lebenslage, gepaart mit guter Unterhaltung. Also nix wie los und kaufen! Und natürlich am 2. in die Schaubude kommen, um sich persönlich vor Ort mit Falk zu amüsieren.